Posts Tagged ‘Klimawandel’

Teil der Lösung

Mittwoch, Januar 15th, 2020 von ulli

DSC00623Florian schreibt zu Beginn seines neu eingerichteten Blogs https://teilderloesung.blogspot.com

„Willkommen auf meinem neuen Blog Teil der Lösung!

Heute ist Dienstag, der 31. Dezember 2019 und ab morgen starte ich ein Experiment. Ich habe beschlossen, was den Klimawandel angeht, nicht mehr Teil des Problems zu sein. Damit löse ich keine globalen Probleme, aber ich tue zumindest das, was in meiner Macht steht.

Diesen Blog schreibe ich aus zwei Gründen:
– Erstens, um den Druck auf mich selber zu erhöhen. Es wird nicht immer leicht sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Da hilft es sicher, wenn ich weiß, dass mich andere dabei beobachten, wie/ob ich meinen vollmundigen Neujahrsvorsatz tatsächlich umsetze…

– Und zweitens eröffnet sich durch den Blog zumindest die Möglichkeit, dass andere Lust bekommen, ein ähnliches Experiment zu wagen…“

Und ich bin schon angesteckt! Als erstes habe ich meine persönliche CO2 Bilanz berechnet. Auf der Website, die von Florian getestet und empfohlen wurde:
CO2-Rechner des deutschen Umweltbundesamts

Als Vegetarierin und Nicht-Fliegerin liege ich unter dem österreichischen Durchschnitt, was mich freut. Gleichzeitig liegt der Wert immer noch um ein Vielfaches zu hoch, wenn ich mir Florians Ausführungen zu den Sollwerten durchlese. Beim Durchgehen der einzelnen Punkte habe ich herausgefunden, wo das meiste C02 anfällt, bei uns etwa bei Wohnen und Heizung. Es war auch ganz gut, sich mal den jährlichen Stromverbrauch anzuschauen und die gefahrenen Kilometer zu schätzen. Wir haben schon mehrere Jahre eine Solaranlage fürs heisse Wasser. Die im Dezember installierte Photovoltaikanlage wird erst nächstes Jahr ihre Wirkung zeigen. Das fühlt sich schon jetzt gut an. Das Berechnen hatte also auch gleich einen Lern- und Motivationseffekt.
Willst du es nicht auch versuchen?

Florian hat sich einen Zielwert vorgenommen, den er erreichen will. Ich habe seinen Newsletter abonniert und werde sein Vorhaben verfolgen. Auch wenn ich glaube, dass aktuell besonders Politik und Wirtschaft gefordert sind, finde ich seine persönliche Initative inspirierend und grossartig. Es braucht beides, Initativen von oben und unten, kollektive und individuelle Veränderung.
Wie hiess doch dieses afrikanische Sprichwort?
Viele kleine Leute
an vielen kleinen Orten,
die viele kleine Dinge tun,
werden das Angesicht der Erde verändern.

Was meinst du? Was tust du? Was würdest du gerne tun?

 

Greta Thunberg in Madrid: „People can change“

Donnerstag, Dezember 12th, 2019 von ulli

Wie schon die letzten Male wollte ich Greta Thunbergs Rede bei der UN Climate Change Conference (COP25) in Madrid nicht mit störender Übersetzung, sondern im Original hören. Ich finde Stimme und Wortwahl so eindrücklich, dass es das braucht. Es war gar nicht so einfach, ein entsprechendes Video zu finden.

Mir gefällt, wie Greta Thunberg in ihren Reden niemals vergisst, die Ungleichheit anzusprechen. Wusstest du, dass 10% der Reichsten die Hälfte aller CO2 Emissionen zu verantworten haben? Dagegen vereinen sich auf 50% der Ärmsten nur 10%.

Alle relevanten Änderungen seien historisch immer von unten, den Menschen, nicht von den Regierungen ausgegangen, sagt Greta Thunberg, und kritisiert die Suche der Regierungen nach Schlupflöchern.

In diesem Standardbeitrag ist Thema, wie sehr NGOs und  Jugendliche von der Konferenz enttäuscht sind.

2020 naht, das Jahrzehnt, das entscheidend sein wird für den Umgang der Menschen mit ihren Lebensgrundlagen.

Greta Thunberg ist eben „Time Persönlichkeit des Jahres“ geworden.  Auf Twitter schreibt sie:
„Wow, this is unbelievable! I share this great honour with everyone in the #FridaysForFuture movement and climate activists everywhere.“

Wer hätte vor einem Jahr noch gedacht, dass ein junges Mädchen so viel bewegen kann? Wenn so etwas möglich ist, was ist dann noch alles möglich?

But beautiful

Dienstag, November 26th, 2019 von ulli

Filmtipp: „BUT BEAUTIFUL“ - Frankfurter Ring - Moderne ...Was für ein schöner Film eben in den Kinos läuft. Ich habe ihn im Stadtkino Horn gesehen: But beautiful von Erwin Wagenhofer

Mehr wie ein Musikstück als ein Film. Ohne grosse Erklärungen, ohne Analysen, ohne Besserwisserei. Die Erzählungen wie eine Melodie. Eine Melodie, die beschwingt.

Ein Film, der bestärkt und unterstützt. Von SolarMamas in Indien, innovativen Förstern in Österreich, Holzhäusern ohne Heizung, Perma Kultur auf Las Palmas und den Weisheiten des Dalai Lama. Ich wusste übrigens nicht, dass er eine Schwester hat, eine sehr kluge Person.

Wundervoll langsam mit poetisch schönen Bildern und mit Menschen, die du am liebsten abküssen würdest, so authentisch und kraftvoll sind sie. Mit allen Einstellungen sagt der Film, „ja es geht“. – Ja, es ginge.

Mir gefällt das Resümee:  wenn wir mit der Veränderung bei uns selbst anfangen, verändern wir die Welt. Wir brauchen nicht endlos über die anderen jammern und klagen, sondern können fröhlich uns selbst verändern und damit Beispiel sein und uns kraftvoll an politischen Prozessen beteiligen.

„Nichts existiert unabhängig“ heisst es im Untertitel des Films. Deshalb kannst du nichts folgenlos tun. Alles, was du denkst, sagst und tust, hat Wirkung.
Weisst du, was du denkst? Hörst du, was du sagst? Siehst du, was du tust?

Schön, was Erwin Wagenhofer hier getan hat. Danke.

*+*+*+

Falls Du im Waldviertel lebst oder hierher einen schönen Ausflug machen willst, dann solltest du unbedingt das Stadtkino Horn besuchen. Hier laufen immer besondere Filme, ist die Atmosphäre „Kino pur“ und die liebevolle Tradition eines gediegenen Familienbetriebs spürbar. Danke an die Familie Meingast für Ihr jahrzehntelange cineastisches Wirken!

XR

Freitag, September 20th, 2019 von ulli

20170923_134617XR ist die Abkürzung für „Extinction Rebellion.“
Die Beschreibung in Wikipedia ist so punktgenau, dass ich sie hier übernehmen mag.

„XR ist eine weltweite Bewegung, die sich mit Mitteln des zivilen Ungehorsams gegen das Massenaussterben von Tieren und Pflanzen und das mögliche Aussterben der Menschheit als Folge der Klimakrise und der Vernichtung von Lebensraum einsetzt. Die Bewegung entstand aus Vorläufern 2018 im Vereinigten Königreich und hatte 2019 in mindestens 49 Ländern auf sechs Kontinenten 331 Ortsgruppen.“

In Deutschland gibt es sie schon länger: extinctionrebellion.de/
In Österreich entsteht eben eine Gruppe: xrebellion.at

Mir gefallen die Grundsätze der Bewegung, die politische, soziale und persönliche Anliegen berücksichtigen. Hier sind sie in 10 Punkten (auf der Website) zusammengefasst:

PRINZIPIEN & WERTE

Alle, die diese Prinzipien und Werte beherzigen, können im Namen der Extinction Rebellion handeln.

  1. WIR HABEN EINE GEMEINSAME VISION DER VERÄNDERUNG

Eine Welt zu schaffen, die auch für zukünftige Generationen lebenswert ist.

  1. UNSER FOKUS LIEGT AUF DEM ERREICHEN DES NOTWENDIGEN

Nämlich die 3,5% der Bevölkerung zu mobilisieren, die nötig sind, um Systemveränderungen durchzusetzen – dafür nutzen wir Ideen wie “Momentum-gelenkte Organisation”.

  1. WIR BRAUCHEN EINE REGENERATIONSKULTUR

Wir schaffen eine Kultur die gesund, anpassungsfähig und belastbar ist.

  1. WIR FORDERN UNS UND DAS TOXISCHEN SYSTEM, IN DEM WIR LEBEN, ÖFFENTLICH HERAUS

Wir verlassen sichtbar unsere Komfortzonen, um aktiv mit zivilem Ungehorsam Veränderungen zu erreichen.

  1. REFLEXION UND LERNENALS ENTSCHEIDENDE FAKTOREN

Wir folgen einem zyklischen Prozess aus Aktion, Reflexion, Lernen und dem Planen weiterer Aktionen. Wir entwickeln uns weiter basierend auf der Erfahrung anderer Bewegungen, sowie unserer eigenen.

  1. ALLE SIND WILLKOMMEN – SO WIE SIE SIND

Wir arbeiten aktiv daran ein geschütztes und zugängliches Umfeld zu schaffen.

  1. WIR STELLEN MACHTSTRUKTUREN IN FRAGE

Wir wollen hierarchische Machtstrukturen aufbrechen, um eine gerechtere Mitbestimmung zu ermöglichen.

  1. WIR VERMEIDEN ANSCHULDIGUNGEN UND HETZE

Wir leben in einem toxischen System, doch daran sind keine Individuen schuld.

  1. WIR SIND EINE GEWALTFREIE ORGANISATION

Wir nutzen gewaltfreie Strategien und Methoden als effektivstes Mittel, Veränderungen herbeizuführen.

  1. WIR BASIEREN AUF AUTONOMIE UND DEZENTRALITÄT

Gemeinschaftlich erschaffen wir die Strukturen, die nötig sind um bestehende Machtverhältnisse herauszufordern.

Schon erstaunlich, was die Zivilgesellschaft dieser Tage alles hervorbringt. Findest du nicht auch?

Nachtrag

Und hier gibt es jetzt auch ein Buch dazu!
Mit einem Beitrag von Jem Bendell.. Wann wenn nicht wir

Was die Zukunft betrifft…

Donnerstag, September 19th, 2019 von ulli

Grafik: istockFolgenden  Beitrag aus einer Zeitschrift der (JKU)Uni Linz, der „Kepler Tribune“, mag ich dir empfehlen. Er ist von Zukunftsforscher Mathias Horx: „Tanzen oder Jammern“

Horx befasst sich in dem Artikel tiefgreifend mit dem Thema Ökologie und macht Aussagen wie die folgende…

Obwohl man leicht populistische Energien gegen die Ökologie mobilisieren kann – Hass ist die billigste Ressource unserer Zeit, noch billiger als Öl –, wird dieser Versuch letztlich scheitern.

Aber am besten liest du selbst.
Mir ist übrigens Tanzen lieber als das Jammern. Wem nicht… Trotzdem jammern wir lieber als wir tanzen..

 

Falls du noch mehr in dieser Richtung lesen möchtest… Auch diesen Beitrag von Julia Neuhauser, in dem es um KlimaaktivistInnen geht, habe ich mit Interesse gelesen:
Der Kampf um die Zukunft.

Wir leben in spannenden Zeiten.
Wie das wohl von künftigen HistorikerInnen gesehen werden wird …

„This is an emergency“ – Der Klima-Notfall

Donnerstag, Mai 30th, 2019 von ulli

Klima-Konferenz "R20 Austrian World Summit" heute in Wien ...Hast du die Rede von Greta Thunberg diese Woche in Wien gehört?

Ich finde sie im Original am eindruckvollsten. Wie sich diese junge Frau ausdrücken kann, beeindruckt mich.

Leider habe ich die vollständige Version ihrer Rede ohne störende Simultanübersetzung bisher nur
HIER
auf Facebook gefunden. Du kannst sie dort auch anhören, ohne bei Facebook registriert zu sein.
Einfach alle Aufforderungen zur Registrierung wegklicken…

…und die Klarheit und Präsenz dieser Rede auf dich wirken lassen.

Bewahren wir unsere Zauberflüsse und Zauberwälder!

Donnerstag, Mai 9th, 2019 von ulli

zauberbaumIch brauche es dir nicht zu sagen. Es ging ja eben wieder durch die Medien, wie dramatisch der Zustand der Biodiversität ist.  Gemeinsam mit der Mahnung, dass das Diktat des Wirtschaftswachstums unsere Lebensgrundlagen zerstört. Hier ein Artikel im Standard dazu: UN-Bericht: Eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht

Was konsumieren wir aus lauter Frust und Unlust! Was wird verschwendet und vergeudet! Was wird produziert auf Teufel komm raus!

Was brauchen wir wirklich? Unser Energiehunger ist ungebremst. Nur ein Viertel aller Flüsse sind ungestört, kannst du auf dem Science Kanal des ORF nachlesen. Hören wir diese Meldungen überhaupt noch? Das klingt alles nach ganz weit weg.

Wie sieht es in deiner Umgebung aus?
Kannst du die Entwicklung herunterbrechen? Ich ja.

Beispiel 1 – Kraftwerk Rosenburg am Kamp

Wenn z.B. die EVN den Neubau eines alten Kraftwerks in Rosenburg am Kamp plant, inmitten einer unberührten Fluss-Zauberlandschaft. Die  „Umweltverträglichkeitsprüfung“ UVP – ist im Gange. Zum Glück hat sich Widerstand formiert, den du hier verfolgen kannst: Lebendiger Kamp. 

Am besten gehst du bei einer von der Initiative veranstalteten Wanderungen mit, um den Verlust abschätzen zu können. Die nächste ist am 18.5.19.
Ich habe in dem Tal schon Reiher fliegen sehen.. Einfach unvergesslich.

Die Sachzwangargumentation von Politik und Wirtschaft macht mich oft sprachlos. Umsomehr freue ich mich, wenn Menschen das aussprechen können, was ich denke, ja mehr fühle. Wie hier Ursula Duit, deren Stellungnahme zum UVP Verfahren ich hier für dich eingescannt habe.
Wird hier ausgesprochen, was du denkst? Lies das bitte:  Stellungnahme Rosenburg-Kraftwerk – Ursula Duit

Wie diese Frau will auch ich nicht leben in einer „verarmten, homogenen, eintönigen und durchtechnisierten Umwelt,“ in die mich die Unersättlichkeit anderer Menschen hineinzwingt“.
Ich wünsche mir von den politischen Verantwortlichen, dass sie diese Entwicklung verhindern – und nicht fördern.

Beispiel 2  – Heidenstatt – Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring

Ich war letzte Woche bei einer Wanderung mit der Grünen Gruppe unserer Gemeinde an diesem fast heiligen Ort. Bedroht vom nahegelegenen Steinbruchunternehmen, das sich schon weit in die umliegenden Berge hineingefressen hat. Fein, dass das Interesse so gross war: Führung zur Heidenstatt begeistert angenommen

Ein wichtiger Arbeitgeber für die Region. Liefert wichtiges Material für Grossbauvorhaben, wie …

Beispiel 3 – … die geplante Waldviertelautobahn

Kaum zu glauben, aber wahr. Ein Monsterprojekt, das sich schon in der Prüfphase befindet und von der Landesregierung stark gefördert wird.
Zum Glück gibt es auch hier bereits Widerstand: www.verkehrsforumw4.at/
Falls du dich laufend informieren und engagieren willst, kannst du den Newsletter bestellen und die Petition unterschreiben: waldvierteltransitautobahn.at/

 

zauberbaum2

Hoppla…

Eigentlich wollte ich mich ja in Wertschätzung üben und dir den Beitrag über die wunderschönen Zauberwälder zeigen.
Mit so vielen wunderschönen Bilder, die das Herz berühren: lebendiger-kamp.at/zauberwaelder/

Freuen wir uns über das Bestehende.
Sehen wir seine Kostbarkeit..

Handeln wir entsprechend, um sie zu beschützen.
Und freuen wir uns, dass es Menschen gibt, die sich dafür einsetzen!

Danke.

 

 

Noch mehr zur Tiefenökologie

Donnerstag, März 21st, 2019 von ulli

Falls du noch einen Beleg für die Dringlichkeit im Umgang mit der Klimaerwärmung brauchst,  hier ein Artikel in National Geographic, den Peter geteilt hat. Danke!

Falls du noch mehr über Tiefenökologie hören willst, die den schon erwähnten konstruktiven Umgang mit der Klimakrise aufzeigt, mag ich dir folgendes Interview mit Geseko von Lüpke ans Herz legen. Lass dich nicht von dem exotischen Namen „Mystica TV“  abhalten… Hör einfach hinein.

Es reicht nicht, kurz in Wut zu gehen und zur nächsten Demo. Die Änderung muss grundlegender sein…
Wir brauchen eine andere Perspektive auf uns und die Welt.

Noch abschliessend ein schöner aktueller Artikel von Joanna Macy und Molly Brown: Das Leben wählen.