{"id":998,"date":"2012-01-20T19:51:24","date_gmt":"2012-01-20T17:51:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/?p=998"},"modified":"2012-08-10T16:08:57","modified_gmt":"2012-08-10T14:08:57","slug":"presencing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/?p=998","title":{"rendered":"Presencing&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/scharmer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-999\" title=\"scharmer\" src=\"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/scharmer-300x193.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/scharmer-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.schule-der-wertschaetzung.at\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/scharmer.jpg 582w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich habe das Gespr\u00e4ch mit\u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/www.ottoscharmer.com\/\" target=\"_blank\">Claus Otto Scharmer<\/a> durch Zufall in der ORF-TVthek gefunden. Der Beitrag ist leider nicht mehr in den Weiten des Web zu finden.<\/p>\n<p>Ich habe nicht alles verstanden, was Herr Scharmer in der Aufzeichnung eines <a href=\"http:\/\/radiokulturhaus.orf.at\/radiokulturhaus\/artikel\/267903\" target=\"_blank\">Gespr\u00e4chs &#8222;Im Zeitraum&#8220; im Radio Kulturhaus<\/a> von 2011 von sich gegeben hat. Aber ein paar Dinge liessen mein Herz h\u00f6her schlagen.<\/p>\n<p><!--more-->Seine systemische Analyse der aktuellen globalen Probleme scheint mir stimmig. Es g\u00e4be da die \u00f6kologische (\u00f6konomische) Krise, die Krise des sozialen Umgangs miteinander sowie die Krise &#8222;Mensch mit sich selbst&#8220;. Eine \u00c4nderung auf einer Ebene sei nur im Zusammenspiel mit den \u00c4nderungen auf den anderen Ebenen m\u00f6glich. Und das bedeutet u.a.: Wir sollten auch bei uns selbst mit einer neuen Herangehensweise beginnen.<\/p>\n<p>Sein Zugang ist sehr pers\u00f6nlich. Im Interview schildert Scharmer die Erfahrung, wie er als Kind die Zerst\u00f6rung seines Elternhauses durch Feuer mitansehen musste und dabei ein besonderes Bewusstseinserlebnis hatte. Er h\u00e4tte einerseits die Zerst\u00f6rung seines bisherigen Selbst wahrgenommen &#8211; mit dem Bauernhaus sei auch sein bisheriges Selbst im Flammen gestanden &#8211; und andererseits eine zus\u00e4tzliche Dimension seines Selbst erkannt: sein Potential, das er in Zukunft in die Welt bringen wolle.<\/p>\n<p>Claus Otto Scharmer ist kein New Age Vertreter, sondern Professor am MIT Insitute in Boston. Der \u00d6konom und Managementberater &#8230;<\/p>\n<p><em>&#8222;besch\u00e4ftigt sich mit der Frage, wie sich Personen und Institutionen &#8211; in und abseits von Krisen &#8211; positiv und kreativ wandeln k\u00f6nnen. Claus Otto Scharmer hat eine neue und weltweit vielbeachtete F\u00fchrungsmethode entwickelt, die sowohl den Erfordernissen von Nachhaltigkeit und globaler Verantwortung gerecht wird, als auch das dazu erforderliche praktische F\u00fchrungswissen bereitstellt.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>2009\u00a0\u00a0erschien sein\u00a0dazu verfasstes Buch auf Deutsch: &#8222;Theorie U &#8211; Von der Zukunft her f\u00fchren&#8220;\u00a0 im <a href=\"http:\/\/www.carl-auer.de\/\" target=\"_blank\">Carl Auer Verlag<\/a>.<\/p>\n<p>Weiter heisst es auf der oben zitierten Website des Radiokulturhauses:<\/p>\n<p><em>&#8222;Sein zentraler Ausgangspunkt dabei ist die Einsicht, dass man die Entwicklung einer Situation und eines Prozesses dadurch beeinflusst, wie man an sie herangeht. Konkret h\u00e4ngt es von der eigenen Aufmerksamkeit und Achtsamkeit ab. &#8222;Von der Zukunft her f\u00fchren&#8220; bedeutet: Potenziale und Zukunftschancen zu erkennen und im Hinblick auf aktuelle Aufgaben zu erschlie\u00dfen. Eine Vorgangsweise, die Scharmer &#8222;Presencing&#8220; nennt &#8211; aus &#8222;Presence&#8220; (Anwesenheit) und &#8222;Sensing&#8220; (sp\u00fcren). In einem Dreischritt, der \u00d6ffnung des Denkens, des F\u00fchlens und des Willens entsteht eine Fertigkeit zur Entwicklung.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Das gef\u00e4llt mir: Pre-sencing. Diese Herangehensweise hat mit einer neuen Form der Wahrnehmung und des Sp\u00fcrens zu tun, einer Wahrnehmung von sich selbst und der anderen, und es erschliesst die Quellen der Intuition.\u00a0Das bedeute nicht wie bisher ein Projekt zu planen und die Idee ensprechend umzusetzen, sondern mit einer Idee in eine Entstehungsphase zu gehen, sie mit anderen zu diskutieren, sie selbst neu zu sehen und die Dinge sich entwickeln zu lassen. Auch sollten die Ph\u00e4nomene von ihren Grenzen her erschlossen werden. Erst in der Sichtung der Grenzen zeigte sich die gesamte Bandbreite des M\u00f6glichen. Ein ziemlicher Paradigmenwechsel.<\/p>\n<p>Wenn sich Innovationen wie diese in Wirtschaftskreisen herumsprechen, kann das ja nicht schaden. Das Radio Kulturhaus war jedenfalls voll besetzt, und ich habe im Publikum sogar einen alten Studienkollegen, einen sehr erfolgreichen Unternehmensberater entdeckt, einen dieser fortschrittlichen Jungs&#8230;<\/p>\n<p>Spannend, wie der Aktionsforscher Scharmer davon berichtet, dass er in vielen Interviews in Unternehmen und Organisationen h\u00f6re, dass Menschen sich in verschiedenen Formen der Achtsamkeit \u00fcben w\u00fcrden, dar\u00fcber jedoch nicht mit ihren KollegInnen spr\u00e4chen. Sie d\u00e4chten sich damit anders und allein.\u00a0Scharmer sichtet\u00a0dagegen in dieser Hinsicht eine globale soziale Bewegung. Allerdings mit dem Paradox, dass ein Wald voller B\u00e4ume st\u00fcnde und jeder Baum d\u00e4chte, er sei der einzige weit und breit.<\/p>\n<p>Also schau dich mal um. Wo ist der n\u00e4chste Baum?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe das Gespr\u00e4ch mit\u00a0\u00a0Claus Otto Scharmer durch Zufall in der ORF-TVthek gefunden. Der Beitrag ist leider nicht mehr in den Weiten des Web zu finden. Ich habe nicht alles verstanden, was Herr Scharmer in der Aufzeichnung eines Gespr\u00e4chs &#8222;Im Zeitraum&#8220; im Radio Kulturhaus von 2011 von sich gegeben hat. 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