Archive for the ‘Vernetzung.Initiativen.Termine’ Category

Ein Traum: Der Lindenhof in Eggenburg

Dienstag, Januar 6th, 2026 von ulli

Ein wunderbares Projektkonzept, das da kommende Woche am 16. und 17.1.26 in Eggenburg vorgestellt wird. Es geht um die zukünftige Nutzung eines Areals, das wirklich – wie Projektentwicklerin Elisabeth Schuh es nennt – Magie und Inspiration ausstrahlt.
Den Lindenhof. Glaubst du nicht auch, dass diese Gebäude und dieser Park wachgeküsst werden möchten?

Schau dir einfach das Filmchen, die Bilder und Ideen an:

https://zukunft-lindenhof.at/

Mögen die Träume wahr werden!

Das Erbe der Käthe Leichter

Mittwoch, November 26th, 2025 von ulli

ist gross. Riesengross. Und Käthe Leichters Enkelin Kathy Leichter ist eine würdige Erbin – indem sie ist, wie sie ist und tut, was sie tut.


…In diesem Zusammenhang noch ein Zusammenhang…

Ich bin seit kurzem Mitglied im Verein „Rote Spuren„. Dort wird Geschichte von unten aus ArbeiterInnenperspektive erzählt. Die kürzlich besuchte Führung mit Brigitte Drizhal auf dem Zentralfriedhof zum Thema „Widerständische Frauen“ wird mir unvergesslich bleiben.
Wir haben dort u.a. die Gruppe 40 besucht, seit 2013 eine nationale Gedenkstätte für die von den Nationalsozialisten hingerichteten WiderstandskämpferInnen.
Hier die Website dazu mit Porträts von den ermordeten Menschen.

Dass es zu dieser Gedenkstätte kam, ist vor allem Käthe Sasso zu verdanken. Einer grossartigen Frau, die erst 2024 verstorben ist: Hier ein paar Infos zu ihrer beeindruckenden Lebensgeschichte. Einen sehr sehenswerten Dokumentationsfilm über Käthe Sasso „Erschlagt mich, ich verrate nichts!“ kannst du auf vod anschauen. Ihre Menschenliebe blieb trotz des Erlebten ungebrochen.

Ingrid hat mir erzählt, dass Käthe Sasso noch in hohem Alter den 2010 verstorbenen Heinz Leichter kennengelernt hat, den Sohn von Käthe Leichter, den Vater von Cathy Leichter. Die beiden hätten sich glänzend verstanden.

So schliessen sich die Kreise. Schon spannend, oder?

Achtsamkeit an Schulen

Dienstag, Oktober 28th, 2025 von ulli

Im folgenden Artikel geht es um Achtsamkeit für Lehrende und Lernende:
https://www.schule-der-wertschaetzung.at/wp-content/uploads/2025/10/Kurier-Artikel-2025-09-2.pdf

Was für ein wichtiger Beitrag. Hier findest du die Website zur Initiative „Das Herz der Schule neu entdecken“:

Ein Brief an Gerhard

Dienstag, Oktober 14th, 2025 von ulli

Gerhard ist ein alter Freund, einer, der seit vielen Jahren monatlich ein „Rundmail“ ausschickt, an uns, seine „Rundmailgemeinde“. Das sind mehr als 100 Menschen, die er persönlich aus seinem politisch engagierten Leben kennt, die er auf dem Laufenden hält, wie es ihm geht, für die er Gedichte verfasst oder für die er wiederum zur Info-Drehscheibe wird. Gerhard freut sich auch über echte Ansichtskarten und schickt uns öfter Statistiken von wem er wann von wo eine Karte bekommen hat. So einer ist Gerhard, und ich muss sagen, ich schätze ihn sehr. Heute morgen habe ich ihm ein Mail geschickt, in dem ich ihn bitte, eine Info auszusenden.
Das war die etwas längere Einleitung zu dem, was ich hier eigentlich teilen wollte:

lieber gerhard
ich habe kürzlich bei einer sehr berührenden veranstaltung chris kennengelernt. chris arbeitet mit beim verein lichtspiel, der das historische kino in allentsteig neu belebt. das filmarchiv austria hat in allentsteig einen film von 1988 gezeigt, in dem die absiedlung von 42 dörfern mit rund 7000 menschen von 1938 bis 1942 aufgearbeitet wurde. der saal war voll. viele alte menschen, selber noch „aussiedlerkinder“ mit ihren kindern und enkelkindern waren da. du kannst dir vorstellen, wie besonders diese stimmung war. weil gar nicht alle interessierten platz hatten, wird die veranstaltung an einem sonntag mitte november wiederholt: https://www.lichtspiel.at/
davor wurde ein französiches filmdokument gezeigt, das u.a. den alltag im offiziersgefangenenlager auf dem gebiet des heutigen truppenübungsplatz zeigt, ein unter lebensgefahr versteckt gedrehter film. wer weiss heute noch, dass in diesem lager mit rund 6000 französischen offizieren im 2. weltkrieg eine universität gegründet wurde, deren abschlüsse nach der befreiung in frankreich anerkannt wurden? wozu menschen fähig sind!
aber eigentlich wollte ich dich fragen, ob du vielleicht das projekt von chris in deinem rundmail bekannt machen wollen würdest. er dreht einen film über das thayatal und hat ein crowd-funding projekt gestartet, das noch bis zum 27. oktober läuft und es fehlen noch 700 euro. ich finde es schön, diese jungen engagierten menschen unterstützen zu können:
https://www.startnext.com/thaya-dyje
wenn es nicht passt für dich, ist es auch okay. dann hab ichs halt probiert. ich bin nicht mehr bei facebook oder ähnlichen plattformen und dein rundmail ist für mich immer noch das beste „soziale medium“

vielen dank und aus dem waldviertel liebe grüsse, besonders auch an gudrun
und wenn dus ausschickst, an die ganze rundmailgemeinde
ulli

hier stellt chris sein projekt vor. unterstützenswürdig, findest du nicht auch?

Und, was glaubst du hat Gerhard gemacht? Er hat meinen Brief schon heute nachmittag ausgeschickt. So ein Schatz, dieser Mann. Vielen Dank lieber Freund!

Meditation, Focusing und Alexandertechnik

Montag, Oktober 6th, 2025 von ulli

Alexandra Pfohlmann, eine wunderbare (tibetisch buddhistische) Meditationslehrerin, spricht in folgendem Video über Mediation und Focusing, eine seltene Kombination. Hörs dir an, falls dich das Thema interessiert. Alexandra hat einen feinen Humor und eine lebendige alltagsnahe Herangehensweise, die mir gut gefällt.


Von Alexandra kommt der Hinweis auf David I. Rome, der in seinem Buch ebenso Focusing und Meditation verbindet:
Your Body Knows the Answer: Using Your Felt Sense to Solve Problems, Effect Change, and Liberate Creativity

Es wurde auch auf deutsch übersetzt, ist aber im Netz nicht so leicht zu finden. Es heisst: Dein Körper gibt die Antwort (Nicht zu verwechseln mit dem Buch: Dein Körper weiss die Antwort von Martin Siems – auch ein gutes Buch, das sich aber allein mit Focusing befasst)

Alexandra hat weiters auf Kevin McEvenue hingewiesen, ein kanadischer Lehrer, der Focusing und Alexandertechnik zusammenfügt:
https://wholebodyfocusing.com/.

Schön, wenn die Dinge, die eine interessieren, aus unterschiedlichen Richtungen zusammenkommen. Findest du nicht auch?

PS: Alexandra bietet übrigens im Haus Engl in Bayern ein Seminar zu Meditation und Focusing an. „Das Engl“ ist ein Retreatzentrum in der Nähe von Passau, das ich dir aufs Allerwärmste empfehlen mag.
PS2: Falls du in Passau vorbeikommst, schau dir unbedingt das Glasmuseum an. Was für eine unglaubliche Fülle an Glaskunst! In einem unglaublich schönen Gebäude.

PS2: Das deutsche Focusing Institut (DFI) hat im letzten Newsletter auf einen feinen Blog hingewiesen. Da gibt es einen Beitrag, der sich mit dem Zusammenbringen verschiedener Ansätze befasst, aber noch viel mehr Spannendes: https://www.deutsches-focusing-institut.de/focusing/focusing-blog

Buchempfehlungen

Dienstag, September 2nd, 2025 von ulli

Das erste Buch ist weniger eine LeseEmpfehlung, denn mehr eine PraxisEmpfehlung oder Einladung zum Studium. Wenn du dich ernsthaft damit auseinandersetzen willst, wie dein Geist funktioniert und dich darin üben magst, klarer, wacher und klüger zu werden, dann magst du dich vielleicht mit diesem 560 Seiten starken Buch befassen. Was aber heisst, nicht nur lesen, sondern dich täglich hinzusetzen und darüberhinaus Achtsamkeit in deinen Alltag zu integrieren. Falls dich das interessiert, musst du schon sehr entschlossen sein. Aber warum nicht? Es ist nie zu spät, die Perspektive zu verändern. Hier zum Verlag mit einer Leseprobe von Handbuch Meditation von Culadasa John Yates. Ich hab mich nach den ersten 200 Seiten schon an die Dichte und Komplexität gewöhnt und schon jetzt als MeditationsErfahrene viel Neues und Wesentliches gelernt. Also mag ich es empfehlen und bei dieser Gelegenheit ein grosses DANKE an Franz aussprechen, der es mir empfohlen hat. 🙂

Zweitens: Wenn du schon mit Meditation Erfahrung hast, weisst du auch, dass sich das Denken willentlich nicht steuern lässt. Was kommen da mitunter für Gedankeninhalte zum Vorschein, über du sich nur so wundern lässt! Wenn es sich um stark selbstkritische Gedanken handelt, dann solltest du dir deinen „inneren Richter“ vielleicht einmal näher ansehen. Besser als Byron Brown es in seinem Buch tut, hab ich es noch nirgendwo gelesen. Die Beschreibungen und Fallbeispiele machen in ihrer Detailgenauigkeit zwischendurch richtig sprachlos. Einfach wundervoll!
Ja, unser „Über Ich“ hat schon Kraft und Macht. Wenn wir es besser verstehen, wird vielleicht eines Tages aus dem Richter ein Verbündeter?
Mit diesem Link mache ich dich gleich mit dem Zentralen Verzeichnis antiquarischer Bücher – ZVAB bekannt. Byrons Buch „Befreiung vom inneren Richter: Die Intelligenz der Seele erkennen“ ist noch nicht soo alt – 2001 erschienen – , aber hier kannst du es gebraucht und günstig erwerben: https://www.zvab.com.
Ich war zu Beginn ein wenig irritiert von (für mich wenig greifbaren) Begriffen wie „wahrer Seele“, und bin froh, dennoch weiter gelesen zu haben.

Als drittes ein Buch, das sich mit der speziell schwierigen Lage nach einer Trennung befasst. Ich habs gelesen, bevor ich es einer Freundin geschenkt habe und bin überzeugt, dass dieses Buch in dieser besonderen Lebenslage wirklich Trost und Balsam bieten kann. Wie Stöhring ihre inneren Stimmungen genau beschreibt ist sehr besonders. Und wie sie sich nach der ersten Trauerphase selbst zu helfen weiss, ermutigend: Ulrike Stöhring: Vielen Dank für alles. Trennung – glücklich überlebt.
Folgender PresseKommentar bringt es auf den Punkt:
Ratgeber für Verlassene gibt’s zahlreich. Doch Ulrike Stöhring hat hier ihre persönliche Geschichte beschrieben und das recht unterhaltsam. Das Buch ist nicht nur für Betroffene eine schöne Lebensunterstützung.“

Alle guten Dinge sind drei –
vielleicht war auch etwas für Dich dabei.

schreib.raum

Dienstag, Juli 29th, 2025 von ulli

so heisst Alexandras Peischers Website und ich würde dir empfehlen, dich dort einmal umzusehen: https://www.schreibraum.com

Ich komme eben von Goldegg zurück, wo ich bei Alexandra ein Schreibseminar besucht habe.
Titel: „Im Schreiben Ruhe und Kraft finden“.
Goldegg im salzburgischen Pongau kennst du vielleicht von den Goldegger Dialogen. Das Schloss, in dem die Dialoge und Seminare stattfinden, macht viel von dem Reiz der gemeinsamen Aktivitäten aus. Auch eine Malakademie logiert im Schlösslein sowie ein Schlosscafe mit 13 verschiedenen Mehlspeisen, eine besser als die andere, mit riesengrossen Portionen. Nicht zu vergessen, die Berge rundum und der kleine Moorsee vor dem Schloss, den du in kaum einer halben Stunde umrundest und an dem dich eine nostalgische Badeanstalt mit alten Holzkabinen entzücken lässt.

In dieser Umgebung lässt sich gut kreativ sein, und wenn dann eins eine Seminarleiterin wie Alexandra hat, darf es auch stundenlang regnen und du bist trotzdem fröhlich. In Einheiten von drei bis vier Stunden hat uns Alexandra mit einer Vielfalt von Schreibansätzen zum Nachdenken, Reflektieren, zum Fantasieren und zum Nonsensieren gebracht.

Wir haben Morgenseiten, unrühmliche Hirnentleerungen, Hirnschwapps und Lobeshymnen verfasst, Gedichte in vielerlei Wort- und Silbenanzahl komponiert, und danach mit Freude und manchmal Verwunderung den anderen zugehört beim Vorlesen ihrer Texte und WortBlüten. Das Vorlesen des Eigenen war immer eine besonders spannende Geschichte. Wir Menschen sind uns ja so wichtig, und Gruppen haben eine eigene Kraft.

Das Seminar war weniger literarisch angelegt, sondern eher als kreative Auseinandersetzung mit sich selbst und der Welt. Das war nicht unanstrengend und so war es gut, den Nachmittag für sich zu haben und das herausgedachte und niedergeschriebene verdauen zu können.

Auch in dieser Hinsicht zeigte Alexandra grosse Kompetenz. Waren SchreibkollegInnen von ihren Prozessen emotional stark betroffen und brachten das in die Runde ein – manche mehr, manche weniger -, nahm sie das konstruktiv in ruhiger und aufmerksamer Weise auf und half es zu integrieren, für die Person als auch für die Gruppe. Das kam nicht so oft vor, hätte aber bei weniger geschicktem Umgang zu längeren Irritationen führen können. So störte es nicht weiter und gab Sicherheit fürs Weiterschreiben. Nicht umsonst ist Alexandra auch im Coachingbereich für Persönlichkeitsfragen zu Hause.

Fast ein ganzes Heft haben wir ausgeschrieben und es macht sicher Sinn, den Texten später in Ruhe nachzugehen und das eine oder andere nachhallen oder weiterspinnen zu lassen. Was war damals in Bali ausser dem Mondmeerschwimmen eigentlich noch erinnerungswürdig?

Vielleicht magst du auch einmal ein Seminar bei Alexandra besuchen? Zum Beispiel im Oktober in Alexandras schreib.raum in Innsbruck: „Selbstfürsorge und achtsames Schreiben.“ Wenn ja, solltest du schnell sein, es ist vielleicht bald ausgebucht.

Vor kurzem hat Alexandra auch ein Buch publiziert. Ich habs mir mitgenommen und freu mich schon aufs Durchstöbern: Versuchen Sie’s mal mit schreiben – Ein effektives Werkzeug für Coaching, Beratung und Erwachsenenbildung.

Ich bin nach dem Seminar jedenfalls sehr lebendig heim gekommen und werde in nächster Zeit wieder öfter und bewusster schreiben. Vielleicht vergnügte Gedichte wie Mascha Kaléko? hier im Blog schon 2010 zitiert und immer wieder eine Freude…

Kreativität ist jedenfalls ein Lebensmittel. Findest du nicht auch?
Wo pflegst du eigentlich deine Kreativitätsquellen?

Trauernd?

Mittwoch, Juli 16th, 2025 von ulli

Falls du oder jemand anderer in deiner Umgebung grad eine harte Zeit mit dem Abschied naher Menschen durchmach(s)t, so kann ich dir den Ansatz von Roland Kachler als Unterstützung empfehlen. Ich habe den deutschen Psychotherapeuten Roland Kachler vor kurzem bei einem Vortrag im Kardinal König Haus in Wien erlebt und mir eins seiner Bücher mitgenommen.

Vortrag und Buch haben mich so überzeugt, dass ich tags darauf in der Herder Buchhandlung in der Wollzeile fünf Expemplare des eben gelesenen Buchs gekauft habe und seitdem rundherum verschenke. Es heisst „Meine Trauer wird dich finden.“ und ist schon in der 12. Auflage erschienen. Hier Zusammenfassung und Leseprobe.

Was mir an seinem Ansatz so gut gefällt? Kachler hat den Zugang zu konstruktiver Trauer aus eigener Betroffenheit nach dem Verlust seines jugendlichen Sohnes entwickelt und sagt selbst, dass er zuvor ganz andere Theorien vertreten hatte. Er spricht nicht vom „Loslassen müssen“, sondern vom Pflegen und Weiterentwickeln der Beziehung zu den Verstorbenen. Ja, dass sich Konflikte sogar noch nach dem Tod eines nahen Menschen klären lassen. Er plädiert für das Zulassen des Schmerzes, einer ja natürlichen Reaktion auf den Verlust, und hält nicht viel von den kolportierten Trauerphasenmodellen.
Was mir besonders gut gefällt: Er meint, in der ersten Trauerzeit sei man „im Auftrag des Verstorbenen unterwegs“ und solle dem Bedürfnis nachgeben, viel über gemeinsame Erinnerungen zu reden. Wozu man im Idealfall gute ZuhörerInnen finden sollte. Vielleicht Dich?

Hier der Link zu seiner Website, wo du noch weitere Bücher von ihm findest, darunter auch Sachbücher für TherapeutInnen: https://kachler-roland.de/

Da werde ich mich auch noch weiter umsehen. Gerade zu diesem existentiellen Thema können wir nicht genug Kompetenz aufbauen. Meinst du nicht auch?

Sind die weissen Tauben müde?

Mittwoch, Mai 21st, 2025 von ulli

Hans Peter Graß ist es jedenfalls noch nicht. Ich hab hier schon früher von der bevorstehenden Salzburger Friedenstagung „Raus aus der Erschöpfung“ Mitte Juni u.a. mit Harmut Rosa berichtet. Ich kann leider nicht hinfahren, bin aber Mitglied des Salzburger Friedensbüros geworden und beziehe seither seinen spannenden Newsletter.

Im aktuellen Newsletter wird auf ein Interview mit dem langjährigen Geschäftsführer Hans Peter Graß über Gründung und Entwicklung des Friedenbüros hingewiesen, das ich eben nachgehört habe. Nun kann ich anbinden an meine eigenen Erfahrungen aus den 80er Jahren mit der Friedensbewegung. Wie gut von ihm herauszuarbeiten, dass die aktuelle Situation ähnlich ist, aber doch schon vieles anders. So sind Zivildiener mittlerweile akzeptierte und wichtige Arbeitskräfte in den sozialen Einrichtungen und die „gsunde Watschn“ ist zumindest tabuisiert, wenn noch nicht ganz verschwunden.

Ausserdem weiss ich jetzt, dass es eine Sendung “Begegnungswege” im Freien Radio Salzkammergut gibt. Und dass die “Begegnungswege” von Maria und Matthias Reichl vom Bad Ischler Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit gestaltet werden. „Der Schwerpunkt der Sendung liegt auf nicht  nichtkommerziellen, unzensierten und globalisierungskritischen Weltnachrichten mit Musik.“

Da der Ausschnitt des Interviews ein wenig aprubt endet, werde ich mich da ein wenig weiter umhören. Spannend, was es alles gibt und wie Menschen sich für wertvolle Ziele engagieren. Wie schön.

Im Gedenken

Montag, Mai 5th, 2025 von ulli

an ein Ehepaar aus Gars..
an Gisela Laferl, Gemeinderätin in Wien und an ihren Mann Isidor Wozniczak, die bis zum 2. Weltkrieg gemeinsam die Waldpension führten. Sein Schicksal hat mich besonders berührt und wird auch dich nicht unberührt lassen.

Er wurde kurz vor Kriegsende am 2. Mai 1945 erschossen…

Enkeltochter Barbara Mück führt die Waldpension in Gars am Kamp bis heute weiter. Vorgestern gab es an diesem Ort eine Gedenkveranstaltung, wo Enkelsohn Anton Mück die traurige Geschichte des Grossvaters erzählte.

Es ist so wichtig, diese tragischen Schicksale zu würdigen und nicht zu vergessen.
Du kannst beider Geschichten in diesem Artikel von „DieZeitschrift“ nachlesen: „Die Waldpension„…

…oder am 14.5.25 im Museum Horn bei einer Kooperationsveranstaltung mit dem Bildungs- und Heimatwerk Rosenburg bei einem Vortrag anhören: „Ende und Neubeginn: Horn, NÖ 1945-1955 – Gedenkveranstaltung“.

In einer genaueren Ankündigung heisst es:

Niklas Perzi
(Zeithistoriker am Institut für Geschichte des ländlichen Raums St. Pölten)
referiert über die Lage (Nieder-)Österreichs nach der
Befreiung vom verbrecherischen NS-Regime. Der Vortrag beschäftigt
sich mit dem (Über-)Leben nach 1945, den persönlichen und
wirtschaftlichen Nöten, aber auch mit Aufbruch und Neubeginn und
Perspektiven für das Land und die Menschen.

Anton Mück (Museumsdirektor vom Museum Horn)
widmet sich dem Gedenken zum 80. Todestag seines Großvaters, des Widerstandskämpfers Isidor Wozniczak, der am 2. Mai1945 im Mödringer Graben bei Horn von Nazis ermordet wurde. Seine Gesinnung als sozialdemokratischer Hauptvertrauensmann und Bezirksfürsorgerat ließ ihn für ein demokratisches Österreich kämpfen, frei vom verbrecherischen Nationalismus der NSDAP.

Ein Danke an die Veranstalter.

Dazu passt auch:
Vor kurzem war ich in der VHS Krems bei einem Vortrag von Edith Blaschitz über das Gefangenenlager Stalag XVII b in Krems-Gneixendorf. Ich bin in Krems aufgewachsen und hatte als Kind nie von der Existenz dieses Lagers gehört…
Hier ein interessanter Standard Artikel dazu: Das vergessene Kriegsgefangenenlager der Nazis in der Wachau.
Prof. Blaschitz leistet an der Donau Uni Krems (neu: Universität für Weiterbildung) einen unschätzbaren Beitrag für die zeitgemässe Aufarbeitung der niederösterreichischen Zeitgeschichte. Ihr „Stabsbereich „Digital Memory Studies“ beschäftigt sich mit film- und mediengeschichtlichen Themen, vor allem mit solchen, die mit kollektiver Identitätsbildung, Erinnerungskulturen oder mit Geschlechterrollen im Zusammenhang stehen.

Dabei werden auch neue Methoden eingesetzt, die die Bevölkerung vor Ort einbeziehen. Im folgenden Link wird die Ausstellung und eine Publikation zu einem spannenden Citizen Science Projekt im Kremser Bezirk beschrieben: NS-Zwangsarbeit und Lager

Einfach grossartig, oder?

Es gibt sie ja doch noch…

Freitag, April 25th, 2025 von ulli

…. die Stimmen für friedliche Lösungen. Dazu ein Beitrag von Hans Holzinger in den Salzburger Nachrichten von Ende März 2025:

Sicherheit oder Scheinsicherheit? Kritische Anmerkungen zur militärischen Hochrüstung Europas

Liest sich interessant und enthält jede Menge weiterführender Hinweise.

Ich weiss noch, wie mir die von der EU verkündeten 800 Milliarden für Aufrüstung durch Mark und Bein gegangen sind und ich in den Medien eine kritische Auseinandersetzung dazu vermisste. Nun, hier habe ich sie ein wenig später doch noch gefunden.

Im Juni wird es in Salzburg eine Friedenskonferenz geben „Raus aus der Erschöpfung„. Wäre doch spannend hinzufahren. Was meinst du?
PS: Das Friedensbüro Salzburg sucht bis Ende Juni in einer Mission 30 neue Mitglieder. Auch eine gute Gelegenheit diese sinnvolle Initiative zu unterstützen.

Männerseelen

Dienstag, April 22nd, 2025 von ulli

Danke Julia für diesen Tipp. Ende März hast du mir dieses Buch empfohlen und ich habe es mir sogleich bestellt.

Gelesen habe ich es noch nicht. Da war Gerhard, mein Liebster, schneller. Er hat das Buch tagelang nicht mehr aus der Hand gelegt. Sein Urteil hat deine Empfehlung bestätigt. Es ist des Lesens wert. Ich freu mich schon drauf.
Für alle, die es noch nicht kennen und sich von dieser Kurzbeschreibung angesprochen fühlen: „Humorvoll und mit Hilfe vieler Fallbeispiele ermutigt der Diplom-Psychologe Björn Süfke Männer dazu, den verlorenen Zugang zur eigenen Innenwelt wiederherzustellen.“: Männerseelen von Björn Süfke.

Doch der Autor ist mir in der Zwischenzeit kein unbekannter mehr. Nach Gerhards Reaktion hab ich mich weiter umgesehen und zwei weitere Bücher von Björn Süfke bestellt. Und nun bekomme ich regelmässig kleine Geschichten daraus vorgelesen. Und die mag ich jungen Eltern – oder Menschen, die heitere Geschichten mit Tiefgang mögen – besonders ans Herz legen.

Papa, du hast ja Haare auf der Glatze – aus dem Alltag eines Vaters„, so heisst das eine und „Die Ritter des Möhrenbreis„, das andere Buch. In einem erzählt Björn Süfke vom Zusammensein mit seinem 11 Monate alten Sohn Tom, im anderen hat Tom bereits eine Schwester Hannah. Von Geschichte zu Geschichte lernst du die kleine Familie – mit Mutter Katharina – immer besser kennen und freust dich auf Fortsetzung. Am Ende des zweiten Buchs wird ein drittes Baby angekündigt. Das kann ja (noch) heiter(er) werden…

Das und noch viel mehr findest du auf Björn Süfkes Website: https://bjoernsuefke.de/
Sie ist einen Besuch Wert.
Auf keinen Fall solltest du den emotionalen Lebenslauf übersehen.
Danke Björn Süfke. Für mich sehen Helden so aus wie du. Ich bemühe mich, deinen Namen auswendig zu lernen. Björn Süfke. Björn. Süfke. Süfke Björn. Björn.
Es lebe die männliche Zärtlichkeit.

KI sehr speziell

Freitag, April 4th, 2025 von ulli

Auf der Website der deutschen Buddhastiftung findet sich „Frag BuddhAI“. Wie du siehst, habe ich eine Antwort auf meine Frage erhalten (beim ersten Test hat die Anwendung nämlich geschlafen..)

Die Website ist an sich einen Besuch wert. Ich wusste gar nicht, dass es diese Stiftung gibt. Sie stellt sich inhaltlich folgendermassen vor:

„Pragmatischer, säkularer Buddhismus
Jetzt achtsam ethisch leben
Buddhas Lehre für unsere Zeit. Offen für alle Menschen. Auf Basis der relevanten Texte. Ohne Glauben an Jenseitiges. Ohne hierarchische Strukturen.“

Das trifft gut auf mein Verständnis von Buddhismus im Westen.
Auch wenn die Lehre säkular angewandt wird, muss darauf geachtet werden, sie nicht zu verwässern. Die alten Texte sind wichtig für die Praxis.

Darum möchte ich dir hier auch eine weitere KI vorstellen, nämlich

norbu-ai.org „Your Kalyana Mitta (Spiritual Friend), Buddhist AI Assistant.“

Damit kannst du die Lehrreden bis ins letzte Detail erforschen oder etwa fragen, was NORBU bedeutet und erhältst folgende Antwort:

Norbu“ ist ein tibetisches Wort (nor bu), das „Juwel“ oder „kostbarer Stein“ bedeutet. In der tibetischen buddhistischen Tradition wird dieser Begriff oft verwendet, um etwas von großem spirituellem Wert zu bezeichnen. Es steht in Verbindung mit den Drei Juwelen (Triratna) des Buddhismus – Buddha, Dharma und Sangha.
Der Name passt gut zu meiner Rolle als spiritueller Freund (Kalyana Mitra), da er die kostbare Natur der buddhistischen Lehren und der spirituellen Freundschaft symbolisiert.
Möchten Sie mehr über die Bedeutung der Drei Juwelen im Buddhismus erfahren?

Etwas unheimlich, aber schon auch praktisch diese AI, was meinst du?

Transformation mitgestalten! Dazu eine Konferenz an der Donau Uni Krems

Samstag, Februar 15th, 2025 von ulli

Von 25. – 26. Februar 2025 wird das 2. Österreichische Transformationsforum an der Universität für Weiterbildung Krems stattfinden, diesmal zu den beiden inhaltlichen Schwerpunkten (1) Bodenschutz sowie (2) Aktivierung der Zivilgesellschaft für den sozial-ökologischen Wandel auf regionaler Ebene. Das Programm dazu findest du auf der Homepage.

Dort heisst es zum Hintergrund…
„Das Ziel des „Österreichischen Transformationsforums“ ist es, der dringend notwendigen sozial-ökologischen Transformation seitens der Zivilgesellschaft einen starken Impuls zu geben – durch Vernetzung, Kooperation, Dialog und Austausch von Initiativen und Ideen.“

Das ist doch spannend. Rund 100 Organisationen werden – begrüsst von Bundespräsident Alexander van der Bellen – teilnehmen.

Wo es eine zweite Konferenz gibt, gab es auch eine erste… und zwar im März 2024.
Einen Kurzeindruck bekommst du über den Artikel im Standard.

Da wird u.a. Projektgründer Ernst Fürlinger zitiert:
Das langfristige Ziel ist es laut Fürlinger, „dass die Zivilgesellschaft erkennt, wie viel Macht sie selber besitzt, wenn es ihr gelingt, zu kooperieren und sich zu koordinieren“. Demokratische Entscheidungen über die Ausrichtung der Transformation dürften nicht nur der Wirtschaft und dem Staat überlassen werden: „Im Grunde sind wir dabei, eine Ergänzung der repräsentativen Demokratie aufzubauen, weil es ein Format braucht, wo sich die Gesellschaft selber über diese Transformation verständigen kann – und zwar in einer partizipativen und demokratischen Weise.“

Das kann in Zeiten wie diesen nicht schaden. Meinst du nicht auch?

Besonders gut gefällt mir, dass unterschiedlichste Gruppen vom Feuerwehrverband bis zu Fridays for Future zusammenkamen und dass das Format der Konferenz als offener Dialogprozess ohne die sonst üblichen Vorträge und Podiumsdiskussionen gestaltet war.
Hier gehts zum Programm und zum umfangreichen Bericht der ersten Konferenz.

Einen Link zu den Teilnahmebedingungen bzw. zur Anmeldung zur Konferenz im Februar 2025 habe ich nicht gefunden. Aber falls du kurz entschlossen bist, findet sich sicher ein Weg über die Kontaktadresse auf der Website.

WIR & JETZT! Zukunftssymposium 2025

Freitag, Februar 7th, 2025 von ulli

Gaby motiviert mich. Indem sie mir sagt, dass sie diesen Blog liest und sogar weiterempfiehlt. Danke Gaby! Und liebe Grüsse an deine Freundinnen, die hier vorbei kommen!
Also bin ich motiviert. Darum hier gleich ein neuer Beitrag. Jeden Tag begegnen uns so viele interessante Dinge, wenn der „Scheinwerfer“ auf wertschätzend eingestellt ist. Wie war das heute bei dir?
(obwohl – nur kein „gute Laune Druck“, manchmal sind die Tage auch etwas düster. Darf auch sein. ;-))

Ich habe eben diese Ankündigung vom Zukunftssymposium in Krems bekommen. Klingt nach einer interessanten Veranstaltung…

NACHTRAG

Ich bin dort gewesen und es war ein spannender inspirerender Tag, gut moderiert, in bester Stimmung mit engagierten Menschen. Soziokratie und Bürgerräte – Methoden wie diese könnten die Demokratie von unten ermöglichen. Hier gehts zur Nachlese
Danke an die OrganisatorInnen!

Besonders nett finde ich folgende Geschichte, die sich an diesem Tag ereignet hat. Ulrike Kleindienst hat bei dieser Veranstaltung ihre Erfahrungen zum Bürgerrat in Waidhofen an der Thaya geteilt. Ich hatte letztes Jahr von dieser Initiative in der Zeitung gelesen und der Gemeinde Waidhofen ein Wertschätzungsmail geschrieben. Und nie eine Antwort darauf bekommen. Als ich jetzt Ulrike ansprach, ob sie von meinem Brieflein gehört hätte, schaut sie mich ganz überrascht an und ruft erfreut aus: „Ach, du warst das!“ Der Bürgermeister hatte das Mail damals an sie weitergeleitet und sie hätte ihm sinngemäss geantwortet: „Diese Frau hat mit jedem Wort recht.“ Meine Kommentare haben sie in ihrem Projekt unterstützt.

Also unterschätze niemals die Wirkung von Wertschätzungspost, auch wenn du im ersten Moment keine Reaktion darauf bekommst 🙂

Was für ein Vorbild fürs Älter werden

Donnerstag, Februar 6th, 2025 von ulli

Elke Heidenreich im Schweizer Fernsehen in der Sternstunde Philosophie im Gespräch mit Yves Bossart.
Eine Freude, diese lebhafte Frau, eine Freude dieses Interview, eine Freude, sich mit dem Altern zu befassen… Wenn du Zeit hast, schau dir das an.

Ein Vorbild fürs Älter werden. Die gute Frau ist 81 Jahre alt.
Und ich weiss schon, welches Buch ich mir besorgen muss, oder besser welche ihrer Bücher..

Explosive Moderne

Samstag, Februar 1st, 2025 von ulli

Ich habe mir ja unlängst das Buch von Eva Illouz „Explosive Moderne“ besorgt. Dabei geht es um den Einfluss der Emotionen auf aktuelle politische Entwicklungen (Danke Sieglinde Rosenberger für den Tipp!)

Ein sehr kluges Buch von einer sehr klugen Frau. Zur Einstimmung hab ich ein ZDF-Interview mit ihr auf Video angesehen, das ich sehr erhellend fand und ich dir empfehlen kann:

Frustrierte Gesellschaft – wie Gefühle die Politik bestimmen
Richard David Precht im Gespräch mit Eva Illouz

Es ist doch interessant, wie uns gleich leichter wird, wenn wir schwierige Dinge nachvollziehbar erklärt bekommen. Vor allem wenn es um Emotionen geht.
Am Ende des Gesprächs plädiert die Soziologin als Art Lösungsstrategie weniger darauf, „Freiheit“ oder „Gleichheit“ zu betonen, sondern „Brüderlichkeit“, also „Verbundenheit“.
Wie wäre es, unbekannten Menschen spontan zu vertrauen?

Liebe Christine, lieber David, ich würde mich freuen, wenn euch dieser Beitrag genauso gefällt wie mir. Danke für das schöne Gespräch heute!

Rutger Bregman auf Ö1

Freitag, Januar 24th, 2025 von ulli

Wie schön, dass Ö1 Sendungen nun etwas länger online sind. Hier ein spannender Beitrag (bis 8.2.25 nachhörbar) „Utopist für Realist:innen“ mit Rutger Bregman, den ich auf diesem Blog schon mal erwähnt habe.
Der Historiker richtet den Scheinwerfer ganz unüblich auf unsere Erfahrung. Sehr wohltuend, wie ich finde.

Danke Ines Mitterer für diesen inspirierenden Radiobeitrag zum Jahresbeginn!
Eine ausführlichere Sendungsbeschreibung findet sich unter diesem Programmlink.
Dort gibt es auch eine Literaturliste, die ich hier festhalten möchte, weil sie so spannend klingt.
Lauter Schätze!
„Im Grunde Gut“, Rutger Bregman, Rowohlt Verlag
„Utopien für Realisten“, Rutger Bregman, Rowohlt Verlag
„Moralische Ambition“, Rutger Bregman, Rowohlt Verlag
„Über das Helle“, Stefanie Jaksch, Haymon Verlag
„Hoffnung“, Philip Blom, Hanser Verlag
„Zuversicht jetzt“, Sara Fromm, Manz Verlag
„Der Geist der Hoffnung“, Byung-Chul Han, Ullstein Verlag
„Hoffnung“, Nermin Ismail, Kremayr & Scheriau
„Solidarität“, Natascha Strobl, Kremayr & Scheriau
„A Paradise built in hell“, Rebecca Solnit, Viking Press

Nun habe ich mir – in der Buchhandlung meines Vertrauens – Bregman neuestes Buch bestellt: „Moralische Ambition.“ In der Buchbeschreibung heisst es, dass es handelt „von Menschen, die nicht nur Ideale hatten, sondern ihr Leben auch nach diesen Idealen ausrichteten – und den Lauf der Welt veränderten.
Klingt doch gut.

Rutger Bregman ist selbst so ein Pionier und hat eine bemerkenswerte Initiative gestartet: The School for Moral Ambition. Wünschen wir ihm – und uns – alles Gute dafür!

Wenn ich schon dabei bin. Auch ein zweites Buch ausserhalb dieser Liste habe ich eben bestellt, um die Welt – bzw. die Menschen – besser zu verstehen: Explosive Moderne von Eva Illouz.
Ich werde dir berichten. 🙂

Auch ein Lesetipp von Gottfried (Danke!) ist in diese Richtung hilfreich: „Can We Build a World Where We All Belong?“

Zu alldem passt vielleicht ein Spruch, den ich eben in Eva Endres weise-Zitate-Kalenderbuch „Zur Freude des Tages“ (nur noch gebraucht zu haben) gelesen habe:
Du bist nicht das, was du denkst, dass du bist;
sondern was du DENKST, das bist du!“
So lasst uns unsere Gedanken mit Sorgfalt pflegen.

Lesen und Hören – Verbinden und Verbundenheit

Mittwoch, November 6th, 2024 von ulli

Aktuell lese ich viel, mitunter einige Bücher gleichzeitig. Aber einige auch zu Ende. Hier einige spannende Publikationen…

Doch als erstes ein Hörgenuss zur freien Rede. Ich bin Renate Schmidtkunz unendlich dankbar für ihre Ö1 Sendereihe *Im Gespräch*, speziell für dieses Interview mit Iris Hefets, Psychotherapeutin aus Berlin, zum Thema Frieden und Wahrheit/Realtität – oder aktueller zu Krieg und Verlust von Wahrheit. Ich habe schon lange nicht derart essentielle und (für mich) wahre Aussagen gehört. Eine Freude für Hirn und Herz. Aber mach dir selbst ein Bild. Hör dir das bitte an. Alle sollten wir es uns anhören, und darüber reden stundenlang…
Hier als Podcast zum Glück noch länger nachzuhören.

Passend zu meinem Blogtitel ein Buch von Reinhard Haller „Das Wunder der Wertschätzung“. Es liefert eine tiefe Auseinandersetzung zum Thema und was mir besonders gut gefällt: Wertschätzung wirkt in zwei Richtungen: „Sie kommt den Mitmenschen zugute und hebt gleichzeitig das eigene Selbstbewusstsein.“ (S40) Wertschätzend zu sein, bedarf guten Selbstwerts, steigert diesen aber auch.

Das weiss ich aus eigener Erfahrung. Es ist mir schon zur Gewohnheit geworden, im Alltag, kleine (aufrichtige) Wertschätzungsgeschenke zu verteilen: dem Busfahrer für seine klaren Ansagen, der Kassiererin auf der Tankstelle für ihr frühes Aufstehen, der Stadt Waidhofen/Thaya für ihren Bürger-Rat (!).. Jedes Mal kommt Freude zurück, über die ich mich wieder freue .. Und sie klingt lange nach.
Hier kannst du einen Blick ins Buch machen, das sehr inspirierend wirkt, noch wertschätzender zu werden.

Haller betont die gesellschaftliche Brisanz, wenn Wertschätzung, wie er konstatiert, zwischen den Menschen zunehmend abnimmt. Denn Wertschätzung verbindet uns.

Im Mangel an Verbundenheit sieht der britische Autor und Journalist Johann Hari die Ursache für die globale Zunahme an Depressionen. In seinem dicken, aber flüssig zu lesenden Buch „Der Welt nicht mehr verbunden“ bringt Hari (nicht zu verwechseln mit Yuval Noah Harari) Fakten und Beispiele, aber auch Lösungen und Handlungsfelder. Besonders gefällt mir, dass er von seiner eigenen Depressionsgeschichte ausgeht und dass er am Ende des Buches nicht sagt, nun sei er endgültig geheilt. Aber er befolge seine eigenen Lehren…
Seine Recherchen und Analysen bringen viele neue Einblicke. Hari kann schlüssig die These aufstellen: Depression ist weitgehend eine Reaktion auf allgemeine gesellschaftliche Entwicklungen und weniger eine Folge individueller (physiologischer) Krankheit. Also eigentlich eine gesunde Reaktion auf Fehlentwicklungen… Hier gehts zum Verlag von Haris Buch, das 2019 erschienen ist.
Ich habe mir das Buch aus der Bücherei mitgenommen, weil ich Haris letztes Buch *Abgelenkt* ungemein erhellend finde. Darin geht es um den Umgang mit digitalen Medien. Es liegt noch auf meinem Buchstapel. Irgendwas hat mich abgelenkt, es fertig zu lesen ;-).

Irgendwie ist all das eben genannte Gelesene und Gehörte miteinander verknüpft und von der Sorge um aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen umschattet. Dazu kann ich – bei allem Problembewusstsein – nur (wertschätzend) sagen, dass wir nicht vergessen sollten, wie gut es uns aktuell in diesem Land geht. Wir haben noch nie in solch materiellen Luxus gelebt. JedeR von uns lebt in unseren Breitengraden besser als jeder Fürst im Mittelalter.. Auch das Miteinander ist im Allgemeinen empathischer, höflicher und freundlicher geworden.

Das ist mir besonders bewusst geworden, als ich jüngst ein Buch von Thomas Bernhard (*Ein Kind*) aus einem offenen Bücherschrank mitgenommen habe. Liest du seinen Kindheitsbericht, wirst du sehr dankbar, wie sich der Umgang zwischen Menschen in dieser kurzen Zeit entwickelt hat. Ich will da nichts schönreden, ich will nur darauf hinweisen. So rosig war auch die Vergangenheit nicht.

Gestern habe ich übrigens einer Mutter gesagt, die sich nach einem kleinen Hoppala bei ihrem 3 jährigen Kind liebevoll entschuldigt hat, wie grossartig ich es finde, dass sich Mütter bei ihren Kleinkindern entschuldigen. Sie hat mich daraufhin mit grossen überraschten Augen angesehen. Das sei doch selbstverständlich… und sie hat sich über die Wertschätzung gefreut.
Und ich mich über meinen Mut, sie anzusprechen und den so erzeugten magischen Moment der Verbundenheit.

Also wie wärs mit mehr Wertschätzung in deinem Leben? Zur Stärkung unser aller Vertrauen?

Ella Carina Werner

Donnerstag, Oktober 31st, 2024 von ulli

Nach den vielen Beiträgen zum Thema Hospiz, Tod und Sterben, hier etwas anderes. Ich bin öfter auf der Suche, dem Thema Sterben etwas Leichteres abzugewinnen und Ella Carina Werner zeigt mit ihren satirischen Geschichten, dass schwere Kost mitunter auch zu Lachanfällen führen kann. Zumindest bei mir. Ich bin schon süchtig nach ihren Geschichten.

Kleine Kostprobe gefällig?

Das stammt aus Werners Buch mit dem witzigen Titel *Man kann auch ohne Kinder keine Karriere machen*. Ein anderes Buch habe ich eben runtergeschluckt: *Der Untergang des Abendkleids*. Darin eine Geschichte zum Gespräch mit der Mutter über deren Begräbnis (siehe dieses kurze Video – die Mutter ist übrigens nicht gestorben..).
Weitere Bücher von Ella Carina Werner sind bereits auf Medimops bestellt.

Mehr zu dieser besonderen Frau auf Ella Carina Werners Website – mit der Ankündigung ihres ersten Gedichtbandes: *Der Hahn erläutert unentwegt der Henne, wie man Eier legt. Feministische Tiergedichte.*
Darauf freue ich mich schon.
Habe ich dich neugierig gemacht?

Noch was. Das erste der zitierten Bücher war Marie Marcks gewidmet. Dem Namen nachgehend bin ich auf eine weiteren Schatz gestossen. Du hast vielleicht schon von ihren Karikaturen in der Süddeutschen gewusst, ich leider nicht. Marie Marcks (1922 – 2014), eine Pionierin auf verschiedenen Gebieten, deren Werk ich dir auch wärmstens empfehlen kann. Hier ein Beispiel für ihre Art die Welt zu beschreiben:

Nachtrag..
Mittlerweile habe ich zwei weitere Bücher von Ella Carina Werner „verschluckt“. Ich habe selten so gute Lektüre genossen.

Die „Rahmenhandlung“ zu dem einen Buch über Ella Carinas Kindheit und Mutter „Die mit dem Bauch tanzt“ kannst du hier im Spiegel Archiv lesen: „Bauchtanz-Boom in Deutschland -Ursula, Königin der Nacht.“ Eine faszinierende urspannend zu lesende Geschichte, die mich dazu gebracht hat, mich im Internet um Bauchtanzkurse umzuschauen. Gesundheitsstrategie vom Feinsten!
Aber bitte tu dir den Gefallen und lies dieses Buch! (ich fürchte es ist gar nicht mehr neu zu bekommen, aber hier findest du es vermutlich noch..)

Das andere Buch schenke ich eben den gestressten Eltern pubertierender Kinder. Aber es hat mich auch an meine Jugend erinnert. Oh Gott oh gott… Hier der Link zu:
„Ich glaube, ich bin jetzt mit Nils zusammen. Das Beste aus wieder ausgegrabenen Jugend-Tagebüchern“
Viel Freude damit!