Posts Tagged ‘Potenzial’

Helga Pohl

Mittwoch, Dezember 2nd, 2020 von ulli

Dr. Helga Pohl: Unerklärliche Beschwerden? - YouTubeIch habe ja vor kurzem hier in einem Beitrag von Hanna Somatics berichtet, einer Fortführung des Feldenkrais Ansatzes. Das Buch „Hanna Somatics- Beweglich sein, ein Leben lang“ von Thomas Hanna finde ich genial und seit einem Monat begleiten mich täglich die dort empfohlenen Katzstreckübungen. Kurz und hilfreich. Sehr empfehlenswert.

Auf der Suche nach deutschsprachigen VertreterInnen bin ich auf eine Weiterentwicklung seines Ansatzes gestossen: Die sensomotorische Pohltherapie von Dr. Helga Pohl. Ihr Buch lese ich eben mit grossem Vergnügen: Unerklärliche Beschwerden? Chronische Schmerzen und andere Leiden körpertherapeutisch verstehen und behandeln

Du musst keine chronischen Schmerzen haben, um dich damit zu befassen. Es genügt, wenn du deinen Körper besser verstehen willst und dich dir selbst von innen mit ganzem Spüren nähern willst – Achtsamkeit auf den Körper eben. Was gibt es Schöneres?

Was mir an Helga Pohl auch gefällt, ist, wie grosszügig sie ihre Übungen in ihrer Mediathek zur Verfügung stellt. Da findest du sicher etwas für kleine und grössere Beschwerden, aber auch die Cat Stretch Übungen von Thomas Hanna sind in ihrer ganzen Tiefe und Bandbreite zu sehen. Wenn du die einzelnen Teilübungen mal langsam durchgegangen bist und v.a. durchgespürt hast, genügt ein 10 minütiges zusammenfassendes Wiederholen pro Tag und du bist „fit wie ein Turnschuh“.

Viel Freude damit!

Bruno… und Dennis

Mittwoch, Dezember 2nd, 2020 von ulli

raureif-18Bruno hat mir eben geschrieben, dass ihm mein Blog gefällt. Und da schreib ich gleich einen Beitrag, wie mir Bruno gefällt. Immer freundlich, immer wertschätzend, immer weise – immer, wenn ich ihn sehe oder höre :-)

Im Herbst hat Bruno an der Theravadaschule Wien einen Kurs angeboten: „Achtsamkeit und Liebende Güte und ihre Präsenz in unserem Alltag – Online„. Der findet hoffentlich seine Fortsetzung im nächsten Jahr.

Ein Vorbild, ja das ist Bruno, ein Vorbild. Danke dir dafür!

Von einem anderen Kollegen habe ich eben den Newsletter erhalten und das passt gut dazu. Auch Dennis kenne ich viele Jahre und es gefällt mir sehr, was er macht: „Kontemplatives Training im Winter“ lautet die Überschrift seines Newsletter. Neben Vorträgen und Onlinekursen macht Dennis auch spannende Übersetzungen. Wie aktuell für Rick Hanson (Neurodharma) und für ein spannendes Buch. Dennis schreibt:

„Die Arbeit an der Übersetzung von Ecodharma: Buddhist Teachings for the Ecological Crisis, die nächstes Jahr bei Edition Steinrichs auf Deutsch erscheinen wird, hat mich neugierig gemacht in Zukunft etwas an der Schnittstelle von Achtsamkeit und Klimaschutz anzubieten.“

Ja, das passt sicher gut zusammen. Das macht Sinn. Das macht mich auch neugierig. Bei der Buchbeschreibung von Ecodharma ist zu lesen,

This book emphasizes the three aspects of Ecodharma:

  • practicing in the natural world
  • exploring the ecological implications of Buddhist teachings
  • and embodying that understanding in the eco-activism that is needed today.

Klingt nach mehr..

„Wir können die Spielregeln ändern“

Montag, November 16th, 2020 von ulli

BuchcoverDiesen Beitrag auf ORF News zu lesen, tut gut.. Schau am besten selbst:

„Wir können die Spielregeln ändern“

Darin heisst es u.a.

„Man hat uns einfach die falschen Geschichten erzählt. Wir wurden alle einer Gehirnwäsche unterzogen. Wir müssen erkennen, dass Fürsorgearbeit eine menschliche Aktivität ist und sowohl Frauen als auch Männer dazu in der Lage sind“

Riane Eisler, diese grosse Denkerin, wurde übrigens in Wien geboren… (Passend dazu liegt die DVD Vienna`s Lost Daughters auf meinem Schreibtisch – ich habe den Film eben aus der Wiener Bücherei ausgeborgt..)

Eislers Buch wurde nun auch auf Deutsch übersetzt: Die verkannten Grundlagen der Ökonomie

Zum Thema fällt mir auch eine Ö1 Sendung von letztem Freitag ein: Die ganze Welt als 100 Seelen Dorf, Wenn du es nicht mehr nachhören kannst, vielleicht magst du das Buch lesen? GLOBO – Eine neue Welt mit 100 Menschen

Ach, würden das bloss alle Kinder in der Schule lernen!

 

Sylvia Kolk

Montag, Oktober 12th, 2020 von ulli

Ich habe hier schon öfter von dieser wunderbaren Meditationslehrerin geschwärmt, einer Frau, der es vortrefflich gelingt, Bewusstseinsarbeit mit politischem Engagement und moderner Didaktik zu verbinden. Da ich die letzten 13 Jahre auf Retreats zu ihr fahre, kann ich die Qualität ihrer Lehre am eigenen Leib – und v.a. am eigenen Geist – voll anerkennen. Danke Sylvia!

Nun gibt es ein neues Interview mit ihr im Buddhismus aktuell:

Interview mit Sylvia Kolk Teil 2.

Schon im Juli gab es Teil 1. Was für eine Freude, dass Sylvias Ansichten verstärkt Verbreitung finden. Sie sind so ungemein wichtig.

Auch ihr Abschied von dem von ihr gegründeten buddhistischen LKW Zentrum ist sorgfältig durchdacht und begleitet:  Hier könnt ihr euch das Video dazu ansehen.

Wer von euch nun Lust hat, per Livestream bei Sylvias Vortrag am 18.10.2020 um 19.00  im Buddhistischen Stadt-Zentrum dabei zu sein, kann sich gerne noch anmelden. Thema: „Die Nicht-Ich-Lehre im 21. Jahrhundert: Vom Ego zum Öko“.

Ich werde sicher auch dabei sein.

Sorgenetz

Montag, Oktober 12th, 2020 von ulli

foto 018Ich habe letzte Woche beim Symposion des Hospiz NÖ einen Vortrag von Klaus Wegleitner gehört, sehr beeindruckend.

Klaus Wegleitner ist Soziologe an der Uni Graz und arbeitet zum Thema „Caring“.

Er ist Mitglieds des Teams von „Sorgenetz“, wo sich Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen für Sensibilisierung, Bewusstseins- und Kulturarbeit in der Gesellschaft engagieren. Aber sieh selbst:

sorgenetz.at

501 – Zuversicht

Sonntag, Oktober 4th, 2020 von ulli

foto 010Dies ist der 501. Beitrag in diesem Blog, den ich vor vielen Jahren als mein virtuelles Schatzkistchen angelegt habe..

Heute funkelt die Zuversicht als besonderer Edelstein darin.. Ich habe vor kurzem einen OnlineVortrag von Ulrich Schnabel gehört mit dem Titel: Die Kraft der großen Sache. Wie man in Zeiten des Wandels die Zuversicht bewahrt und welche innere Haltung dabei hilft.
Der Vortrag wurde vom LKW Hamburg und dem Netzwerk Ethik heute veranstaltet. Hier vorweg die drei wichtigsten Links dazu

Ulrich Schnabel: Zuversicht – Wie wir in Krisenzeiten die innere Freiheit bewahren
LKW- Buddhistisches Stadtzentrum Hamburg
Netzwerk Ethik heute

 

Und das waren die Buchempfehlungen und andere Beiträge zur Veranstaltung am 2.10.20, die ich jetzt nach und nach sichten werde.
Allein die Titel klingen schon wunderbar, findest du nicht auch?

Ulrich Schnabel: Zuversicht. Die Kraft der inneren Freiheit und warum sie heute wichtiger ist denn je. Blessing 2018, 22 Euro
Ulrich Schnabel: Muße. Vom Glück des Nichtstuns. Blessing 2010, 14,99 Euro
Alexander Batthyany: Die Überwindung der Gleichgültigkeit. Sinnfindung in einer Zeit des Wandels. Kösel 2017, 20 Euro
Victor Frankl: …trotzdem.Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager. Erstveröffentlichung 1946. Penguin TB, 10 Euro
Michaela Haas: Stark wie ein Phönix. Wie wir unsere Resilienzkräfte entwickeln und in Krisen über uns hinauswachsen. O.W.Barth 2015, 22,99 Euro
Sebastian Junger: Tribe. Das verlorene Wissen um Gemeinschaft und Menschlichkeit. Blessing, 2016, 19,99 Euro
Maja Göpel: unsere Welt neu denken. Eine Einladung. Ullstein 2020, 17,99 Euro
Natalie Knapp: Der unendliche Augenblick. Warum Zeiten der Unsicherheit so wertvoll sind. Rowohlt 2016, 22 Euro
Andrea Löhndorf: Kintsugi. Die Kunst, schwierige Zeiten in Gold zu verwandeln. Scorpio 2020, 16 Euro
Harald Welzer: Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand. Fischer Taschenbuch 2014, 9,99 Euro
Rainer Mausfeld: Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien. Kopp 2019, 14 Euro
Antje Boijens: Weise Hoffnung kultivieren. Über den Umgang mit aufwühlenden Nachrichten. https://ethik-heute.org/weise-hoffnung-kultivieren/
Birgit Stratmann, Interview mit Rubikon: Die Lust am Guten. https://www.rubikon.news/artikel/die-lust-am-guten
Pema Chödrön: Wenn alles zusammen bricht. Hilfestellung in schwierigen Zeiten Goldmann Taschenbuch 2001, 8 Euro
Sylvia Kolk: Segeln im Sturm. Mit Leidenschaft den spirituellen Alltag meistern. Theseusverlag 2009, 16,95 Euro

Alles Gute zum Geburtstag!

Montag, Juni 29th, 2020 von ulli

Das ist das letzte Video der Zoom Sessions mit Jon Kabat-Zinn, die zur Zeit der Corona Pandemie über 13 Wochen wochentags gelaufen sind: 66 Abende!!  Was für ein Reichtum. Du kannst hier jederzeit in diese Video Schatzkiste bei Wisdom 2.0 greifen. Ich war öfter dabei und es war wirklich etwas ganz Besonderes. Ganz betroffen gemacht hat mich das erste Mal, als am Ende der Sitzung die Mikros frei geschalten wurden und Hunderte Menschen gleichzeitig in allen Sprachen Danke und Hallo sagten, ein Durcheinander der besonderen Art. Wunderschön.

Jon spricht in diesem letzten Video einige wertvolle Ressourcen an, die ich hier sammeln will:

https://www.mindandlife.org/ bzw. https://www.mindandlife-europe.org/

https://www.centerhealthyminds.org  gegründet von Richard Davidson

https://www.buddhistinquiry.org/

sowie die Bücher:
Rainbow Painting by Tulku Urgyen

Democracy in Chains: The Deep History of the Radical Right’s Stealth Plan for America by Nancy MacLean

The Age of Surveillance Capitalism: The Fight for a Human Future at the New Frontier of Power by Shoshana Zuboff

Auch die wertvollen Bücher von Yuval Noah Harari werden öfter angesprochen.

Es ist die Verbindung von Innerer Arbeit und äusseren kulturellen gesellschaftlichen Bedingungen, die hier hergestellt wird. Das gefällt mir. So fragt Jon Kabat-Zinn inmitten seiner Ausführungen:  „Are you free from hatred, greed and delusion?“

(Wäre Jon Kabat-Zinn in Europa zu Hause, hätte er vermutlich folgende zwei Ressourcen hinzugefügt: Bodhi College und Sylvia Kolks „Umdenkprozesse“. Auch hier werden die Lehren des Buddhismus mit aktuellen gesellschaftlichen Themen verbunden und nutzbar gemacht.)

Bei den frei zugänglichen Online Treffen (die auch über Youtube live verfolgt werden konnten) waren täglich 1000 Teilnehmende aus allen Zeitzonen und Weltgegenden versammelt, die ihre Situation schildern und Fragen stellen konnten. Aus Jons Antworten konnten wir alle viel lernen.

Ein Ende, das ein Neuanfang ist…

Aus der wunderbaren Initiative ist ein Projekt entstanden, die Community Map of Love Website. Sie wurde Jon zu seinem 76. Geburtstag geschenkt. Da heisst es:

What started as a 13-week-retreat built uncountable connections between participants, started individual transformations and keeps unfolding moment by moment.

​Our intent with this website and the Map of Love is to offer a space for the community to facilitate whatever is unfolding. We provide access to the Map of Love, share resources related to the retreat, allow people to connect via the communication platform Slack and get informed about community events.

May this be an anchor and a reminder that our true refuge is in the heart. 

Frankreich zeigt, wie es gehen könnte

Samstag, Juni 27th, 2020 von ulli
 Der Newsletter der Süddeutschen Zeitung hat mich eben richtig zuversichtlich gestimmt…

So könnte es gehen.. Ich würde sofort zusagen, wenn mein Telefon klingelte. Und du?
Was würdest du tun?IMG_2916

 Der Newsletter von Pia Ratzesberger von der Süddeutschen Zeitung in vollem Wortlaut:
Liebe Frau Pastner,

stellen Sie sich einmal vor, in dieser Sekunde würde ihr Telefon klingeln. Sie nähmen den Hörer ab und eine unbekannte Stimme am anderen Ende der Leitung fragte Sie, ob Sie nicht bei einem neuen Gremium mitmachen wollten, das von nun an die Politik beraten solle – Sie und 149 andere Menschen aus Deutschland.

Nehmen wir einmal an, Sie würden Ja sagen. Sie würden die anderen 149 kennenlernen, die von dem Anruf genauso überrascht gewesen wären wie Sie, und gemeinsam würden Sie eine Art vielfach verkleinertes Deutschland abbilden, weil die Menschen am anderen Ende der Leitung bei allem Zufall darauf geachtet hätten, dass alle Generationen und alle Milieus vertreten wären.

Müssten Sie und die anderen 149 Menschen nun, sagen wir mal, konkrete Vorschläge zur Klimapolitik ausarbeiten –  glauben Sie, Ihre Vorschläge würden weiter gehen als die der deutschen Bundespolitik?

Wenn ich hier in meiner Wohnung aus dem Fenster schaue und die Parkplätze sehe, die breiten Autos, die übervollen Müllcontainer, diese eine Baustelle, auf der Arbeiter gerade die Erde ausheben müssen, damit dort irgendwann Besitzer teurer Appartements mit ihren Limousinen in die Tiefgarage kurven können – dann wäre ich nicht allzu optimistisch.

Deshalb hat mich eine Nachricht aus Frankreich diese Woche auch ziemlich überrascht.

Dort nämlich gibt es nun ein solches Gremium, einen Klimarat mit 150 Menschen aus ganz Frankreich, aus allen Regionen, allen Generationen. Dieser Rat hat in der vergangenen Woche seine Vorschläge dazu präsentiert, wie Frankreich innerhalb der nächsten zehn Jahre seine Treibhausgasemissionen um 40 Prozent reduzieren soll – wie gesagt, niemand wurde in den Rat gewählt, weil er sich ohnehin schon für Klimaschutz engagierte oder sich für das Thema interessierte.

Trotzdem gehen die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger Frankreichs viel weiter, als es die Politik sich bislang traut.

Eine Auswahl der 149 Empfehlungen: Auf Autobahnen soll in Zukunft ein Tempolimit von 110 Kilometern pro Stunde statt 130 Kilometern gelten. In fünf Jahren soll es keine Inlandsflüge mehr geben, keine neuen Flughäfen sollen mehr gebaut werden. Es soll keine Werbung mehr für Produkte geben, die besonders klimaschädlich sind, wie etwa SUVs, keine Fleischgerichte in Kantinen und keine Beleuchtung von Geschäften in der Nacht.

Die Vorschläge reichen von detaillierten Empfehlungen bis hin zu grundlegenden Änderungen der Verfassung: Der Klimaschutz soll in die erste Präambel aufgenommen werden; der Schutz der Umwelt hätte dann den gleichen Status wie der Schutz des Individuums, schreibt Annika Joeres auf Zeit Online, wäre also leichter einzuklagen. Der Rat der Bürgerinnen und Bürger empfiehlt zudem, den Tatbestand des Ökozids, also der Zerstörung der Umwelt, ins französische Strafrecht mit aufzunehmen, auch das würde Prozesse gegen Klimasünder leichter machen.

Die Vorschläge sind erst einmal nur Vorschläge und nicht rechtlich bindend, aber Staatspräsident Emmanuel Macron wird sich sehr wohl mit ihnen auseinandersetzen müssen, da er den Klimarat selbst ins Leben gerufen hat. Der Rat war seine Idee, um dem Populismus der Gilets jaunes, der Gelbwesten, die vor allem im Protest gegen die CO₂-Steuer des Präsidenten zusammenfanden, mehr Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger entgegenzusetzen.

Nun ist direkte Demokratie eine komplizierte Sache, und es gibt genügend gute Gründe, warum wir eine repräsentative Demokratie haben, auch wenn sie in unserer polarisierten Gesellschaft oft unter Druck steht.

Das Experiment aus Frankreich ist umso wichtiger, weil es beweist, dass direkte Elemente innerhalb einer repräsentativen Demokratie manches offenlegen können, was sonst verborgen bliebe – etwa die Tatsache, dass die Bevölkerung im Klimaschutz schon viel weiter ist als ihre politischen Vertreter. Das französische Gremium nimmt seine Verantwortung dabei durchaus ernst: Der Bürgerrat will nämlich nicht alle seiner Vorschläge zur allgemeinen Abstimmung stellen, sondern nur zwei (die Änderung der Verfassung sowie den Tatbestand des Ökozids), weil seine Mitglieder selbst der Meinung sind, dass die anderen Themen zu komplex seien, um ihnen mit einer Abstimmung gerecht zu werden.

Raphaël Glucksmann, ein französischer Aktivist und mittlerweile Politiker im Europaparlament, hat vor zwei Jahren in seinem Buch „Die Politik sind wir“ argumentiert, dass nur, wenn die Menschen wieder über Wahlen hinaus an der Politik teilnähmen, sie wieder zu aktiven Staatsbürgerinnen und Bürgern werden würden: „Um die Folgen des Klimawandels abzumildern, müssen wir unsere Fernbedienung weg- und unsere clownesken Gewohnheiten ablegen. Wir müssen Bürger werden. Wir müssen unser komisches Verhältnis zur Welt hinter uns lassen, das auf der Idee basiert, jedes Problem sei letztlich ein Missverständnis.“

Er schreibt dann weiter, dass es dazu natürlich noch viel größerer Veränderungen bedarf als lediglich neuer Gremien, damit alle wieder zu aktiven Bürgerinnen und Bürgern werden können – weil man auch die Ressourcen und die Zeit dafür haben muss. Und da wären wir schon bei der nächsten Debatte, bei der ums Grundeinkommen. Vielleicht könnte auch da ein neuer Rat ganz hilfreich sein.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Pia Ratzesberger

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From What is to What if

Donnerstag, Mai 28th, 2020 von ulli

Ich besuchte Anfang Mai den Online Kongress von Global 2000 „Visions for Transition“, bei dem es um notwendige Veränderungen im Bereich der Landwirtschaft ging. Hier eine Zusammenschau der engagierten Veranstaltung:


Der erste Tag drehte sich – in zwei parallelen Sessions –  in vielfältigen Beiträgen um die besorgniserregenden Entwicklungen und Auswirkungen des Agrarbereichs und war wegen technischer Schwierigkeiten ein wenig anspruchsvoll. Dennoch möchte ich dir die spannenden Vorträge ans Herz legen. Am besten gehst du die Videos der beiden Tage durch, die online auf Englisch und Deutsch (und sogar slowakisch) verfügbar sind.
Am zweiten Tag war dann alles leichter, die Technik und die Inhalte. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir zwei Vorträge:

Von Holobionten…

Der fundierte Beitrag von Martin Grassberger: Überleben als Holobiont, in der er über unser Zusammenleben mit Mikroben spricht und Bezüge herstellt zwischen der Artenvielfalt im menschlichen Darm und der im landwirtschaftlich genutzten Boden. Mit den neuesten wissenschaftlichen Befunden wird auch unser Selbstverständnis als menschliches Individuum in Frage gestellt: Wer sind wir eigentlich, und wie sind wir von den in und auf uns lebenden Mikroben bestimmt? Ich habe dann gleich weiter recherchiert und einen zweiten sehr informativen Vortrag von Grassberger im Netz gefunden: Holobionten und ihr Mikrobiom. Der Vortrag wurde im Rahmen des Symposions „Aufbauende Landwirtschaft“ der Gemeinschaft Tempelhof gehalten, auch das eine sehr interessante Initiative.  Was es schon alles gibt!

Imagination statt Frustration

Begeistert hat mich in jeder Hinsicht der Vortrag von Rob Hopkins. Ja, ich glaube, ich bin jetzt ein absoluter Rob Hopkins Fan. Der junge Mann ist, wie es auf Wikipedia heisst, „ein britischer Dozent und Umweltaktivist, der vor allem als Begründer der Transition-Towns-Bewegung bekannt wurde.“ Von der britischen Zeitung „The Independent“ wurde Hopkins unter die 100 wichtigsten Umweltschützer des Landes gewählt. Am besten schaust du dir seinen Vortrag selbst an und lässt dich anstecken von der Kraft der Imagination: „From Imagination to Transition: Welche Kräfte verhindern Transformation, welche begünstigen sie?“

In der Vorschau zu seinem Vortrag heisst es:

„Immer mehr Menschen – ganz besonders junge – nehmen vor dem Hintergrund der großen ökologischen Krise die Zukunft als zunehmend düster und bedrohlich war. Aber muss sie das sein? Nein, meint Rob Hopkins ‒ wir haben die Fähigkeit, dramatische Veränderungen zu bewirken. Sollten wir scheitern, dann nur, weil wir unser wichtigstes Werkzeug verkümmern lassen: die menschliche Vorstellungskraft, also die Fähigkeit, die Dinge so zu betrachten, wie sie sein könnten. Das heißt die Fähigkeit zu fragen „Was wäre, wenn…?“ und wenn es jemals eine Zeit gab, in der wir diese Fähigkeit brauchen, dann jetzt.“

 

Hier sein Blog „Imagination taking Power“ und hier sein neuestes Buch „From What is to What if“ , das hoffentlich die Welt ein wenig bunter macht!

Das absolute Highlight der Konferenz war ein Zoom Workshop mit Rob Hopkins, wo wir in kleinen Gruppen der Frage nachgingen „Was wäre wenn…“. Es wurde ein Feuerwerk an Kreativität und die Stimmung, die sich bei mir und den rund 80 Teilnehmenden entwickelte, lässt mich noch heute lächeln. So entsteht Zuversicht. Der Workshop war von den global 2000 OrganisatorInnen grossartig professionel moderiert und gestaltet. Hier kannst du dir die visuell sichtbar gemachten Ideen sogar ansehen.

Als ich ein wenig im Netz weitergesucht habe, bin ich auf  dorfuni.at – „Bildung für Alle Allerorts“ gestossen. Noch eine spannende Initiative, die in der Steiermark gegründet wurde. Dort war Rob Hopkins am 18.Mai 20 zu Gast, und dieses Video aus dem Videoarchiv der Dorfuni werde ich mir JETZT anschauen.

Was wäre wenn…. wir – mehr als allem anderen – unseren Visionen und Sehnsüchten folgen würden ?

Nachtrag: Da sind schon einige vom Fragen ins Handeln gekommen: Eine besonders interessante Initiative im landwirtschfaftlichen Bereich ist SEZONIERI – eine Kampagne für die Rechte der Erntehelfer_innen in Österreich. Hier einige Links dazu:

https://mosaik-blog.at/erntearbeiter-ausbeutung-corona-sezonieri/

http://www.sezonieri.at/

http://www.sezonieri.at/publikationen/  (Kurzvideos)

Nachtrag 2: Auch die Voices of Climate Change zum Klimavolksbegehren zeigen anschaulich, worum es geht…

„Hilfreich-Liste“ in Zeiten von Corona

Donnerstag, März 19th, 2020 von ulli

foto 014Hier sammle ich – für mich und dich – Online-Quellen, die ich dieser Tage als hilfreich einschätze. Unglaublich, wie schnell sich aus der Verwirrung heraus auch Kreativität entfaltet!

Medienfasten hat sich schon bewährt. Dazwischen in dosiertem Ausmass qualitätsvolle Nachrichten und nach Lust und Laune einige der folgenden Newsletter, Online Seminare, Texte, Videos, Websites…:

..wird laufend erweitert… plätschert aber langsam aus….

Online Kurse des Boddhi College

Mediationen online mit MC Brigitte

Newsletter vom Arbor Verlag mit Achtsamkeitsseminaren Online

Corona und Medien: Interview mit Prof. Pörksen, Uni Tübingen

Interview mit Dr. Tegnell über den umstrittenen schwedischen Weg

AutorInnen des Residenzverlags bloggen: Chronik eines Ausnahmezustands

noch eine kluge Frau: ZDF Gespräch mit Maja Göpel: „Wir sehen jetzt, dass viel mehr möglich ist“ (Danke Christa)

Petra Bock (Autorin von „Der entstörte Mensch„) in einem Interview auf (mehr …)