{"id":447,"date":"2011-03-14T15:53:25","date_gmt":"2011-03-14T13:53:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/?p=447"},"modified":"2011-12-02T22:43:48","modified_gmt":"2011-12-02T20:43:48","slug":"the-work-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/?p=447","title":{"rendered":"The Work II"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/landschaftsfoto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-463\" title=\"landschaftsfoto von der gea seite\" src=\"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/landschaftsfoto.jpg\" alt=\"\" width=\"264\" height=\"275\" \/><\/a>Das letzte Wochenende haben Gerhard und ich wieder in Schrems in der wunderbaren Gea Akademie verbracht (die G\u00e4stezimmer sind echt ein Traum!!). Wir waren beim &#8222;The Work&#8220; Fortgeschrittenenseminar mit Anton Dicketm\u00fcller.\u00a0Ich habe ja bereits im Beitrag \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/?p=38#more-38\" target=\"_blank\">das erste Seminar \u00a0letzten Juni <\/a>\u00a0ausf\u00fchrlich die Methode von Byron Katie &#8222;The Work&#8220; \u00a0beschrieben. Eine Methode zum Bearbeiten von belastenden Glaubenss\u00e4tzen. Von denen wir alle genug im Kopf haben.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Was habe ich wieder alles gelernt!<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">Einmal mehr war in aller Deutlichkeit zu erfahren, wie sehr\u00a0wir Menschen mit unseren Dramen verflochten sind. Unglaublich, wie wir diesen Geschichten ein Leben lang verbunden bleiben. Wir werden als Kind geschlagen &#8211; und in Gedanken schlagen wir uns ein ganzes Leben lang. Unser Vater hat uns nicht geliebt, als wir klein waren und wir hecheln seiner Liebe nach, auch wenn er schon seit Jahrzehnten gestorben ist. Ich war als Kind im Brutkasten und kein Mensch hat sich um mich gek\u00fcmmert! Ich war im Keller eingesperrt und von aller Welt vergessen! Ich bin so allein! schreien wir mit 40, 50 Jahren immer noch in die Welt hinaus und sehen dabei nicht, wie sehr wir die Menschen in unserem Leben rund um uns allein lassen und erst\u00a0gar nicht wahrnehmen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Freilich bei anderen sehen wir das immer schneller als bei uns selbst. Wir sehen nicht nur die Macht der fr\u00fcheren Verletzung, sondern auch den Gewinn, mit dem Menschen ihre\u00a0Dramen immer weiter am K\u00f6cheln halten. Wie aufregend diese Geschichten sind, die uns beim Zuh\u00f6ren sogleich in ihren Bann ziehen und uns zutiefst ber\u00fchren. Das Leben ist voll dieser Geschichten. Wir sind Opfer, klagen wir bitter, \u00a0und das rechtfertigt uns, bei unseren eigenen vielleicht verletzenden Handlungen weniger genau hinzuschauen. So dreht sich das Kreisel weiter und weiter, wird verletzt und wieder verletzt. Bewegen wir uns weiter\u00a0in unseren Albtr\u00e4umen und Trag\u00f6dien und kreisen immerzu um unser armes kleines verletztes Ego.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">So ticken wir alle<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">Um eins richtig zu stellen, so ticken wir alle. Das ist kein Vorwurf. \u00a0Ohnehin ist es weit\u00a0hilfreicher zu schauen, was uns aus diesen Mustern &#8211; wenn wir sie erstmal erkannt haben &#8211; \u00a0hinaushelfen kann. Und damit sind wir beim Ziel des Seminars, das diesmal den sch\u00f6nen Titel trug\u00a0: &#8222;Lieben, wer ich bin&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ja, es gibt Methoden, uns aus diesen Schlamassel unserer \u00dcberzeugungs-M\u00e4rchen, die wir uns wieder und wieder erz\u00e4hlen, zu befreien. Und ja, wir k\u00f6nnen bewusster werden und uns von unseren Dramen\u00a0l\u00f6sen. The Work ist eine Methode, die wirkt. Mit nur 4 Fragen und der Umkehrung dazu, mit einem Hineinsp\u00fcren in das Sein mit und ohne diesen &#8222;Zauberspruch&#8220; und dem abschliessenden\u00a0Herumdrehen der Aussage, wird uns klar, dass wir uns selbst gefesselt hatten.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Ein paar Zitate von Katie Byron:<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Schlimmste, was jemals passiert ist, ist ein nicht hinterfragter Gedanke. * Die Realit\u00e4t ist immer freundlicher als die Geschichte, die wir \u00fcber sie erz\u00e4hlen. * Die Realit\u00e4t ist Gott, weil sie regiert.* Wenn ich ganz klar bin, ist das, was ist, das, was ich will. * Ich lasse meine \u00dcberzeugungen nicht los &#8211; ich hinterfrage sie. Dann lassen sie mich los. * Niemand kann mich verletzen. Das ist meine Aufgabe. *Wenn du Stress haben willst, mache einen Plan.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Ein paar weitere Splitter, die ich aus dem Wochenende mitgenommen habe:<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein Gef\u00fchl ist die Folge einer Geschichte &#8211; dh. die Geschichte ist die Ursache f\u00fcr ein Gef\u00fchl. * Bei &#8222;the Work&#8220; w\u00fcrdigen den Teil in uns, der den negativen Satz glaubt. * Wenn wir die negativen Gedanken freundlich behandeln, dann wagen sie, es sich zu zeigen. * Sind wir in der Angelegenheit (&#8222;business&#8220;) anderer, macht uns das v\u00f6llig hilflos und unf\u00e4hig, klar zu sehen. * The Work ist Meditation, Kommunikation mit dem Herz. * Die Methode funktioniert nicht, wenn du ein Motiv hast, etwas loszuwerden. Mach sie einfach und schau was geschieht. * Der Zauberspruch klebt an mir &#8211; oder:\u00a0 ich klebe an dem Zauberspruch? In letzterem Fall kannst <em>du<\/em> das ver\u00e4ndern. * Opfer sind oft sehr aggressiv. * Ich brauche deine Anerkennung, stimmt das? *Einverstanden sein, heisst: \u00a0im Himmel sein &#8211; die Realit\u00e4t anders haben wollen: \u00a0in der H\u00f6lle. * Bemerke, wie ein Glaubenssatz klammert, eng macht, kontrolliert, zensuriert. * Rechtfertigung und Verteidigung sind beides Schritte von Krieg. * Du kannst das M\u00e4rchen \u00fcber dich neu schreiben.\u00a0 * Das, was man den anderen unbedingt sagen muss, sollte eineR bei sich selbst gut anschauen. * Was w\u00e4re ich ohne den Gedanken, mein Gl\u00fcck h\u00e4ngt von jemand anderem ab&#8230;? * &#8222;Ja aber&#8220; geht raus aus dem Prozess und rein in die Geschichte.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Eine feine Gruppe &#8230;<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Gruppe war sehr fein. So viele nette Menschen. Die bearbeiteten Glaubenss\u00e4tze klangen wie ein Sittenbild der Gesellschaft der 60er und 70er Jahre. Ich hatte sie alle noch im Ohr: &#8222;wenn du was sagst, dann sag was G&#8217;scheites&#8220;, &#8222;du muss das alles alleine k\u00f6nnen und regeln&#8220;, &#8222;Gef\u00fchle zeigt man nicht&#8220;. &#8222;du musst dich plagen&#8220;, &#8222;es muss schwer sein, sonst taugt es nichts&#8220;, &#8222;ohne Leistung kein Wert&#8220;, &#8222;du bist zu nichts zu gebrauchen (&#8230;wie ein Haushaltsger\u00e4t)&#8220;, &#8222;du darfst nicht schwach sein.&#8220;\u00a0\u00a0 Aber auch die neueren, immer noch aktuellen \u00dcberzeugungen klingeln gut:\u00a0 &#8222;ich muss in der Fr\u00fch gut drauf sein&#8220;, Ich muss immer gl\u00fccklich und zufrieden sein&#8220;. &#8222;krank sein, heisst, dass du etwas falsch gemacht hast. selber schuld&#8220;.\u00a0 und so weiter und so fort.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">&#8230; grossartig betreut<\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\">Anton hat die Gruppe wieder souver\u00e4n begleitet.\u00a0Gleich zu Beginn des Seminars hat er die gekonnte Praxis von The Work gezeigt,\u00a0n\u00e4mlich wie man sich auf Unerwartetes gut einstellen kann: Das ist jetzt also die Realit\u00e4t und damit ist es richtig so, wie es ist. Auf dieser Basis\u00a0hat \u00a0er trotz vielf\u00e4ltiger Ausgangspositionen und Zug\u00e4nge spannendes Lernen f\u00fcr alle m\u00f6glich gemacht und grossartig improvisiert. Die\u00a0Abwechslung\u00a0von Kurzinputs, Gesamt-Gruppenarbeit und &#8222;Vorf\u00fchr-works&#8220; war wieder ideal. Anton kannte nach kurzer Zeit alle Teilnehmenden\u00a0 per Namen und hatte gut im Blick, ob jede und jeder auch\u00a0den f\u00fcr sich passenden\u00a0Teil mit nach Hause nehmen k\u00f6nne. Seine umwerfende Ehrlichkeit bleibt mir besonders in Erinnerung und ist mir Vorbild, wie eineR mit\u00a0gemachten Fehlern locker und authentisch umgehen kann.\u00a0 Er und auch seine liebensw\u00fcrdige Begleiterin Manuela bot selbst in den Pausen noch zus\u00e4tzliche Einzelsitzungen an. So war f\u00fcr die Gruppe bestens gesorgt. Auch das Skriptum soll als wertvolle Quelle nicht unerw\u00e4hnt bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Teile von Antons Anleitung zur Morgenmeditation haben mir besonders gut gefallen:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8230;\u00a0Schau dir die Geschichte (der Gedanken) \u00a0an. Gib ihr einen Namen. Bedanke dich bei ihr, dass sie ihr ganzes Leben mit dir verbracht hat und schau, wie sie dorthin zur\u00fcckgeht, woher sie gekommen ist. &#8230;. Sei geatmet.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Beziehungs&#8220;work&#8220;<\/h2>\n<p>Gerhard und ich haben eine Menge mit heim genommen. Wir hatten &#8211; als einziges Paar\u00a0&#8211; \u00a0die Aufgabe \u00fcbernommen, mit the Work einen Konflikt vor der Gruppe zu bearbeiten. Das war ganz sch\u00f6n spannend und hat ein paar z\u00e4he Beziehungsmuster gut aufgezeigt und &#8211; hoffentlich nachhaltig &#8211; angeknackst. Im \u00fcbrigen bin ich ja total begeistert, dass Gerhard \u00fcberhaupt f\u00fcr solch innovative Methoden offen ist und wir gemeinsam zu solchen Seminaren fahren. So ein Prachtmann!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So werden wir uns in n\u00e4chster Zeit auch wieder \u00f6fter im Alltag\u00a0bei irgendwelchen Aussagen ein\u00a0liebevolles,\u00a0leicht ironisches &#8222;stimmt das?&#8220; &#8222;bist du dir ganz sicher, dass das stimmt?&#8220; entgegensetzen und uns so daran erinnern, wie hilfreich das Infragestellen unseres Denkens ist. Und wenn wir wieder mal so richtig in Wut geraten \u00fcber die Welt im allgemeinen und Menschen im besonderen, dann machen wir das Fragespiel von the Work.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: left; padding-left: 30px;\">Trauriger Anlass zum \u00dcben sind derzeit ja die Ereignisse in Japan. Da kommt unser Verstand ins Rotieren, statt dass wir unser Herz reagieren liessen. Ohne wenn und aber&#8230;\u00a0 Dieses Thema ist mir ausserdem f\u00fcr einen lockeren Blogbeitrag zu schwer.\u00a0 Also zum Ende.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Liebe Manuela und lieber Anton. Falls ihr das gelesen haben solltet: \u00a0Grosses Danke nochmal und sch\u00f6ne Zeit!!!<br \/>\n&#8211; das stimmt sicher \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das letzte Wochenende haben Gerhard und ich wieder in Schrems in der wunderbaren Gea Akademie verbracht (die G\u00e4stezimmer sind echt ein Traum!!). Wir waren beim &#8222;The Work&#8220; Fortgeschrittenenseminar mit Anton Dicketm\u00fcller.\u00a0Ich habe ja bereits im Beitrag \u00fcber das erste Seminar \u00a0letzten Juni \u00a0ausf\u00fchrlich die Methode von Byron Katie &#8222;The Work&#8220; \u00a0beschrieben. 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