Amitayus

amitayusAmitayus heisst ein Retreatkloster in der Gegend von Dresden. Es ist nur geübten Meditierenden zu empfehlen, aber diesen dafür sehr. Sein Gründer ist der Ehrwürdige Thích Hạnh Tấn (nicht zu verwechseln mit dem weitaus bekannteren Meditationslehrer Thích Nhất Hạnh).

Im Amitayus lebt eine Gemeinschaft vietnamesischer Mönche und Nonnen, die die Gäste herzlich empfangen und mit ihnen teilen, was sie selbst geschenkt erhalten. Alles, was du dort siehst und konsumierst, ist auf reiner Dana Basis (Praxis der Grosszügigkeit) zustande gekommen. Schon unfassbar, dass es möglich ist, bei uns im Westen ein derart grosses buddhistisches Zentrum auf reiner Spendenbasis zu führen!

Teilweise werden themenbezogene Meditationsseminare angeboten, wie eben das von mir im April besuchte Einsichtsdialogseminar mit Bhante Sukhacitto. Wirklich eine unvergessliche Erfahrung: Grossartiger Lehrer, wunderbare Gruppe, inspirierende Methode und eben dieses Haus, das Amitayus.

Das Amitayus liegt am Ende eines Dorfes im sächsischen Erzgebirge auf 600 Metern Höhe, und wochentags kommst du von Dresden aus mit dem Schülerbus hin. Wochenends bist du auf Mitfahrgelegenheiten oder Taxi angewiesen. In drei grossen Gebäuden finden sich die Unterkünfte der HausbewohnerInnen, Gästehaus, Küche und Speisesaal, Bibliothek und das Herzstück: Meditationsräume für drei unterschiedliche buddhistische Richtungen. Damit ist, soweit ich weiss, das Amitayus in Europa einzigartig: Du kannst nach Mahayana (Reiner Land), Theravada und tibetischer (Vajrayana) Tradition praktizieren und  findest für jede dieser Richtungen die gewohnte Umgebung in einer eigenes dafür gestalteten Meditationshalle.

Am letzten Tag unseres Aufenhalts hat uns Bhiksu Thich Thong Trach durchs Haus geführt. Wie eine Führung durch die Vielfalt des Buddhismus! Für mich waren manche der prunkvollen Buddhastatuen und Utensilien schon sehr ungewöhnlich. So gibt es für die einen Praktizierenden eine Vorrichtung für Niederwerfungen (tibetische Richtung), für andere hängen Seile an der Wand, um sich wachzuhalten (wenn tagelang ohne zu schlafen bestimmte Worte rezitiert werden).

Die Landschaft ist wunderschön, ein rauschender Bach zieht vorbei und sein Geräusch ist oft alles, was  bei den Schweigeseminaren zu hören ist. Bis auf das gelegentliche Bellen der beiden Hunde und das Blöken der hauseigenen Schafe.

Besuchst du das Zentrum, so bleibst du mindestens 5 Tage und teilst den Rhythmus der Hausgemeinschaft. Neben der Mithilfe im Haus, bedeutet das sehr frühes Aufstehen. Die erste Meditationsübung beginnt um 4 Uhr früh, die letzte endet um 21 Uhr. Das braucht schon einiges an Disziplin und Kraft.

Mein Geist war nach den 5 Tagen weit und klar wie schon lange nicht. Ich habe den letzten Nachmittag vor der Heimreise in der Sächsischen Schweiz am Elbufer gesessen – was für eine wunderschöne aussergewöhnliche Landschaft! – und mein Resume war: Mein anstrengendstes und zugleich wirkungsvollstes Meditationsseminar. Ich möchte keine Sekunde davon missen.

Danke Bhante Sukhacitto, Danke Thích Hạnh Tấn, Danke Amitayus und an alle, die dieses Kloster bewohnen und so grosszügig unterstützen!!

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