{"id":449,"date":"2011-03-14T12:48:02","date_gmt":"2011-03-14T10:48:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/?p=449"},"modified":"2011-03-14T13:56:04","modified_gmt":"2011-03-14T11:56:04","slug":"mein-aktuelles-lieblingsbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/?p=449","title":{"rendered":"Mein aktuelles Lieblingsbuch"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/die-kuh.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-450\" title=\"die kuh\" src=\"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/die-kuh.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" \/><\/a>Nie zuvor\u00a0habe ich ein leichteres, weiseres und humorvolleres Geschichten-Buch gelesen, als das von Ajahn Brahm: Die Kuh, die weinte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was kann ich davon erz\u00e4hlen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Gleich in der ersten Geschichte erz\u00e4hlt Brahm, wie er in jungen Jahren eine Mauer baute, mit der er nicht zufrieden war, weil 2 Ziegeln schief lagen. Und wie er es jahrelang vermied, die Mauer herzuzeigen, und bei jedem Hinsehen nur die 2 schiefen Ziegeln sah und sich dar\u00fcber \u00e4rgerte. Eines Tages jedoch bewunderte ein Besucher diese Mauer, und machte ihn auf die anderen, die\u00a098 \u00a0perfekt sitzenden Ziegel\u00a0aufmerksam. Diese f\u00fcr ihn pr\u00e4gende Einsicht zieht\u00a0 Brahm als Metapher auch in anderen Geschichten durch das Buch. Er stellt dabei immer wieder die Frage: Welche Steine siehst du in deiner Mauer, die schiefen oder die perfekten?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Geschichten sind nicht frei erfunden, sondern Begebenheiten aus dem Leben des Autors, der aus Grossbritannien stammt und aktuell ein buddhistisches Kloster (der Theravada Tradition) \u00a0in Australien leitet. Dieser Mann geht mit einer Leichtigkeit an die H\u00f6hen und Tiefen des modernen Lebens heran, die dich mitnimmt und schweben l\u00e4sst. Auch kannst du\u00a0immer wieder laut mitlachen. Wenn Brahm nach einer Reihe von Skandalen um die Missachtung des\u00a0Z\u00f6libats\u00a0\u00a0z.B. bei einem \u00f6ffentlichen Vortrag seinem Publikum das Gest\u00e4ndnis macht, er &#8211; als zolibat\u00e4rer M\u00f6nch &#8211; h\u00e4tte in den Armen einer verheirateten Frau gelegen und sie h\u00e4tten sich gek\u00fcsst und geherzt und er h\u00e4tte es sehr genossen. Um danach in die schreckensgeweiteten Augen seiner Anh\u00e4ngerInnen zu blicken und ihnen zu sagen, dass die Frau seine Mutter war und er ein Baby. Und sie sollten sich \u00fcberlegen, wie schnell und oberfl\u00e4chlich sie eben ein Konzept und Urteil aufgebaut h\u00e4tten. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sehr ber\u00fchrend\u00a0 ist die Geschichte, nach der das Buch benannt ist: die Kuh, die weinte. Sie handelt von einem Gef\u00e4ngnisinsassen, der dem Gef\u00e4ngnis&#8220;seelsorger&#8220; Brahm die Geschichte seiner &#8222;Umkehr&#8220; erz\u00e4hlt. Der H\u00e4ftling hatte im Gef\u00e4ngnisschlachthof die Aufgabe gew\u00e4hlt, die Tiere zu t\u00f6ten, da man damit gut Aggressionen abbauen konnte. Die Tiere sp\u00fcrten ihren nahenden Tod und mussten\u00a0 allesamt voller Angst und in Panik zur Schlachtbank gezwungen werden. Doch eines Tages kam eine Kuh ganz ruhig und freiwillig auf ihn zu und sah ihn nur ernst an &#8211; und in ihren Augen h\u00e4tten sich Tr\u00e4nen gebildet. Das hat sein Herz dermassen ber\u00fchrt, und von da an h\u00e4tte er kein Tier mehr t\u00f6ten k\u00f6nnen und sein Leben h\u00e4tte sich gewandelt.\u00a0&#8211; Brahm schreibt das viel spannender als ich das jetzt kann..<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Geschichten sind k\u00fcrzer und l\u00e4nger und nach Themen geordnet wie &#8222;Perfektion und Schuldgef\u00fchle&#8220;, &#8222;Liebe und Verbindlichkeit&#8220; oder &#8222;Weisheit und innere Ruhe&#8220;. Sie werden als &#8222;buddhistische&#8220; Geschichten bezeichnet, doch ich finde das Etikett entbehrlich. Es sind Geschichten aus dem Leben, aus deinem, meinem und unserem Leben. Geschichten \u00fcber Themen, die das Mensch Sein betreffen und nichts mit einer religi\u00f6sen Orientierung zu tun haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mach dir eine Freude und lies dieses Buch.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ajahn Brahm: Die Kuh, die weinte. Lotos Verlag 2009. Gebundene Ausgabe, 239 Seiten. ca 15 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nie zuvor\u00a0habe ich ein leichteres, weiseres und humorvolleres Geschichten-Buch gelesen, als das von Ajahn Brahm: Die Kuh, die weinte. Was kann ich davon erz\u00e4hlen? Gleich in der ersten Geschichte erz\u00e4hlt Brahm, wie er in jungen Jahren eine Mauer baute, mit der er nicht zufrieden war, weil 2 Ziegeln schief lagen. 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