Feldenkrais, Jacobi, Gindler …

„Lernen findet nämlich nur statt, wenn das menschliche Bedürfnis, sich leicht und angenehm zu bewegen, befriedigt wird und wenn Anstrengung und Schmerzen vermieden werden.“

Diesen Satz eben gefunden auf einer interessanten Website zu Körperverhaltenstherapie. Die Aussage erscheint mir universell, und trotzdem leben wir so dagegen…

Heute morgen auf Ö1 ein spannendes Hörbild über Moshe Feldenkrais gehört und dort wiederum von seiner Begegnung mit Heinrich Jacoby erfahren. Im Netz danach gesucht, stosse ich auf die Arbeit von Elsa Gindler und diese spannende Website, auf der u.a. auch die Haltung von Achtsamkeit wunderbar beschrieben wird.

Schon unglaublich, wie wir heute Zugang zu Wissen haben. Uns steht wirklich die Welt offen. Vorausgesetzt wir lernen, sinnvoll und weise mit der Komplexität umzugehen. Genau, um richtig lernen zu lernen und um Selbsterziehung geht es auf dieser eingangs zitierten Website:  

http://www.koerperverhaltenstherapie.de/

Noch etwas von dieser Website möchte ich in voller Länge hier widergeben. Es ist unter dem Kapitel Berichte zu finden und eine wunderbare Lernerfahrung zur Haltung von Achtsamkeit :

„Ich schneide Rosen und gehe mit jeweils 7 oder 8 gerade geschnittenen piksigen Zweigen zum Feuerplatz, um sie dort abzulegen.
 Kommt mein Mann und fragt: ‚Willst du nicht einen Korb haben? Dann kannst du die Zweige sammeln und hintereinander weg schneiden und musst nicht dauernd laufen.’
Ich: ‚ Nein, das tut mir gut, wenn ich zwischendurch immer ein paar Schritte gehe.’
Er: ‚Aber dann brauchst du doch so lange.’
Ich: ‚Warum sollte ich schneller sein?’
Er: ‚Dann bist du schneller fertig mit dem Rosen schneiden und kannst hinterher etwas machen, was dir Spaß macht.’
Ich: ‚Aber wenn mir das langsame Rosen Schneiden so schon Spaß macht, dann brauche ich doch hinterher nichts, das den mangelnden Spaß kompensiert.’
Er: ‚Aber das ist doch ineffektiv.’
Ich: ‚Warum soll ich effektiv sein?“ (Was immer dabei Effektivität auch bedeutet!!)
Er: ‚Damit du dich nachmittags und abends mit gutem Gewissen ausruhen kannst von dem, was du gearbeitet hast.’
usw. usw. usw. … Es versteht irgendwie keiner. Ich tue etwas von vornherein mit Genuss – auch wenn das ‚Pflichtarbeiten’ sind – und es sieht nicht so aus, wie wir uns in unserer westlichen Welt Effektivität vorstellen. Dass das mehr Sinn macht, auch wenn es länger dauert, als tausend Dinge hastig durcheinander zu tun, schnell und mit schmerzenden Gliedern. Die man dann hinterher ‚mit Wonne’ ausruhen soll. Dass der Wert an sich schon in dem liegen kann, was man tut – in dem, was eigentlich ‚Pflicht’ ist. Und dass es nicht so sein muss, dass Pflicht schnell, möglichst mit Unwohlsein verbunden, abgearbeitet werden muss, um sich dann hinterher davon auszuruhen. – Das ist so ein bisschen das, was ich meinte, als ich sagte, Achtsamkeit hat sich inzwischen in meinem Alltag etabliert. Es ist keine philosophische Kategorie oder nichts, was ich vorwiegend außerhalb meines normalen Lebens probiere. Dass ich das trotzdem hin und wieder tun kann, kommt noch dazu, so als add on.“ (D.R.)

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