Archive for the ‘Einfach schön’ Category

Vom Hügel

Samstag, April 10th, 2021 von ulli

Eine Soziologin, die schon als Kind so gern Blumen pflückte, erfüllt sich einen Wunsch. Sie wird „1. Bio Blumen Bäuerin Österreichs“. Eine schöne Geschichte, die zeigt, was möglich ist, wenn alles zusammenpasst. Vor allem der Mut beeindruckt mich.

Margrit de Colle heisst die Frau, der du die Freude an ihrem Schaffen und ihrem Werk ansehen kannst. Eine Freude, die sie in alle Richtungen verbreitet und heute – über die Global 2000 Zeitschrift – auch bei mir angekommen ist.

De Colle kommt aus dem Italienischen und heisst „vom Hügel“: www.vomhuegel.at

In Corona Zeiten bietet die Blumenbäuerin  Online Kurse an. In Nicht Corona Zeiten sollten wir unbedingt einen Ausflug in die Steiermark machen und barfuss zwischen Blumen gehen, Blumen pflücken, Kuchen essen und am Blumenfeld schlafen.

Am besten schaust du dir das Filmchen an. Es tut den Augen und der Seele gut: Vom Hügel

 

 

Lehrende Frauen im Buddhismus

Donnerstag, März 11th, 2021 von ulli

Young woman with samurai swordDiese Woche war Frauentag und es gab dazu viele Beiträge und Diskussionen in den Medien. Sehr erfreulich. Langsam bewegt sich etwas.

Welche Lehrerinnen gibt es eigentlich im Buddhistischen, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe?

Ich besuche grade online alle zwei Wochen den Kurs von

Santacitta Bhikkhuni
Sie ist buddhistische Nonne, die in Kalifornien ein Theravada Kloster mitbegründet hat und aus der Steiermark stammt. Sehr spannend. Sie unterrichtet auf Deutsch und kommt diesen Sommer nach Österreich. Hier kannst du ihre Vorträge und Anleitungen hören. In diesem fundierten Kurs stellt Ayya Santacitta zur Inspiration die Therigata vor, die in Gedichtform überlieferten Texte der ersten buddhistischen Nonenn. Du findest im Quellenmaterial verschiedene Übersetzungen dazu. Eine inspirierende Nachdichtung von Matty Weingast unter dem Titel „the first free women“ wird demnächst im Shambala Verlag neu aufgelegt. „Like opening a window and letting a clean freh wind blow through my being“ kommentiert Joanna Macy die erste Auflage. Ich hab auf diesem Blog schon wiederholt von Joanna Macy, der von mir so geschätzten Vertreterin der Tiefenökologie, berichtet. So schliessen sich die Kreise… oder wachsen die Ringe…

Eine weitere Österreicherin, die schon lange im Ausland lebt und lehrt, genauer in Thailand, ist Mae Chee Brigitte Schrottenbacher. Sie hat eben eine neue Website bekommen und bietet coronabedingt auch online Meditationskurse an: https://www.meditationthailand.org/ 2020 hat eine Gruppe ihrer SchülerInnen einen Verein gegründet, um ihre Lehrtätigkeit und sozialen Projekte tatkräftig zu unterstützen: Mind and Metta. – Mit MC Brigitte gemeinsam habe ich auf der Fahrt zu einem Retreat in der Slowakei einen echten wilden Bären gesehen. Unvergesslich.

Folgenden Tipp  habe ich kürzlich von Hannes bekommen. Klingt interessant. Beth Upton war 10 Jahre lang Nonne und unterrichtet jetzt Meditation, auch online, auf Englisch: https://bethupton.com

Auch in Belgien wird seit einigen Jahren das Nonnenkloster „Tilorien“ aufgebaut, was ich erst aus Ayya Santacittas Newsletter erfahren habe. Zu den Anliegen der Klostergründung heisst es auf der Website: „Wir bieten einen Ort für die Praxis, der Bhikkhunis und anderen weiblichen Ordinierten Vorrang einräumt. Gleichzeitig unterstützen wir Angehörige unterrepräsentierter Gruppen wie etwa Menschen, die sich als LGBTIQ+ identifizieren, sich im Dhamma zu entwickeln.“ Interessant, oder?

Meine jahrelange Meditationslehrerin, die ich über alles schätze, ist Sylvia Kolk. Eben bietet sie wieder ein Online Kurzretreat an: „Nur wer sich selbst erkennt, versteht die Welt!“. Ich habe bisher noch keins ihrer Online Retreats versäumt und bin seit 2007 ihre dankbare Schülerin. Der Weg nach Deutschland zu ihren Retreats war mir nie zu weit. Was habe ich schon von dieser humorvollen klugen Frau gelernt!!  https://www.sylvia-kolk.de Du kannst ihre Meditationsanleitungen auch auf (dem kostenlosen Handy App) https://insighttimer.com/sylvia-kolk hören. Das besondere an ihrer Lehre sind Art und Ausmaß, wie fundierte buddhistische Weisheit mit aktueller gesellschaftspolitscher Reflexion verbunden wird. Und jeder Schritt, den Sylvia tut, intensiviert diesen Zugang auf kreative Weise. Ich bin immer wieder aufs Neue überrascht und angetan. Wer weiss, was daraus noch alles entsteht. Hör dir bitte die Laudatio von Prof. Susanne Rohr an, die sie Sylvia zum Abschied von dem buddhistischen Zentrum in Hamburg, das Sylvia bis 2020 geleitet hat, gehalten hat. Das Gesagte trifft Sylvias Qualitäten genau. Da geht es auch um weibliche Genealogie – und das Herz geht dir auf!

Sylvia wurde zum Lehren autorisiert von Ayya Khema, einer ausssergewöhnlichen Frau und spätberufenen buddhistischen Nonne, die ein erstaunliches Lebenswerk hinterlassen hat. Sie hat u.a. in Bayern das Buddha Haus aufgebaut und den Jhana Verlag gegründet. Ihre Lebensgeschichte ist in einem Buch, das sich wie ein Krimi liest, zusammengefasst: Ich schenke euch mein Leben. Du findest viele ihrer Vorträge im Netz, und ihre Bücher sind eine grosse Empfehlung: https://www.buddha-haus.de/

Auf Sylvia Kolk bin ich über Sylvia Wetzel gekommen. Über ihr Buch „Das Herz des Lotos – Frauen im Buddhismus“. Auch sie ist eine wunderbare Lehrerin und Autorin: http://www.sylvia-wetzel.de/ Ich sehe eben, dass sie auch Literaturempfehlungen zum Thema Frauen und Buddhismus auf ihrer Website anführt.

Grossartige Bücher gelesen habe ich von Joko Beck, Tara Brach, Marie Mannschatz, Pema Chödrön, Sharon Salzberg, Ruth Denison, Tsültrim Allione,  Joan Halifax oder Tenzin Palmo. Du kannst sie selbst in den Weiten des Internet suchen, sie sind bekannte Autorinnen und Lehrende. Vielleicht ein Büchlein als Geheimtipp: Amy Schmidt: Dipa Ma, furchtlose Tochter des Buddha..

Es ist im Arbor Verlag erschienen, eine starke Quelle im deutschsprachigen Raum für „Wege der Achtsamkeit“. Unter den Autorinnen findest du etwa Kristin Neff, die zum Thema Selbstmitgefühl forscht und lehrt.

Dazu fallen mir gleich die feinen Achtsamkeitslehrerinnen Christine Brähler und Britta Hölzel und – ganz in meiner Nähe lebend – Petra Tschögl ein.

Wunderbare Kurse und Retreats habe ich bei Andrea Huber besucht. Nicht zu vergessen Ursula Lyon, eine wunderbare buddhistische Lehrerin der ersten Stunde in Österreich! Wenn ich an sie denke, klingt ihr fröhliches Lachen in meinem Ohr.

Renate Seifarth kommt mir in Erinnerung, die auch gerne viel lacht und bei der ich wochenlange Retreats im Haus Engl in Bayern besucht habe.

In meinen ersten Jahren der Praxis habe ich im wunderschönen Buddhistischen Zentrum Scheibbs ein Frauenretreat bei Linda Lehrhaupt besucht. Es war ein Zen Seminar, das ich nicht vergessen werde. Nicht zuletzt deshalb, weil Linda bei der Rückreise am winzigen Bahnhof Neustift bemerkte, ihren Rucksack im Zentrum vergessen zu haben und uns bat, den Zug aufzuhalten. Ich weiss noch, wie entgeistert mich der Lokfahrer auf meine Bitte hin angeschaut hat… und Linda schaffte es rechtzeitig zurück, bis er sich von seinem Staunen erholt hatte. Linda Lehrhaupt hat übrigens mit dem  Institut für Achtsamkeit eine überaus erfolgreiche MBSR Ausbildung im deutschsprachigen Raum gegründet.

Bei Lisa Freund habe ich im gleichen Zentrum in Scheibbs fünf Module ihrer wunderbaren Reihe „Wege der Heilung“ besucht. Lisa kommt aus der tibetischen Tradition und vermittelt ihr unglaubliches Wissen zum Thema Tod, Sterben und Trauer überkonfessionell. Diese intensiven Tage haben mich tief beeindruckt. Das von ihr (mit)gegründete Online Magazin Elysium-digital ist eine ergiebige Quelle zum Thema „Leben – Sterben – Tod – Werden“.

Nur von Online Kursen kenne ich die Lehrenden des Bodhi College: Christine Feldman, Martine Batchelor und Yuka Nakamura. Sie alle haben mich sehr beeindruckt mit ihrer Klarheit und ihrem Wissen.

In einem feinen italienischen buddhistischen Meditationszentrum (Pian dei Ciliegi) habe ich ein Retreat bei Beate Glockner besucht, einer Vipassana Lehrerin, von der ich viel gelernt habe. Dort unterrichten neben Andrea Huber (die ich schon erwähnt habe) auch andere Frauen wie Patricia Genoud-Feldman oder Venerable Daw Vimalañani Salayay, die ich noch nicht kenne.

Wenn ich jetzt wieder an Wien denke, dann fallen mir folgende Frauen ein: Andrea Husnik von der tibetischen Gelug Tradition (https://gelugwien.at/ueber-uns/), Tina Draszczyk von der Karma Kagyu Sangha (http://www.karma-kagyu.at/ueber-uns/referentinnen.html), Sabine Putze vom Shambala Wien (https://wien.shambhala.info/) und  Erika Erber  (https://erber-yoga.at/home/yoga7-erika-erber).

Erika hat mich übrigens auf das spannende Buch „Das verborgene Licht“ aufmerksam gemacht, in dem die Hauptfiguren und Zen-Kundigen alle weiblich sind. Hier ein Artikel im Buddhismus aktuell dazu. Von Buddhismus aktuell ist es nicht weit zu Ursula Richard, der langjährigen früheren Chefredakteurin des Magazins (jetzt ist das Susanne Billig). Ich habe Ursula Richard kürzlich bei einem Online Event der Buddhistischen Akademie Berlin Brandenburg erlebt, auf deren Referent*nnenliste eine grosse Anzahl weiblicher Lehrender zu finden ist. Einige davon sind hier schon erwähnt, einige noch nicht, wie etwa Angelika BaurSister Dieu Ly, Annabelle Zinser,  Kirsten DeLeo  und noch viele andere mehr. Es ist spürbar, dass Vorstand und Kuratorium der traditionsübergreifenden buddhistischen Akademie von Frauen besetzt sind.

Auch unter den ÖBR RepräsentantInnen finden sich österreichweit für den Buddhismus sehr engagierte Frauen und Lehrerinnen: Marina Jahn (BGLD, ausserdem Vizepräsidentin und wundervolle „Zeremonienmeisterin“), Sylvie Hansbauer (Wien, ausserdem Vorsitzende der Buddhistischen Gemeinde) , Brigitte Bindreiter (OÖ) oder Inge Brenner. Letztere leitet das buddhistische Zentrum Bad Gams in der Steiermark und ist im interreligiösen Dialog Graz enorm engagiert.

Evi Zoepnik ist Vizepräsidentin des ÖBR und wird hier im ÖBR Magazin vorgestellt. Einem Medium, in dem immer wieder Lehrerinnen und engagierte Buddhistinnen aller Traditionen zu Wort kommen. Nicht zu vergessen Karin Ertl, die zuständig ist für die Ausbildung von buddhistischen ReligionslehrerInnen.

 Jetzt lasse ich es einmal gut sein. Das ist doch eine Fülle! Das hätte ich gar nicht gedacht, bevor ich diesen Beitrag begonnen habe. Was für ein Schatz.
Ich werde den Beitrag laufend erweitern… und freue mich über weitere Hinweise 🙂

 

Was wenn doch…

Dienstag, Januar 5th, 2021 von ulli

Kunst ist wirklich ein Lebensmittel. Eine Freundin hat mir dieses Video geschickt, und es passt gut zu den Visionen und Utopien fürs neue Jahr.

Immer zuversichtlich bleiben, alles andere macht ja keinen Sinn, so ähnlich hat es Sylvia Kolk zum Abschied ihres Kurses gestern formuliert. Solche Lieder sind Zunder für die Zuversicht. Ausserdem geht die Musik direkt ins Herz, und hat Gereimtes sowieso irgendwie magische Qualität .. Für mich jedenfalls…

„Stell dir vor, wir Menschen würden von nun an nur noch Dinge tun, die wir gern tun.. “ so fängt das Lied an.  Am besten schaust du dir das Stück „Das falsche Pferd“ selbst an und erfreust dich an Musik, Reim und Inhalt.

Ich habe zum Künstler Bodo Wartke auf Wikipedia nachgelesen und es gefällt mir gut, was er so alles macht. Unter anderem hat er die „Reimkultur GmbH & Co. KG“ gegründet, ein Unternehmen, das sich der  Gemeinwohl-Ökonomie  verpflichtet.

Ich werde mir beizeiten also noch mehr von diesem Herrn anschauen. Du auch? Hier ist seine Website: www.bodowartke.de

Und wenn ich schon bei Künstlern bin, die Zuversicht verbreiten, dann kann ich hier gleich auch den Kinder- und Jugendbuchautor Philipp Waechter erwähnen, dessen Weihnachtsmotiv mich sowas von fröhlich stimmt jedes Mal, wenn ich es anschaue. Auch wenn Weihnachten schon wieder vorbei ist..

weihnAuch zu diesem Künstler findet sich Bemerkenswertes in Wikipedia. Philip Waechter arbeitet gemeinsam mit sechs anderen freiberuflichen KünstlerInnen im Labor Ateliergemeinschaft, das bereits 1999 in Frankfurt am Main gegründet wurde. Da geht es kreativ zu!! Das sind Menschen, die Dinge tun, die sie gern tun.

Schon beim ersten Durchsehen stösst du auf ein BuchProjekt wie „Ich so, du so – alles super normal“. Dazu heisst es:
„Es ist ein Buch voller Bilder, Comics, Fotos und Geschichten von uns und von anderen, die Mut machen sollen, so zu sein, wie man ist, und andere sein zu lassen, wie sie sind – normal eben und ganz besonders!“

Womit sich der Kreis zu Bodo Wartkes Lied schliesst.

Lasst uns unser Potential und unsere Vielfalt leben!!

Ein anderer kann es noch schöner sagen:

„Der Planet braucht keine “erfolgreichen Menschen” mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten. Er braucht Menschen, die gut an ihren Plätzen leben. Er braucht Menschen mit Zivilcourage, bereit, sich dafür einzusetzen, um die Welt lebenswert und menschlich zu gestalten. Diese Qualitäten haben wenig mit der Art von Erfolg zu tun, wie er in unserer Kultur verbreitet ist.” – Dalei Lama

Gutes neues Jahr und eine Vision für die Zukunft

Sonntag, Januar 3rd, 2021 von ulli

Visionen schaffen Zukunft. Wie wärs mit einer ganz grossen Vision?

Ein Zusammenkommen mit Sinn

Samstag, Oktober 31st, 2020 von ulli


Susanne hat mir den link zu  Andreas Weber geschickt und ich habe seinen Vortrag „Für eine erotische Ökologie“ mit grosser Faszination gelauscht. Am besten hörst du dir das selbst an, und alles weitere auch:
Tage der Utopie

Da hörst du Aussagen zur „ersten und dritten Person Perspektive“, von einer „erotischen Beziehung“ zum Leben an sich, zu Quantenphysik und Relativitätstheroie…  „Liebe ist die Innenseite von Lebendigkeit“, „Wir wissen, wie es lebendig ist, von innen…“ Ist es nicht grossartig, wenn Menschen Worte für das „fast nicht Sagbare“ finden?

Da klingelt etwas in mir. Da klingelt vieles…

Nicht nur der Ansatz von Intersein von Thich Nhat Hanh  und die Bewegung der Tiefenökologie rund um Joanna Macy – dieser so grossartigen Frau –  fallen mir dazu spontan ein..

Sondern auch ganz aktuelle Bezüge. Themen, die mich eben bewegen:

 

Das passt so gut zum Buch von Michael Schmidt-Salomon, das ich eben mit Begeisterung und Andacht gelesen habe: Entspannt Euch! Schmidt-Salomon bezieht sich darin u.a. auf Albert Einsteins Einsichten und eine Weltsicht, die uns allen das Leben sehr viel erleichtern könnte. Besonders gefällt mir Schmidt-Salomons Idee der rationalen Mystik…

Er schreibt im Vorwort:

„Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches ist mir fremd“, lautete ein geflügeltes Wort der Antike. So sehr wir Menschen uns in unseren Eigenschaften auch unterscheiden mögen, letztlich verbindet uns untereinander sehr viel mehr, als uns trennt. Daher glaube ich, dass die Einsichten, die mir geholfen haben, eine entspanntere, gelassenere und humorvollere Haltung zur Weltzu entwickeln, möglicherweise auch dir helfen könnten, die „neue Leichtigkeit des Seins“ zu erfahren.

Dabei hat dieses Buch nichts, aber auch rein gar nichts, mit esoterischen Heilslehren zu tun! Im Gegenteil: Ich werde versuchen, dir eine möglichst klare, rationale Sicht der Dinge zu vermitteln. Wenn du dich darauf einlassen kannst, wirst du schon bald eine Lebenshaltung entwickeln, die der große Physiker und Menschenfreund Albert Einstein (wie wir im Verlauf des Buches noch sehen werden) als eine „unerschöpfliche Quelle der Toleranz“ begriffen hat, welche ihm „beim Erleiden der Härten des Lebens immer ein Trost gewesen“ ist – nicht zuletzt auch deshalb, weil sie „besonders dem Humor sein Recht lässt“.

Was noch dazu passt, obgleich es von einer ganz anderen Ecke kommt,  ist der spannende Ansatz von Thomas Hanna zu „Hanna Somatics„.  In einer Weiterentwicklung von Feldenkrais`Ansatz geht Hanna  Muskelverspannungen auf den Grund und führt sie auf stresserzeugte Reflexmuster  (wie wir sie mit Tieren gemein haben) und „sensomotorische Amnesie“ zurück. Ein Blitzlicht dazu: Die Aussenperspektive auf einzelne Muskeln sei zu kurz gegriffen und muss zur Heilung mit einer gefühlten Innenperspektive („Soma“) verbunden werden. Das Untersuchen von aussen, das Messen, Zählen und Konzeptualisieren reicht nicht – es braucht auch unser Fühlen. Das Fühlen von innen heraus, das niemand für uns erledigen kann – zum Glück 😉

Somatics by Thomas Hanna - AbeBooksIn Deutschland hat Beate Hagen, eine Schülerin von Thomas Hanna, den Ansatz zu Sensomotorics weiterentwickelt.

Das muss ich mir ein ander Mal noch näher anschauen.

Ich habe das Buch „Hanna Somatics“ noch gar nicht fertig gelesen, aber ich finde es ganz wundervoll und hilfreich!

 

 

 

Da ist noch ein Buch, das auf meiner Warteliste steht, und ich ahne schon, dass auch das zu diesem Zusammenkommen beitragen wird: „Mut zu wachsen“ von Wilfried Ehrmann.

BildEr beschreibt den Inhalt so:

„In „Vom Mut zu wachsen“ stelle ich die Menschheitsgeschichte als Evolution des Bewusstseins in sieben Stufen dar.  Sie ist mit der inneren Entwicklung, die wir alle durchlaufen, verbunden. Dabei stoßen wir in jeder Stufe auf Ängste und Schatten und auch auf Ressourcen und kreative Impulse. Das innere Wachstum wird von einer Kraft angetrieben, die uns den Mut gibt, zu wachsen und zu heilen.“

Tja, das ist die Klammer… dieses kollektive und persönliche Wachsen zu neuen Perspektiven und neuen Erfahrungen und zu einem anderen Umgang mit uns selber und Welt. Wir sind grad mittendrin. Nur Geduld.

Und Geduld üben…

 

 

Sylvia Kolk

Montag, Oktober 12th, 2020 von ulli

Ich habe hier schon öfter von dieser wunderbaren Meditationslehrerin geschwärmt, einer Frau, der es vortrefflich gelingt, Bewusstseinsarbeit mit politischem Engagement und moderner Didaktik zu verbinden. Da ich die letzten 13 Jahre auf Retreats zu ihr fahre, kann ich die Qualität ihrer Lehre am eigenen Leib – und v.a. am eigenen Geist – voll anerkennen. Danke Sylvia!

Nun gibt es ein neues Interview mit ihr im Buddhismus aktuell:

Interview mit Sylvia Kolk Teil 2.

Schon im Juli gab es Teil 1. Was für eine Freude, dass Sylvias Ansichten verstärkt Verbreitung finden. Sie sind so ungemein wichtig.

Auch ihr Abschied von dem von ihr gegründeten buddhistischen LKW Zentrum ist sorgfältig durchdacht und begleitet:  Hier könnt ihr euch das Video dazu ansehen.

Wer von euch nun Lust hat, per Livestream bei Sylvias Vortrag am 18.10.2020 um 19.00  im Buddhistischen Stadt-Zentrum dabei zu sein, kann sich gerne noch anmelden. Thema: „Die Nicht-Ich-Lehre im 21. Jahrhundert: Vom Ego zum Öko“.

Ich werde sicher auch dabei sein.

Kinderbücher zum Thema Tod und Vergänglichkeit

Montag, September 7th, 2020 von ulli

IDer Tod gehört zum Leben | BIORAMAch habe Martina nur kurz gefragt, ob sie mir vielleicht einen Tipp zum Thema geben könnte… und binnen kurzen sind die Tipps nur so gesprudelt..

Wo fangen wir an. Am besten bei einer

Übersicht im Standard:

Vergänglichkeit – Kinderbücher zum Thema Tod – eine Auswahl

7 Bücher werden in dem Beitrag kurz vorgestellt, und die Beschreibung klingt so spanned, dass man sie am liebsten gleich alle in der nächsten Bücherei bestellen würde ..

 

Als ganz neues Buch für Kinder ab 5 Jahren ist Martina dieses hier eingefallen:

Mechthild Schroeter-Rupieper, Imke Sönnichsen: Geht Sterben wieder vorbei? Antworten auf Kinderfragen zu Tod und Trauer

Der Baum der Erinnerung wurde von Britta Teckentrup geschrieben und wird als „Der Klassiker zum Thema „Abschied nehmen“ vorgestellt (Verlag und Leseprobe):

„Das Bilderbuch vermittelt einfühlsam Kindern ab 4 Jahren, aber auch Erwachsenen, dass der Tod eines geliebten Menschen keinen endgültigen Abschied bedeutet. Die zeitlose Botschaft wird durch die Perspektive von Waldtieren erzählt, deren Freund gestorben ist. Die ruhigen Illustrationen von Britta Teckentrup unterstreichen die poetische Geschichte.“

Ein Film: Der alte Dachs…

„Eines Tages beobachtete der Dachs, wie der Maulwurf und der Frosch den Hügel hinunter liefen. Er wäre gern mit ihnen gelaufen, doch er wusste, dass seine alten Beine es nicht erlauben würden. Der Dachs war schon sehr alt, und er wusste fast alles. Er war so alt, dass er wusste, er würde bald sterben…“

so beginnt das Video  „Der alte Dachs – Die Sendung mit der Maus“ , das für alle Altersstufen gut geeignet ist und rund 7 Minuten dauert.

Lektüre für Kinder und Eltern…

Prinzipiell sind ja alle Kinderbücher auch für die Grossen interessant. Wir haben ja alle noch unsere inneren Kinder in uns, die oft mehr verstehen als „die Grossen“.

Das Buch, das die Kinder mit ihren Eltern lesen sollten, ist dieses: Melanie Brockamp / Patricia Mennen: Abschied, Tod und Trauer

In der Beschreibung dazu heisst es: „Der Tod macht uns sprachlos, doch Kinder fragen trotzdem: Was passiert, wenn man stirbt? Wie trauern wir? Darf ich lachen, wenn ihr traurig seid? Was ist eine Beerdigung? Dieses Buch bietet Antworten und hilft dabei, mit Kindern offen und ehrlich über den Tod zu sprechen. Mit einfühlsamen Bildern und Sachtexten.“

Ente, Tod und Tulpe

so heisst eins der Bücher (von Wolf Erlbruch), das im Standard Artikel schon vorgestellt wurde. Hier ein kleiner Trickfilm (10 min) dazu. Ich hab ihn mir eben angesehen, er ist schön traurig, traurig schön und von feiner Poesie.

Beim Dachsfilm und bei dem „Baum der Erinnerung“ geht es um „Erinnerungen“ bzw. um das Begreifen des Todes…
„Abschied, Tod und Trauer“ und „Geht sterben vorbei“ sind eher „Sachbücher“, in denen alles zum Thema Tod behandelt wird….

so Martinas Beschreibung abschliessend.

Martina ist eine von mir sehr geschätzte Kollegin aus der Hospizgruppe Horn, die einen „Trauertreff für Kinder & Jugendliche“ ins Leben gerufen hat.

Danke Martina!!

Nachtrag (ich werde die Sammlung laufend erweitern):

Ein schräges Buch für Kinder ab 5: Das platte Kanninchen

und ein Film: Der Leben- und Sterben-Check | Reportage für Kinder | Checker Tobi

und nicht zu vergessen: Die Sarggeschichten, wo es heisst:

„Wir machen Kurzfilme über das Sterben, über Abschiednehmen und Beerdigen und über Trauern und Erinnern. Unsere Filme stehen allen Menschen kostenlos zur Verfügung. Die Sarggeschichten können Gedankenanstöße sein für Zwischendurch oder als Impulse und Bildungsangebote für Kitas, Schulen, Jugendclubs oder Seniorengruppen verwendet werden.“

Noch mehr Tipps von Martina

Das Trauerland Spiel

Dazu heisst es auf der Website des Verlags: „Das Trauerland-Spiel ermöglicht es, in der Psychotherapie und Pädagogik einen altersgemäßen Zugang zum Thema Tod und Trauer zu finden.“

Und hier aus dem Wiener Bestattungsmuseum:

Der Tod aus LEGO: Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof präsentiert LEGO-Produkte

..

 

 

Alles Gute zum Geburtstag!

Montag, Juni 29th, 2020 von ulli

Das ist das letzte Video der Zoom Sessions mit Jon Kabat-Zinn, die zur Zeit der Corona Pandemie über 13 Wochen wochentags gelaufen sind: 66 Abende!!  Was für ein Reichtum. Du kannst hier jederzeit in diese Video Schatzkiste bei Wisdom 2.0 greifen. Ich war öfter dabei und es war wirklich etwas ganz Besonderes. Ganz betroffen gemacht hat mich das erste Mal, als am Ende der Sitzung die Mikros frei geschalten wurden und Hunderte Menschen gleichzeitig in allen Sprachen Danke und Hallo sagten, ein Durcheinander der besonderen Art. Wunderschön.

Jon spricht in diesem letzten Video einige wertvolle Ressourcen an, die ich hier sammeln will:

https://www.mindandlife.org/ bzw. https://www.mindandlife-europe.org/

https://www.centerhealthyminds.org  gegründet von Richard Davidson

https://www.buddhistinquiry.org/

sowie die Bücher:
Rainbow Painting by Tulku Urgyen

Democracy in Chains: The Deep History of the Radical Right’s Stealth Plan for America by Nancy MacLean

The Age of Surveillance Capitalism: The Fight for a Human Future at the New Frontier of Power by Shoshana Zuboff

Auch die wertvollen Bücher von Yuval Noah Harari werden öfter angesprochen.

Es ist die Verbindung von Innerer Arbeit und äusseren kulturellen gesellschaftlichen Bedingungen, die hier hergestellt wird. Das gefällt mir. So fragt Jon Kabat-Zinn inmitten seiner Ausführungen:  „Are you free from hatred, greed and delusion?“

(Wäre Jon Kabat-Zinn in Europa zu Hause, hätte er vermutlich folgende zwei Ressourcen hinzugefügt: Bodhi College und Sylvia Kolks „Umdenkprozesse“. Auch hier werden die Lehren des Buddhismus mit aktuellen gesellschaftlichen Themen verbunden und nutzbar gemacht.)

Bei den frei zugänglichen Online Treffen (die auch über Youtube live verfolgt werden konnten) waren täglich 1000 Teilnehmende aus allen Zeitzonen und Weltgegenden versammelt, die ihre Situation schildern und Fragen stellen konnten. Aus Jons Antworten konnten wir alle viel lernen.

Ein Ende, das ein Neuanfang ist…

Aus der wunderbaren Initiative ist ein Projekt entstanden, die Community Map of Love Website. Sie wurde Jon zu seinem 76. Geburtstag geschenkt. Da heisst es:

What started as a 13-week-retreat built uncountable connections between participants, started individual transformations and keeps unfolding moment by moment.

​Our intent with this website and the Map of Love is to offer a space for the community to facilitate whatever is unfolding. We provide access to the Map of Love, share resources related to the retreat, allow people to connect via the communication platform Slack and get informed about community events.

May this be an anchor and a reminder that our true refuge is in the heart. 

Frankreich zeigt, wie es gehen könnte

Samstag, Juni 27th, 2020 von ulli
 Der Newsletter der Süddeutschen Zeitung hat mich eben richtig zuversichtlich gestimmt…

So könnte es gehen.. Ich würde sofort zusagen, wenn mein Telefon klingelte. Und du?
Was würdest du tun?IMG_2916

 Der Newsletter von Pia Ratzesberger von der Süddeutschen Zeitung in vollem Wortlaut:
Liebe Frau Pastner,

stellen Sie sich einmal vor, in dieser Sekunde würde ihr Telefon klingeln. Sie nähmen den Hörer ab und eine unbekannte Stimme am anderen Ende der Leitung fragte Sie, ob Sie nicht bei einem neuen Gremium mitmachen wollten, das von nun an die Politik beraten solle – Sie und 149 andere Menschen aus Deutschland.

Nehmen wir einmal an, Sie würden Ja sagen. Sie würden die anderen 149 kennenlernen, die von dem Anruf genauso überrascht gewesen wären wie Sie, und gemeinsam würden Sie eine Art vielfach verkleinertes Deutschland abbilden, weil die Menschen am anderen Ende der Leitung bei allem Zufall darauf geachtet hätten, dass alle Generationen und alle Milieus vertreten wären.

Müssten Sie und die anderen 149 Menschen nun, sagen wir mal, konkrete Vorschläge zur Klimapolitik ausarbeiten –  glauben Sie, Ihre Vorschläge würden weiter gehen als die der deutschen Bundespolitik?

Wenn ich hier in meiner Wohnung aus dem Fenster schaue und die Parkplätze sehe, die breiten Autos, die übervollen Müllcontainer, diese eine Baustelle, auf der Arbeiter gerade die Erde ausheben müssen, damit dort irgendwann Besitzer teurer Appartements mit ihren Limousinen in die Tiefgarage kurven können – dann wäre ich nicht allzu optimistisch.

Deshalb hat mich eine Nachricht aus Frankreich diese Woche auch ziemlich überrascht.

Dort nämlich gibt es nun ein solches Gremium, einen Klimarat mit 150 Menschen aus ganz Frankreich, aus allen Regionen, allen Generationen. Dieser Rat hat in der vergangenen Woche seine Vorschläge dazu präsentiert, wie Frankreich innerhalb der nächsten zehn Jahre seine Treibhausgasemissionen um 40 Prozent reduzieren soll – wie gesagt, niemand wurde in den Rat gewählt, weil er sich ohnehin schon für Klimaschutz engagierte oder sich für das Thema interessierte.

Trotzdem gehen die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger Frankreichs viel weiter, als es die Politik sich bislang traut.

Eine Auswahl der 149 Empfehlungen: Auf Autobahnen soll in Zukunft ein Tempolimit von 110 Kilometern pro Stunde statt 130 Kilometern gelten. In fünf Jahren soll es keine Inlandsflüge mehr geben, keine neuen Flughäfen sollen mehr gebaut werden. Es soll keine Werbung mehr für Produkte geben, die besonders klimaschädlich sind, wie etwa SUVs, keine Fleischgerichte in Kantinen und keine Beleuchtung von Geschäften in der Nacht.

Die Vorschläge reichen von detaillierten Empfehlungen bis hin zu grundlegenden Änderungen der Verfassung: Der Klimaschutz soll in die erste Präambel aufgenommen werden; der Schutz der Umwelt hätte dann den gleichen Status wie der Schutz des Individuums, schreibt Annika Joeres auf Zeit Online, wäre also leichter einzuklagen. Der Rat der Bürgerinnen und Bürger empfiehlt zudem, den Tatbestand des Ökozids, also der Zerstörung der Umwelt, ins französische Strafrecht mit aufzunehmen, auch das würde Prozesse gegen Klimasünder leichter machen.

Die Vorschläge sind erst einmal nur Vorschläge und nicht rechtlich bindend, aber Staatspräsident Emmanuel Macron wird sich sehr wohl mit ihnen auseinandersetzen müssen, da er den Klimarat selbst ins Leben gerufen hat. Der Rat war seine Idee, um dem Populismus der Gilets jaunes, der Gelbwesten, die vor allem im Protest gegen die CO₂-Steuer des Präsidenten zusammenfanden, mehr Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger entgegenzusetzen.

Nun ist direkte Demokratie eine komplizierte Sache, und es gibt genügend gute Gründe, warum wir eine repräsentative Demokratie haben, auch wenn sie in unserer polarisierten Gesellschaft oft unter Druck steht.

Das Experiment aus Frankreich ist umso wichtiger, weil es beweist, dass direkte Elemente innerhalb einer repräsentativen Demokratie manches offenlegen können, was sonst verborgen bliebe – etwa die Tatsache, dass die Bevölkerung im Klimaschutz schon viel weiter ist als ihre politischen Vertreter. Das französische Gremium nimmt seine Verantwortung dabei durchaus ernst: Der Bürgerrat will nämlich nicht alle seiner Vorschläge zur allgemeinen Abstimmung stellen, sondern nur zwei (die Änderung der Verfassung sowie den Tatbestand des Ökozids), weil seine Mitglieder selbst der Meinung sind, dass die anderen Themen zu komplex seien, um ihnen mit einer Abstimmung gerecht zu werden.

Raphaël Glucksmann, ein französischer Aktivist und mittlerweile Politiker im Europaparlament, hat vor zwei Jahren in seinem Buch „Die Politik sind wir“ argumentiert, dass nur, wenn die Menschen wieder über Wahlen hinaus an der Politik teilnähmen, sie wieder zu aktiven Staatsbürgerinnen und Bürgern werden würden: „Um die Folgen des Klimawandels abzumildern, müssen wir unsere Fernbedienung weg- und unsere clownesken Gewohnheiten ablegen. Wir müssen Bürger werden. Wir müssen unser komisches Verhältnis zur Welt hinter uns lassen, das auf der Idee basiert, jedes Problem sei letztlich ein Missverständnis.“

Er schreibt dann weiter, dass es dazu natürlich noch viel größerer Veränderungen bedarf als lediglich neuer Gremien, damit alle wieder zu aktiven Bürgerinnen und Bürgern werden können – weil man auch die Ressourcen und die Zeit dafür haben muss. Und da wären wir schon bei der nächsten Debatte, bei der ums Grundeinkommen. Vielleicht könnte auch da ein neuer Rat ganz hilfreich sein.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Pia Ratzesberger

(mehr …)

From What is to What if

Donnerstag, Mai 28th, 2020 von ulli

Ich besuchte Anfang Mai den Online Kongress von Global 2000 „Visions for Transition“, bei dem es um notwendige Veränderungen im Bereich der Landwirtschaft ging. Hier eine Zusammenschau der engagierten Veranstaltung:


Der erste Tag drehte sich – in zwei parallelen Sessions –  in vielfältigen Beiträgen um die besorgniserregenden Entwicklungen und Auswirkungen des Agrarbereichs und war wegen technischer Schwierigkeiten ein wenig anspruchsvoll. Dennoch möchte ich dir die spannenden Vorträge ans Herz legen. Am besten gehst du die Videos der beiden Tage durch, die online auf Englisch und Deutsch (und sogar slowakisch) verfügbar sind.
Am zweiten Tag war dann alles leichter, die Technik und die Inhalte. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir zwei Vorträge:

Von Holobionten…

Der fundierte Beitrag von Martin Grassberger: Überleben als Holobiont, in der er über unser Zusammenleben mit Mikroben spricht und Bezüge herstellt zwischen der Artenvielfalt im menschlichen Darm und der im landwirtschaftlich genutzten Boden. Mit den neuesten wissenschaftlichen Befunden wird auch unser Selbstverständnis als menschliches Individuum in Frage gestellt: Wer sind wir eigentlich, und wie sind wir von den in und auf uns lebenden Mikroben bestimmt? Ich habe dann gleich weiter recherchiert und einen zweiten sehr informativen Vortrag von Grassberger im Netz gefunden: Holobionten und ihr Mikrobiom. Der Vortrag wurde im Rahmen des Symposions „Aufbauende Landwirtschaft“ der Gemeinschaft Tempelhof gehalten, auch das eine sehr interessante Initiative.  Was es schon alles gibt!

Imagination statt Frustration

Begeistert hat mich in jeder Hinsicht der Vortrag von Rob Hopkins. Ja, ich glaube, ich bin jetzt ein absoluter Rob Hopkins Fan. Der junge Mann ist, wie es auf Wikipedia heisst, „ein britischer Dozent und Umweltaktivist, der vor allem als Begründer der Transition-Towns-Bewegung bekannt wurde.“ Von der britischen Zeitung „The Independent“ wurde Hopkins unter die 100 wichtigsten Umweltschützer des Landes gewählt. Am besten schaust du dir seinen Vortrag selbst an und lässt dich anstecken von der Kraft der Imagination: „From Imagination to Transition: Welche Kräfte verhindern Transformation, welche begünstigen sie?“

In der Vorschau zu seinem Vortrag heisst es:

„Immer mehr Menschen – ganz besonders junge – nehmen vor dem Hintergrund der großen ökologischen Krise die Zukunft als zunehmend düster und bedrohlich war. Aber muss sie das sein? Nein, meint Rob Hopkins ‒ wir haben die Fähigkeit, dramatische Veränderungen zu bewirken. Sollten wir scheitern, dann nur, weil wir unser wichtigstes Werkzeug verkümmern lassen: die menschliche Vorstellungskraft, also die Fähigkeit, die Dinge so zu betrachten, wie sie sein könnten. Das heißt die Fähigkeit zu fragen „Was wäre, wenn…?“ und wenn es jemals eine Zeit gab, in der wir diese Fähigkeit brauchen, dann jetzt.“

 

Hier sein Blog „Imagination taking Power“ und hier sein neuestes Buch „From What is to What if“ , das hoffentlich die Welt ein wenig bunter macht!

Das absolute Highlight der Konferenz war ein Zoom Workshop mit Rob Hopkins, wo wir in kleinen Gruppen der Frage nachgingen „Was wäre wenn…“. Es wurde ein Feuerwerk an Kreativität und die Stimmung, die sich bei mir und den rund 80 Teilnehmenden entwickelte, lässt mich noch heute lächeln. So entsteht Zuversicht. Der Workshop war von den global 2000 OrganisatorInnen grossartig professionel moderiert und gestaltet. Hier kannst du dir die visuell sichtbar gemachten Ideen sogar ansehen.

Als ich ein wenig im Netz weitergesucht habe, bin ich auf  dorfuni.at – „Bildung für Alle Allerorts“ gestossen. Noch eine spannende Initiative, die in der Steiermark gegründet wurde. Dort war Rob Hopkins am 18.Mai 20 zu Gast, und dieses Video aus dem Videoarchiv der Dorfuni werde ich mir JETZT anschauen.

Was wäre wenn…. wir – mehr als allem anderen – unseren Visionen und Sehnsüchten folgen würden ?

Nachtrag: Da sind schon einige vom Fragen ins Handeln gekommen: Eine besonders interessante Initiative im landwirtschfaftlichen Bereich ist SEZONIERI – eine Kampagne für die Rechte der Erntehelfer_innen in Österreich. Hier einige Links dazu:

https://mosaik-blog.at/erntearbeiter-ausbeutung-corona-sezonieri/

http://www.sezonieri.at/

http://www.sezonieri.at/publikationen/  (Kurzvideos)

Nachtrag 2: Auch die Voices of Climate Change zum Klimavolksbegehren zeigen anschaulich, worum es geht…