{"id":2083,"date":"2013-12-13T19:25:02","date_gmt":"2013-12-13T17:25:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/?p=2083"},"modified":"2014-03-24T00:03:21","modified_gmt":"2014-03-23T22:03:21","slug":"gelassenheit-radiokolleg-der-woche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/?p=2083","title":{"rendered":"Gelassenheit &#8211; Radiokolleg der Woche"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/oe1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2084\" title=\"oe1\" src=\"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/oe1.gif\" alt=\"\" width=\"51\" height=\"25\" \/><\/a>Ich mag \u00d61 und falls du einem Freund, einer Freundin etwas Sinnvolles zu Weihnachten schenken willst, dann schenke ihm oder ihr eine \u00d61 Mitgliedschaft. Da kommt dann das Programmheft monatlich ins Haus und Freund\/Freundin kann sich\u00a0 die Zeiten schon freihalten zum hinh\u00f6ren. Oder zum nachh\u00f6ren, was eine Woche nachher noch m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>So auch das Radiokolleg dieser Woche zum Thema <strong>&#8220; Gelassenheit&#8220;\u00a0 Zwischen Selbstbeherrschung und Gleichg\u00fcltigkeit<\/strong> &#8211; Gestaltung: Peter Zimmermann<\/p>\n<p>Sehr h\u00f6renswert. Verwundert hat mich, wieviele historische europ\u00e4ische Bez\u00fcge es zur Lebenskunst Gelassenheit gibt und wie es bereits Anfang des 19. Jahrhunderts Bedenken gab, dass mit dem neu erstarkendem Wirtschaftssystem die Faulheit oder besser die Musze verloren zu gehen droht.\u00a0 Oder dass es eine griechische Schule gab, die das Zweifeln zur Methode erhob zum Erlernen von Gelassenheit. Und es ist einfach sch\u00f6n, Hartmut Rosa zuzuh\u00f6ren oder Wilhelm Schmid, denn auch die heutigen Philosophen haben einiges Spannendes zu sagen. &#8230; Ja, \u00d61 weitet den Horizont.<\/p>\n<p>Hier ist der\u00a0 Text von <a href=\"http:\/\/oe1.orf.at\/programm\/357449\" target=\"_blank\">http:\/\/oe1.orf.at\/programm\/357449<\/a> widergegeben, um ihn &#8211; inklusive Literaturliste &#8211; zu doppeln, zu retten, zu sichern oder was auch immer:<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>\u00a0Um zu erkl\u00e4ren, was Zen bedeutet, hat ein Priester eines zen-buddhistischen Tempel in Kyoto folgendes Beispiel gebracht:<\/p>\n<p>&#8222;Etwas Rotes in rotem Licht betrachtet, sieht man nicht. Etwas Rotes in blauem Licht betrachtet, erscheint violett. Das bedeutet: auch wenn wir vorhaben, die Dinge im selben Licht zu betrachten, betrachten wir sie doch stets nur im Licht unserer eigenen Brille. So schauen alle Dinge gleich aus &#8211; und gewiss anders, als sie wirklich sind. Wenn man aber versucht, die Brille abzunehmen, und den anderen anders zu sehen, dann gelingt es vielleicht, ihn zu verstehen.\u201c<\/p>\n<p>Was soll das denn eigentlich bedeuten: gelassen sein? Schottet sich der gelassene Mensch von der Welt ab? Ist ihm alles, was um ihn herum geschieht, egal? Oder ist er einfach jemand, der in der Lage ist, sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen, Ruhe und Nerven zu bewahren, wo andere nerv\u00f6s und fahrig sind?<\/p>\n<p>Gelassenheit ist jedenfalls keine Tugend, sie ist auch niemandem angeboren, sie ist eine Einstellung zur Welt. Eine mit Tradition, k\u00f6nnte man sagen, denn von der Antike (Stoiker) \u00fcber das Mittelalter (Meister Eckhart), den Buddhismus bis in unsere unmittelbare Gegenwart steht diese Haltung zur Debatte. Seit der Moderne, also seit dem sp\u00e4ten 19. Jahrhundert, seit Beginn des nerv\u00f6sen Zeitalters (Richard Krafft-Ebing), gilt Gelassenheit einerseits als erstrebenswert im Sinne von innerer Ruhe, andererseits aber auch als abzulehnende Haltung, weil sie dem Vitalismus und dem Glauben an die Grenzenlosigkeit widerspricht.<\/p>\n<p>Gelassenheit: eine ambivalente Haltung zur Welt, die jede\/n von uns st\u00e4ndig besch\u00e4ftigt &#8211; weil wir gelassen sein wollen und uns zugleich davor f\u00fcrchten, gelassen den Anschluss zu verpassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0Verwendete Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Str\u00e4ssle: &#8222;Gelassenheit. \u00dcber eine andere Haltung zur Welt&#8220;, Hanser Verlag 2013<\/p>\n<p>Hartmut Rosa: &#8222;Beschleunigung und Entfremdung&#8220;, Suhrkamp Verlag 2013<\/p>\n<p>Sighard Neckel, Greta Wagner (Hg.): &#8222;Leistung und Ersch\u00f6pfung. Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft&#8220;, Suhrkamp Verlah 2013<\/p>\n<p>Wolfgang Martynkewicz: &#8222;Das Zeitalter der Ersch\u00f6pfung. Die \u00dcberforderung des Menschen durch die Moderne&#8220;, Aufbau Verlag 2013<\/p>\n<p>Livia Klingl: &#8222;Die Kunst vollkommener Gelassenheit&#8220;, Metroverlag 2012<\/p>\n<p>Robert Pfaller: &#8222;Die Illusionen der anderen. \u00dcber das Lustprinzip in der Kultur&#8220;, Suhrkamp Verlag 2012<\/p>\n<p>Robert Pfaller: &#8222;Wof\u00fcr es sich zu leben lohnt. Elemente materialistischer Philosophie&#8220;, S. Fischer Verlag 2011<\/p>\n<p>Robert Pfaller: &#8222;Zweite Welten. Und andere Lebenselixiere&#8220;, S. Fischer Verlag 2012<\/p>\n<p>Wilhelm Schmid: &#8222;Auf der Suche nach einer neuen Lebenskunst&#8220;, Suhrkamp Verlag 2008<\/p>\n<p>Wilhelm Schmid: &#8222;Gelassenheit. Was uns hilft, wenn wir \u00e4lter werden&#8220;, Insel Verlag 2014 (erscheint im M\u00e4rz)<\/p>\n<p>Wilhelm Schmid: &#8222;Gl\u00fcck. Alles, was Sie dar\u00fcber wissen m\u00fcssen, und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist&#8220;, Insel Verlag 2013<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich mag \u00d61 und falls du einem Freund, einer Freundin etwas Sinnvolles zu Weihnachten schenken willst, dann schenke ihm oder ihr eine \u00d61 Mitgliedschaft. Da kommt dann das Programmheft monatlich ins Haus und Freund\/Freundin kann sich\u00a0 die Zeiten schon freihalten zum hinh\u00f6ren. Oder zum nachh\u00f6ren, was eine Woche nachher noch m\u00f6glich ist. 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