Posts Tagged ‘Meditation’

Alles Gute zum Geburtstag!

Montag, Juni 29th, 2020 von ulli

Das ist das letzte Video der Zoom Sessions mit Jon Kabat-Zinn, die zur Zeit der Corona Pandemie über 13 Wochen wochentags gelaufen sind: 66 Abende!!  Was für ein Reichtum. Du kannst hier jederzeit in diese Video Schatzkiste bei Wisdom 2.0 greifen. Ich war öfter dabei und es war wirklich etwas ganz Besonderes. Ganz betroffen gemacht hat mich das erste Mal, als am Ende der Sitzung die Mikros frei geschalten wurden und Hunderte Menschen gleichzeitig in allen Sprachen Danke und Hallo sagten, ein Durcheinander der besonderen Art. Wunderschön.

Jon spricht in diesem letzten Video einige wertvolle Ressourcen an, die ich hier sammeln will:

https://www.mindandlife.org/ bzw. https://www.mindandlife-europe.org/

https://www.centerhealthyminds.org  gegründet von Richard Davidson

https://www.buddhistinquiry.org/

sowie die Bücher:
Rainbow Painting by Tulku Urgyen

Democracy in Chains: The Deep History of the Radical Right’s Stealth Plan for America by Nancy MacLean

The Age of Surveillance Capitalism: The Fight for a Human Future at the New Frontier of Power by Shoshana Zuboff

Auch die wertvollen Bücher von Yuval Noah Harari werden öfter angesprochen.

Es ist die Verbindung von Innerer Arbeit und äusseren kulturellen gesellschaftlichen Bedingungen, die hier hergestellt wird. Das gefällt mir. So fragt Jon Kabat-Zinn inmitten seiner Ausführungen:  „Are you free from hatred, greed and delusion?“

(Wäre Jon Kabat-Zinn in Europa zu Hause, hätte er vermutlich folgende zwei Ressourcen hinzugefügt: Bodhi College und Sylvia Kolks „Umdenkprozesse“. Auch hier werden die Lehren des Buddhismus mit aktuellen gesellschaftlichen Themen verbunden und nutzbar gemacht.)

Bei den frei zugänglichen Online Treffen (die auch über Youtube live verfolgt werden konnten) waren täglich 1000 Teilnehmende aus allen Zeitzonen und Weltgegenden versammelt, die ihre Situation schildern und Fragen stellen konnten. Aus Jons Antworten konnten wir alle viel lernen.

Ein Ende, das ein Neuanfang ist…

Aus der wunderbaren Initiative ist ein Projekt entstanden, die Community Map of Love Website. Sie wurde Jon zu seinem 76. Geburtstag geschenkt. Da heisst es:

What started as a 13-week-retreat built uncountable connections between participants, started individual transformations and keeps unfolding moment by moment.

​Our intent with this website and the Map of Love is to offer a space for the community to facilitate whatever is unfolding. We provide access to the Map of Love, share resources related to the retreat, allow people to connect via the communication platform Slack and get informed about community events.

May this be an anchor and a reminder that our true refuge is in the heart. 

Guter Umgang mit Sterben und Tod…

Sonntag, März 15th, 2020 von ulli

baumschönheitIch habe in den letzten Jahren einiges zum Thema gelesen und mag hier meine aktuelle Sammlung an Literatur und Links mit dir teilen. Nicht alle, aber viele kommen – näher oder ferner – aus dem buddhistischen Kontext:

Ostaseki, Frank (2017): Die fünf Einladungen. Was wir vom Tod lernen können, um erfüllt zu leben. Hier im spannenden Gespräch mit Tara Brach:  Heavenly Messengers

Hohensee, Thomas und Georgy, Renate (2017)  Der Tod ist besser als sein Ruf

Borasio, Gian Domenico (2014): Selbst bestimmt sterben. Was es bedeutet. Was uns daran hindert. Wie wir es erreichen können.  (Leseprobe) bzw. ein weiteres Buch:
(2013) Über das Sterben. Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen  (Leseprobe)

Gottschling, Sven (mit Lars Amend) (2018): Leben bis zuletzt. Was wir für ein gutes Sterben tun können. (hier noch weitere seiner Bücher)

Freund, Lisa (2014): Sterben können. Wie wir uns darauf vorbereiten, wie wir Abschied nehmen, wie wir Nahestehende begleiten. – Mitbegründerin von http://www.elysium.digital

Longaker, Christine (2009): Dem Tod begegnen und Hoffnung finden: Die emotionale und spirituelle Begleitung Sterbender.

Sogyal Rinpoche (2010): Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben: Ein Schlüssel zum tieferen Verständnis von Leben und Tod. Hier ein Vortrag von ihm: Sich dem Tod zu stellen heißt, sich selbst ins Auge zu schauen. Bzw. hier die Website von Rigpa

Ware, Bronnie (2015): 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen: Einsichten, die Ihr Leben verändern werden.

Reuter, Wilfried (2013): Der Tod ist ganz ungefährlich: Buddhistische Hilfen im Umgang mit Alter, Krankheit, Tod. Hier ein nettes Video mit ihm.

Thich Nhat Hanh (2011): Versöhnung mit dem inneren Kind. Von der heilenden Kraft der Achtsamkeit. Hier als freies Hörbuch.

Ayya Khema (2008): Das Geheimnis von Leben und Tod. Hier ein Audiovortrag „Leben und Tod“, Die Liste ihrer Bücher und noch mehr Vorträge: www.buddha-haus.de

Prein, Martin (2019): Letzte-Hilfe-Kurs: Weil der Tod ein Thema ist

Francia, Luisa (2016): Wer nicht alt werden will, muss vorher sterben. Nachdenken über die letzte Lebenszeit (Leseprobe)

El Souessi, Karim (2015): Die Angst vor dem Tod überwinden. Sterbemeditation und Sterbebegleitung (Verlag via nova) (im Anhang mit Hinweisen zu Literatur und Filmen in unglaublicher Vielfalt)

Eine wunderbare Initiative ist das Death Cafe, zu dem es auch in Wien Treffen gibt.

 

Die Weisheit des Körpers-Peter Doobinin

Sonntag, März 8th, 2020 von ulli

Berlin Dharma - Develop Meditation Practice and Mindfulness Skills Heute zufällig im Netz entdeckt: Vorträge zu Einsichtsmeditation von Peter Doobinin. Auf der Website von Berlin Dharma findest du Peters  wöchentliche SonntagsVorträge. Sie sind in englischer Sprache gehalten, denn Peter kommt aus den USA. In seiner Lehre stellt Peter Zusammenhänge her zwischen westlichen Ansätzen von Focusing oder Somativ Experiencing mit buddhistischer Praxis, konkret der Achtsamkeit auf den Körper. Sehr klar und sehr anschaulich. Eine Leseprobe dazu findest du auf Buddhismus aktuell. Da heisst es einleitend:

Wer die Meditation des Buddha praktiziert, wird ein „verkörpertes Bewusstsein“ entwickeln – ein Bewusstsein für den ganzen Körper. Das erläutert der Theravada-Lehrer Peter Doobinin, der in der thailändischen Waldklostertradition ausgebildet wurde. Die klassische buddhistische Achtsamkeitspraxis ist der Weg, um sich der inneren Landschaft des Körpers bewusst zu werden, einschließlich der mentalen Erfahrungen, die sich in körperlicher Form zeigen. Auf diese Weise lässt sich Leiden annehmen und schließlich auflösen.

„Wisdom of the Body“ wird sicher nicht der letzte Vortrag sein, den ich mir heute morgen angehört habe. Mittlerweile ist der nächste Vortrag online gestellt:
„Happiness Is Felt“.

Hier Peters Website und noch ein weiterer Artikel von ihm , der mir auch sehr gut gefällt: Reclaiming Our Agency

Nachtrag Mai 2020: In der Zwischenzeit habe ich online einige Seminare von Peter besucht und einiges von ihm gelernt.
Sein Buch „The Skill of Living“ gefällt mir ausserordentlich gut.

Hier ein Vortrag an der buddhistischen Akademie Berlin:

Eine der vielen spannenden Aussagen:  „When there is concentration awareness is informed by wisdom.“

(Sellbst)Mitgefühl und Achtsamkeit in Coaching und Therapie

Sonntag, Februar 2nd, 2020 von ulli

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Kürzlich habe ich für zwei Studentinnen ein wenig überlegt, was mir zu dem Thema einfällt. Diese Zusammenschau möchte ich hier „parken“..

Was mag ich dir empfehlen.

  1. konkrete Praxis

zum Üben von „Achtsam sprechen, tief zuhören“ kann ich dir den online Einsichtsdialog von Harald Reiter empfehlen, das ist feinste direkte Praxis (gegen Spende).
https://haraldreiter.com/einsichtsdialog-2/einsichtsdialog-weisheit-mitgefuel/

  1. Personen, die Coaching oder Therapie mit Schwerpunkt Achtsamkeit und SelbstMitgefühl (SMG) anbieten

wie schon gesagt, unterscheide ich zur Vertiefung des Themas nicht so sehr zwischen Coaching (ein sehr inflationär gebrauchter Begriff) und Therapie, wenn es um den Einsatz von Achtsamkeit oder (Selbst)Mitgefühl in der „Kunst der Begegnung“ geht. Zum Bereich Psychotherapie gibt es einfach mehr Forschung und wissenschaftliche Befunde. „Coaching“ ist mitunter in tendenziell kommerziellen Kontexten angesiedelt, da gibt es auch viel „Werbung“ mit wenig Tiefe.

Bietet jemand „Coaching mit Schwerpunkt Achtsamkeit und Mitgefühl“ an, schaue ich auf den Hintergrund der anbietenden Personen und hege dann die Vermutung:  je buddhistischer, umso mehr Tiefgang. Bisher bin ich gut damit gefahren, das heisst aber nicht, dass das immer so sein muss.. Bilde dir dein eigenes Urteil.

Auf jeden Fall MUSS die Person eine lange und stabile formale Praxis haben, sonst weiss sie nicht, wovon sie spricht… Wir müssen die Mango schmecken, um anderen den Geschmack vermitteln zu können.

Gut gefahren bin ich damit z.B. bei Tineke Osterloh

https://www.tinekeosterloh.com/

auf deren Website und Büchern du dich umsehen kannst.. ich habe schon sehr gute Artikel von ihr gelesen und sie hat ein Buch „Dharma Coaching“ geschrieben, meint das aber mehr im Sinne von ehtischer Selbstführung.: https://www.borromedien.de/produkt-1/dharma_coaching/1659357

oder Akincano  https://www.akincano.net/

der seinen Ansatz „dialogische Prozessbegleitung“ nennt, eine Bezeichnung, die ich ganz wunderbar finde. (Er ist auch Vortragender bei Bodhi College, das grossartige Seminare anbietet: https://bodhi-college.org/mission-statement/ – das geht schon in die Tiefe des Buddhismus, ist aber sehr westlich orientiert)

Den Link zum https://www.karunatraining.de/ habe ich dir ja schon geschickt, wo u.a. Judith Fabach aus Wien mitarbeitet. Ich sehe grade, dass es dort auch spannende Online Angebote gibt: https://www.karunatraining.de/fakultaet/

oder auch Christoph Köck http://www.christoph-koeck.at/

Christine Brähler in München empfehle ich auch sehr gerne. Sie teilt auf ihrer Website grosszügig Ressourcen und war eine der ersten mit dem Thema Selbstmitgefühl im deutschsprachigen Raum:

https://www.christinebraehler.com/

Ihr kleines Büchlein verschenke ich sehr gerne an Freundinnen, denen es grad nicht so gut geht:

https://www.scorpio-verlag.de/Buecher/169/Selbstmitgefuehl-entwickeln—Achtsam-leben.html

Sie hat auch schon mit Britta Hölzl publiziert, die sehr fundiert wissenschaftlich unterwegs ist. Ich sehe grade, dass Britta Hölzl in Elternzeit ist, also ihr zweites Kind bekommt (wie schön!):

https://www.brittahoelzel.de/

Auch Andreas Knuf Humor schätze ich neben seiner Kompetenz sehr: https://www.andreas-knuf.de Seine Bücher haben mehr Ratgeberfunktion, haben aber Tiefe und lesen sich sehr gut.

Klaus Kirchmayrs Website https://geist-reich.jetzt/ , den ihr ja auch kennt, (und der auch Achtsamkeitscoaching anbietet), ist auch immer eine Quelle für die neuesten Publikationen.

  1. noch mehr Literatur – wenn das Gute liegt so nah..

neben dem, was du auf der Literaturliste findest, bin ich auf das nächstliegende gekommen… Ich habe auf meinem Schreibtisch die neueste Publikation von Helga Luger-Schreiner liegen

Helga hat bei diesem 2020 erschienenen wunderbaren Werk mitgearbeitet, wo du am besten sofort einen Blick reinmachst:

https://www.beltz.de/fachmedien/psychologie/buecher/produkt_produktdetails/38414-therapie_tools_selbstmitgefuehl.html

auf Seite 9 fasst Chris Germer auf einer Seite die aktuelle Entwicklung von Selbstmitgefühl in der Therapie zusammen.. Aktueller geht es nicht.

Das sind die ganz grossen Namen zu diesem Themenfeld:

Tara Brach, Chris Germer, Kristin Neff, Marie Mannschatz, Sharon Salzberg… Paul Gilbert, Rick Hanson, Kabat-Zinn ..

  1. sonstige Quellen

Eine wichtige Website, die ich jetzt gar nicht so schnell gefunden habe unter all den neuen Achtsamkeitsangeboten, ist vom Innsbrucker Psychiater und Therapeuten Michael Harrer (er hat u.a. mit Dietz und Weiss das Achtsamkeitsbuch verfasst):

https://www.achtsamleben.at/

Das ist eine wunderbare Sammlung von Begriffsklärungen, Literatur und Links , auf der du dich unbedingt umschauen solltest..

Harrer hat auch schon 2015 ein Buch über Wirkfaktoren der Achtsamkeit – Wie sie die Psychotherapie verändern und bereichern  geschrieben, das ich noch gar nicht kenne… hier seine Website https://www.achtsamkeitinderpsychotherapie.at/

Die neue Onlinecenter des Arbor Verlags ( https://www.arbor-verlag.de/ , https://www.arbor-seminare.de/ )

ist sicher auch eine grossartige Quelle: https://www.arbor-online-center.de/

Es lohnt sich den Newsletter des Verlags zu bestellen und auch jenen des Verbands für Achtsamkeit

https://www.mbsr-verband.de/achtsamkeit.html

So, an dieser Stelle höre ich auf.. es ist schon ein wenig viel.

ich würde mir die Infos in kleinen Häppchen anschauen. Unglaublich, was es schon alles gibt – und ich bin jetzt auch in grössere Zusammenhänge gekommen.

Zur Erinnerung, der Weg der Achtsamkeit ist prozessorientiert und nicht ergebnisorientiert..

Am besten geht’s immer der Freude nach…

Alles Liebe

Meditative Medizin

Donnerstag, Januar 9th, 2020 von ulli

Auf Kur in Bad Tatzmannsdorf kannst du den Kurarzt Dr. Tobias Conrad kennenlernen, der ein Buch über meditative Medizin geschrieben hat. Auf seiner Website kannst du einiges über den medizinischen Nutzen der Achtsamkeitspraxis nachlesen: tobiasconrad.com
Conrad betont dort auch die Wichtigkeit der täglichen Praxis.

Hier noch eine feine Zusammenfassung seiner Arbeit:
Ach, gäbe es in der Medizin mehr Menschen wie ihn. Wo kämen wir da hin..

Wir sind viele!

Donnerstag, Dezember 12th, 2019 von ulli

bewusster leben – Magazin für Spiritualität, Lebenskunst und Gesundheit

Kennst du diese Zeitschrift? In der Eigendefinition heisst es:

„BEWUSSTER LEBEN ist das Mindstyle Print-Magazin für gesundheitsbewusste, erfolgreiche Frauen, die ein starkes Interesse an einer nachhaltigen und werteorientierten Lebensführung haben und sich nach einem Leben mit mehr Muße sehnen. Nach mehr Zeit für das Wesentliche, denn sie möchten bewusst leben und auf sich und ihre Umwelt achten. Unsere Redaktion stellt Menschen und Produkte vor, die den Lesern Impulse für ein erfülltes und authentisches Leben geben. Außerdem werden neue Entwicklungen aus den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Achtsamkeit und Nachhaltigkeit vorgestellt.“

Das hätte ich vor 5 Jahren noch nicht gedacht, dass es so viel Interesse für diese Themen gibt, dass eine Zeitschrift davon leben kann. Einige der Artikel auf der Website: www.bewusster-leben.de gefallen mir ganz gut.
Was den kommerziellen Aspekt angeht, bin ich ein wenig vorsichtig. Alles was zu schnelle leichte Lösungen verspricht, ist mir nicht ganz geheuer. Ein zufriedenes Leben lässt sich nicht kaufen.
Doch der Fokus der Zeitschrift stimmt mich fröhlich. Ich bin nicht allein mit meinen Ansinnen, wir sind viele!! Und im Frühjahr wird es ein Sonderheft zu „achtsam sein“ geben. Eben.
***

https://www.moment-by-moment.de/fileadmin/home/2019-04/moment-by-moment-2019-04-cover-255x340.jpgRichtig. Da gibt es noch eine sehr gute Zeitschrift, die jetzt erwähnt werden muss. moment by moment, das Magazin für Achtsamkeit, aktuell mit dem Titelthema „Genug. – Die Kunst des Gebens und Nehmens“. In der Beschreibung heisst es:

„Konzipiert und geschrieben von Praktizierenden für Praktizierende. Ein Wegweiser und eine Inspirationsquelle für Interessierte, Neulinge, Übende und Lehrende zugleich. Fundiert, lebensnah und tiefgehend – für ein lebendig achtsames Leben.“

Hier einige Leseproben.

Aber nicht vergessen: Lesen ist gut, aber ohne Praxis geht gar nichts :-)

Ursula Lyon

Dienstag, Juli 2nd, 2019 von ulli

Neuerdings findest du nette kleine Videos mit Ursula Lyon, einer Grand Dame des österreichischen Buddhismus, auf einem eigenen YouTubeKanal: Ursula Lyon
hier etwa zum Thema Wut:

Beziehung ist der Schlüssel

Sonntag, Juni 23rd, 2019 von ulli

In der Psychotherapie herrscht mittlerweile die Ansicht, dass die Beziehung zwischen TherapeutIn und KlientIn das ist, was heilt. Die angewandte Methode ist auch wichtig, aber eher zweitrangig.
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Nun habe ich ein feines Video mit Tara Brach entdeckt, in dem sie die Qualität der Beziehung in der Meditation als zentrale Grösse beschreibt. Weniger die Art der Meditation, vielmehr die Beziehung zur Meditation und zu sich selbst entscheidet über die Wirkung. Wobei es ein Paradox ist, dass man diese Einsicht möglicherweise erst nach Jahren der Meditationspraxis gewinnt… Weil erst die Meditation selbst die Beziehungsqualität sichtbar und damit veränderbar macht. Dennoch, je früher du davon erfährst, umso früher bist du auf der richtigen Spur :-)

Doch höre selbst, es sind bloss drei Minuten:

Tara Brach ist eine wunderbare Lehrerin, deren Bücher und Vorträge ich dir aufs wärmste empfehlen mag.
Viele der Bücher sind inzwischen auf deutsch übersetzt, wie z.B. „Mit dem Herzen eines Buddha“.
Falls du noch keine Erfahrung mit Meditation hast – es ist eigentlich ein überfrachteter Begriff für: „Innehalten und klar werden mit sich selbst“ – dann kannst du hier weiter hören.
In diesem zweiten Kurzvideo spricht Tara Brach über „Warum meditieren“:

Es ist nie zu spät, einen wichtigen Anfang zu machen.

Für Fortgeschrittene auf dem Kissen fällt mir zum Thema auch noch Chögyam Trungpas lesenswertes Buch ein:
„Spirituellen Materialismus durchschneiden“..

Yuval Noah Harari

Sonntag, Mai 26th, 2019 von ulli

Yuval Noah Harari | Speaker | TEDFalls du lange Beiträge nicht zu Ende liest, oder grad nicht mehr Zeit oder Aufmerksamkeit zur Verfügung hast, dann als Erstes zum Wesentlichen. Zu Yuval Noah Hararis Aussagen (mit meinen Hervorhebungen),

wie Meditation die Perspektive auf die Welt beeinflusst…

In einem Interview mit  Vox spricht er über die Wirkung von Meditation:

First of all, it’s the ability to focus. When you train the mind to focus on something like the breath, it also gives you the discipline to focus on much bigger things and to really tell the difference between what’s important and everything else. This is a discipline that I have brought to my scientific career as well. It’s so difficult, especially when you deal with long-term history, to get bogged down in the small details or to be distracted by a million different tiny stories and concerns. It’s so difficult to keep reminding yourself what is really the most important thing that has happened in history or what is the most important thing that is happening now in the world. The discipline to have this focus I really got from the meditation.

Und als zweiten Effekt:

The other major contribution, I think, is that the entire exercise of Vipassana meditation is to learn the difference between fiction and reality, what is real and what is just stories that we invent and construct in our own minds. Almost 99 percent you realize is just stories in our minds. This is also true of history. Most people, they just get overwhelmed by the religious stories, by the nationalist stories, by the economic stories of the day, and they take these stories to be the reality.

Damit berührt Harari die Hauptthese seiner Forschung, nämlich wie wichtig Stories (die Geschichte vom Wert des Geldes etwa) für die Entwicklung der Menschheit waren und sind. Und wie wichtig es ist, Narrative als Narrative zu erkennen und sie nicht mit Realität zu verwechseln…
Harari praktiziert jeden Tag zwei Stunden Vipassana und fährt einmal pro Jahr auf ein Zweimonatsretreat. Was denn auf so einem Retreat passiere, wird er gefragt…

First of all, it’s very difficult. You don’t have any distractions, you don’t have television, you don’t have emails, no phones, no books. You don’t write. You just have every moment to focus on what is really happening right now, on what is reality. You come across the things you don’t like about yourself, things that you don’t like about the world, that you spend so much time ignoring or suppressing. You start with the most basic bodily sensations of the breath coming in and out, of sensations in your stomach, in your legs, and as you connect to that, you gain the ability to really observe what’s happening. You get clarity with regard to what’s happening in your mind. You cannot really observe anger or fear or boredom if you cannot observe your breath. Your breath is so much easier than observing your anger or your fear.

People want to understand their anger, to understand their fear. But they think that observing the breath, oh, this is not important at all. But if you can’t observe something as obvious and as simple as the breath coming in and out, you have absolutely no chance of really observing your anger, which is far more stormy and far more difficult. What happens along the 60 days is that as your mind becomes more focused and more clear, you go deeper and deeper, and you start seeing the sources of where all this anger is coming from, where all this fear is coming from, and you just observe. You don’t try to do anything. You don’t tell any stories about your anger. You don’t try to fight it. Just observe. What is anger? What is boredom? You live sometimes for years and years and years experiencing anger and fear and boredom every day, and you never really observe, how does it actually feel to be angry? Because you’re too caught up in the angry. The 60 days of meditation, they give you the opportunity. You can have a wave of anger, and sometimes it can last for days and you just, for days, you do nothing. You just observe. What is anger? How does it actually feel in the body? What is actually happening in my mind when I am angry? This is the most amazing thing that I’ve ever observed, is really to observe these internal phenomena.

Ist das nicht eine wundervolle Zusammenfassung von einem Vipassana Retreat? Auf die Frage, wie er die langen Retreats zeitlich unterbringt bei all seinem Erfolg, antwortet Harari

There is always temptation to take another speaking engagement or another conference, but I’m very disciplined about it because I know this is the really important stuff. This is the source of my scientific success, so when I plan the year in advance, the first thing I do is — I already know that in 2017 I’m going from the 15th of October to the 15th of December to India to sit at a 60-day meditation retreat. That’s the first thing I put in the schedule. Everything else has to be arranged around that.

Ein grossartiges Vorbild. Und ein grossartiger Aufwecker, indem er uns sagt, dass wir in der aktuellen Entwicklung die Kontrolle über unsere Aufmerksamkeit verlieren, und dass es im Umgang damit Disziplin braucht:

We really lose control of our attention. Our attention is hijacked by all kinds of external forces. For me, not just in meditation, but when I work, I try to be very, very disciplined with my attention not to allow external forces to take control of my attention.

Wie lange kannst du deine Aufmerksamkeit bei einem Thema halten? Falls du noch Interesse und Zeit hast, hier die längere Version meiner Recherchen zu Harari

Die längere Version

Wie ich kluge Analysen schätze! Manchmal ist es so, als ob in einem dunklen Raum die Tür zum sonnigen Garten aufgeht. Erhellend! So empfinde ich Teile der Schriften und Reden von Yuval Noah Harari. Du hast vermutlich schon von seinen Büchern gehört, die seit 5 Jahren alle Bestsellerlisten anführen. Ist es nicht schön, dass Menschen nach wie vor dicke Bücher mit anspruchsvollem Inhalt lesen?   – Zumindest kaufen;-) Ich habe mich durch die Hälfte von „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ gelesen. Gestern habe ich bequemerweise ein Video angesehen, um dem Inhalt von „Homo Deus“  näher zu kommen. Bei den Sternstunden Philosphie des SRF (ein grossartiger Fundus!):


Bei dem Interview – das keine sehr erfreulichen Zukunftsoptionen in Aussicht stellt – hörte ich mit Freude und Überraschung von Yuval Hararis Meditationserfahrung und bin nach einiger Suche auf den eingangs zitierten Vox Beitrag gestossen. Danach ging ich auf die Website von Yuval Noah Harari, um mehr über ihn und sein Werk zu erfahren.

Zukunftsgespräch in Wien

Kannst du dir vorstellen, wie überrascht ich war,  dass Yuval Noah Harari vor wenigen Wochen einer Einladung der Wirtschaftskammer Wien gefolgt ist? Zum Thema „Europa als Vorbild für mehr globale Kooperation“. Einem Zukunftsgespräch mit WKÖ-Präsident Mahrer und Bundeskanzler Kurz.
Nun, was muss in den Köpfen der renommierten politischen und wirtschaftlichen VertreterInnen vorgegangen sein, als sie Hararis Vortrag hörten? Dass Europas Zukunft nicht von jener der globalen zu trennen ist, dass Mauern keine Lösung sind für atomaren Winter und heissen Klimawandel, dass Festungen keine Lösungen sind..

Am besten schaust du dir den Vortrag selbst an, ich habe den Beginn des Videoa abgekürzt..
Wie lange wird deine Aufmerksamkeit anhalten?

Ich habe mir das Video wirklich bis zum Ende angesehen, auch die Diskussion danach.
Du solltest auf jeden Fall die letzten 10 Minuten nicht versäumen.
Yual Noah Harari wird vom WKO Präsidenten gefragt, was er täte, wenn er einen Tag Bundeskanzler wäre. Was er dem europäischen Rat sagen würde…
Mit seiner Antwort bin ich voll einverstanden: Aufmerksamkeit sei zum wichtigsten Gut geworden. Dem ständigen Upgrading der Technologie steht die Gefahr eines Downgrading der Menschlichkeit entgegen. Zitat im Original: „Technology ist beeing upgraded all the time, but the fear is, that is is downgrading the humans.“

Es sei ein unmöglicher Rat, aber EntscheidungsträgerInnen – und wir alle – bräuchten mehr Zeit für Meditation und Reflexion..  (Bild anklicken, dann springst du zeitlich zu 1:11:0):

Die Veranstaltung stand im Zeichen der Europawahlen. Die genau heute abgehalten werden. Als ich in unserem kleinen Dorf heute morgen zum Wahllokal schritt – im ehemaligen Milchhaus wird zwischen 10 und 11 Uhr  gewählt – hörte ich den Kommentar einer Dorfbewohnerin: „die Wahl ist eh völlig unnötig“…
Ich hingegen warf mein Kuvert in die Urne mit den Worten: „Im Dank an alle, die es möglich gemacht haben, dass ich heute wählen darf.“

Jetzt sollten wir nur noch alle zwei Stunden täglich meditieren.
Dann müsste Yuval Noah Harari sein „Homo Deus“ vielleicht ein wenig umschreiben…
Das wäre schön. Findest du nicht auch?

Ein Beitrag über unsere Waldviertler Meditationsgruppe

Samstag, Januar 10th, 2015 von ulli

OEBR_ZS_2015_1_coverUnsere Meditationsgruppe „Kalyana Mitta“ gibt es ja schon seit Sommer 2013. Jetzt ist ein (von mir verfasster) Beitrag darüber im ÖBR Magazin erschienen: „Gründe eine Meditationsgruppe!“ Ich hoffe, dass die Beschreibung  andere Menschen ermutigt, ähnliche Gruppen zu gründen.

Hier gehts zum ganzen Heft (die Beschreibung unserer Gruppe findest du ab Seite 12).

Die Daten sind nicht ganz aktuell. Wir sind bereits an die 13 Personen, die wir uns regelmässig zur gemeinsamen Praxis treffen. Ich möchte diese Abende der Achtsamkeit nicht mehr missen. Sie sind wirklich etwas ganz Besonderes.

Seit letzten Jahr gibt es ein schönes neues Webportal für die regionale Vernetzung von buddhistisch interessierten Menschen in Österreich.Vielleicht magst du mal schauen, ob jemand in deiner Gegend sich austauschen oder eine Gruppe gründen möchte?: www.buddhistisch.at