Archive for the ‘Umgang mit Konflikten und Krisen’ Category

Demokratiewoche 2026

Sonntag, Juli 19th, 2026 von ulli

Das Bündnis 2025 veranstaltet eine Demokratiewoche vom
19. bis 26. Oktober 2026 in ganz Österreich.

Projekte können noch eingereicht werden!
Oder du suchst von den bestehenden Projekten etwas Interessantes aus, das du besuchen möchtest. Ich finde es schon erfreulich, einfach die vielen bunten Initiativen durchzublättern. Kreativität zu einem wunderbaren Zweck: Demokratiewoche

Wer veranstaltet?
„Das BÜNDNIS 2025 ist ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Initiativen und Organisationen, der aus dem Netzwerk „Agora der Demokratieinitiativen“ hervorgegangen ist. Es wurde gegründet, um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gegen eine drohende autoritäre Wende zu verteidigen. Mit unseren Aktionen treten wir für eine demokratische Gesellschaft ein, in der kein Platz für Extremismus ist. Die Stärkung der Demokratie ist eine gemeinsame Verantwortung, die nur durch Zusammenarbeit und Engagement aller gelingen kann. Gemeinsam können wir die Prinzipien der Demokratie schützen und weiterentwickeln.“ (hier zu finden)

Ich habe mir die Namen der InitiatorInnen angesehen. Wenn Menschen wie Rainer Bauböck oder Sieglinde Rosenberger dabei sind, hat das Bündnis mein vollstes Vertrauen.

Gut Essen

Sonntag, Juli 19th, 2026 von ulli

Schon von einer „Planetendiät“ gehört?
oder „Wie Pflanzenkost die Welt entlasten könnte?“

Die Wechselwirkungen von individueller Ernährung, Landwirtschaft, Politik und Klima sind enorm. Eine neue Studie unter Beteiligung der IIASA, dem Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse in Laxenburg, gibt Einblicke, wie kürzlich in orf.news in einem spannenden Beitrag beschrieben wurde.

Wie ist das mit dir? Isst du gut?

Focusing Konferenz in Wien

Freitag, Juni 19th, 2026 von ulli

Vom 3. bis 7. Juni 2026 fand in Wien die internationale Focusing Konferenz statt. Ich bin dort gewesen und zwei Wochen danach noch sehr von dem Erlebten beeindruckt.

Mehr als 400 Teilnehmende aus mehr als 40 Ländern kamen zusammen, um zu Ehren von Focusing-Gründer Gene Gendlin eine Konferenz abzuhalten. Vor 100 Jahren in Wien in eine jüdische Familie geboren musste er als 12 jähriger mit seinen Eltern fliehen, wuchs in den USA auf, wo er Philosophie studierte, mit Carl Rogers zusammenarbeitete und seinen wegweisenden Focusing Ansatz entwickelte. Seiner Person wurde in diesen Tagen viel Aufmerksamkeit geschenkt (etwa mit diesem Filmchen). Dabei hiess es, wollte er sich niemals als Gallionsfigur präsentiert sehen… Was hätte er dazu gesagt, dass 9 Jahre nach seinem Tod eine derart bunte Community ein solch rauschendes Fest für ihn gibt?

Doch ging es nicht nur um Gendlins Person. Der prozessorientierte Focusing Ansatz, der das „Carrying forward“ in sich trägt, wurde und wird in enorm vielen Bereichen – von Psychotherapie über Organisationsentwicklung bis zu wissenschaftlichem Arbeiten – eingesetzt und weiterentwickelt. Neben dem Besuch grosser Panels konnte man jeweils vormittags und nachmittags aus bis zu 12 Workshops auswählen.
Dabei wurde viel Wert auf die Focusing Praxis gelegt, wo es verkürzt gesagt, um den Dialog von Körperspüren und Sprache geht, um die Interaktion zwischen Person und Situation, um genaues Zuhören und das Sein mit dem (noch) Ungewissen. Sich selbst und das Leben reflektieren und bewusster mit dem eigenen Erleben umzugehen, ist das Ziel, und das fern ab jeder Esoterik. Wir haben so viel mehr Weisheit in uns, als wir normalerweise nutzen!

Dementsprechend kamen hier auch besonders geübte Menschen zusammen. Ich war noch nie zuvor auf einer Veranstaltung, wo es derart leicht war, einen Blick und ein Lächeln aufzufangen und ins Gespräch zu kommen. In den Pausen, beim Mittagessen oder beim festlichen Gala Diner im Schlosshotel Schönbrunn, gab es nicht nur leichten Small Talk, sondern jederzeit Gelegenheit für tiefe, ernsthafte und inspirierende Gespräche. Das war mitunter ganz schön fordernd – aber es liess sich auch um das Thema „Sensory overload“ Verständnis und Leichtigkeit aufbauen. Sehr überzeugt hat mich der Umgang mit schwierigen Auseinandersetzungen unter einigen TeilnehmerInnen, die die Konferenz am dritten Tag wie eine Welle erfasste, erschütterte und doch bis zum Ende der fünf Tage konstruktiv aufgefangen wurde. Die kollektive Erfahrung und ungewohnte konstruktive Lösungsorientierung (u.a. mit Hilfe der „Playbackerei„) wird nun in alle Richtungen weitergetragen. Das wird nicht nur mir in Erinnerung bleiben.

Den Veranstaltungsort der Konferenz, das Europahaus im 14. Wiener Bezirk, kannte ich bisher nicht. Er war ideal gewählt. Nicht nur die AmerikanerInnen waren entzückt von diesem Tagungsort, wo man in einem riesigen Park mit alten Bäumen den ganzen Tag über zwischen modernem Tagungszentrum und historischem Schloss mit Orangerie von Workshop zu Workshop hin und her flanierte. Das Ambiente, das Essen und Service waren einfach perfekt und sorgten für viel Freude bei allen BesucherInnen.

Hier findest du auf der Seite des International Focusing Institute das Konferenzprogramm.
Hier kannst du ein paar Videos nachsehen, von der Eröffnung und zwei Podiumsdiskussionen. Besonders das Sensing Forward DACH Panel fand ich sehr spannend. Vielleicht nicht in allen Details, aber du kannst ja einen Blick drauf machen und selbst herausfinden, was dir gefällt.

Ich habe die letzten Jahre schon einige Beiträge über meine Geschichte mit Focusing auf diesem Blog geschrieben. Nun ist sie um ein grosses Kapitel reicher geworden.

Frauen mit Mut

Montag, Juni 1st, 2026 von ulli

Ö1 stellt öfter spannende Frauen vor, von denen ich nie zuvor gehört habe. Und nun habe ich entdeckt, dass diese Sendungen einen Dauerplatz haben. Schau mal, oder besser Hör mal:

Ö1 Archiv: Frauen mit Courage

Falls Du noch nicht Ö1 Club Mitglied bist, wäre dieses Jahr eine gute Gelegenheit, das zu ändern. Der Ö1 Club feiert 30 Jahre!

Lernen wir Geschichte…

Dienstag, April 28th, 2026 von ulli

… am besten mit der Autobiografie einer besonderen Frau:
Barbara Coudenhove-Kalergi

Vor rund einem Monat führte Armin Wolf das Interview mit der nunmehr 94 jährigen – hellwachen – Journalistin in der Ö1 Sendereihe „Im Gespräch“. Im ORF Podcast noch bis September 2026 nachzuhören.

Armin Wolf hat das volle Transkript auf seinem Blog festgehalten. Dort bleibt es uns noch länger zugänglich: „Parallelgesellschaften muss es geben“.

Schön wie er beschreibt, wie er als 23 Jähriger Anfänger die in Prag geborene und damals schon sehr bekannte ORF Redakteurin kennengelernt hat: „Selten hat mich eine Kollegin so freundlich und hilfsbereit aufgenommen.

Nachdem ich das Interview im Radio gehört habe, holte ich mir die Autobiografie aus der Bücherei und las sie in zwei Tagen durch: Zuhause ist überall – Erinnerungen.
Spannender kann kein Krimi sein.
Aber lies selbst.

Gut umgehen mit dem Schwierigen

Freitag, April 24th, 2026 von ulli

ist Thema im aktuellen Newsletter des Kremser Kulturamts. In einem Interview wird die Leiterin eines Fachbereichs vorgestellt mit ihrer Vision:

Silvia Exenberger-Vanham leitet den Fachbereich für Klinische Psychologie an der Karl Landsteiner Universität (KL Krems). Ihre Vision für das Fach: beiden Seiten der Medaille gleiches Gewicht zu geben – den psychologischen Störungsbildern ebenso wie den menschlichen Potenzialen.

Das macht Sinn, dass nicht nur den schwierigen Dingen Aufmerksamkeit geschenkt wird, sondern auch bewährte Bewältigungsstrategien erforscht werden. Im Artikel ist die Rede davon, dass das Wissen darüber ebenso Allgemeingut sein sollte wie Nofallnummern oder Erste Hilfe Techniken, nämlich:

„In der internationalen Resilienzforschung haben sich drei Säulen der Resilienz herauskristallisiert: Die Unterstützung von außen, daneben Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang miteinander und zuletzt innere Werte und Eigenschaften wie Zuversicht, Humor und Offenheit für Neues. Diese drei Säulen werden am besten in „Zeiten der Ruhe“ geübt, damit Menschen in Zeiten der Krise darauf zurückgreifen können.“

Am besten liest du den Artikel selbst. Dabei kannst du gleich testen, was du davon schon wusstest oder anwendest: Der Klinischen Psychologie ein neues Gesicht geben

Lichtblicke in den Medien

Montag, Februar 16th, 2026 von ulli

Erstens wieder eine Ö1 Sendung..

Gedanken vom 15.2.2026: Barbara Strohschein über „Die unterschätzte Macht der Ankerkennung“
Sehr hörenswert. Leider nur begrenzt.
Wie Barbara Strohschein über gelingende Beziehungen sprechen kann, ist Wortbalsam..
Interessant ihr Institut Purpose und ihr jüngstes Buch:
„Anerkennung ändert alles. Der Schlüssel zu glücklichen Beziehungen, funktionierenden Teams und einer friedlichen Gesellschaft“, hier mit Leseprobe.

Zweitens ein Standard Essay…
den Gerhard in seinem Rundmail als Tipp von Willi verbreitet hat und den ich – nachdem gelesen – auch weiter verbreiten möchte:
Ist da Licht am Ende des Tunnels? Ein Essay von Hans Platzgumer

Drittens
eine Empfehlung von Florian, der ich selbst noch weiter nachgehen möchte: Den Beiträgen des Wissenschafts-Journalisten Martin Tauss, der für die Furche schreibt und an der Wiener Sigmund Freud PrivatUniversität mitarbeitet. Ein Experte für psychische Gesundheit und Achtsamkeit. Welch hilfreiche Mischung.

Ich hoffe, da ist etwas für dich dabei!

Bewusst Altern

Dienstag, Februar 10th, 2026 von ulli

Falls du dich mit deinem Älter Werden befassen willst, kann ich dir dieses Buch ans Herz legen. Nicht nur zum Umgang mit Altern, sondern auch zum Thema „Krankheit und Sterben“ hat Ram Dass viel zu sagen und sehr oft Dinge, die ich noch nie in dieser Art gehört habe. Manchmal ist mir der Mund richtig offen geblieben und begann mein Herz schneller zu schlagen – weil ich diese Perspektiven noch nie gehört habe, sie dennoch so nachvollziehen kann, und mir so richtig und wichtig erscheinen. Zudem sind Ram Dass Ehrlichkeit im Umgang mit sich selbst und seine Fähigkeit zur Selbstreflexion unglaublich. Was er beschreibt, hat er an sich selbst gelernt.

Der Amerikaner Ram Dass hat seine spirituelle Heimat im Hinduistischen, ein Zugang, der mir eher nicht so geläufig ist. Wenn er von „soul“ spricht, habe ich darum nach für mich passenden Begrifflichkeiten gesucht, wie z.B. „Leben“ oder „Verbundenheit“. So hat es mich nicht weiter aufgehalten, seiner Weisheit und seinem Humor zu folgen.

Seine Ausführungen zu Sterbegleitung oder zur Krankenpflege sind bemerkenswert, da kann eine viel lernen. Seine Kritik, wie wir im Westen mit KrankSein, Sterben und Tod umgehen, finde ich sehr treffend beschrieben und wie er damit versucht umzugehen, inspirierend.

Ram Dass war in jungen Jahren eine Art Guru in den USA und erlitt mit 65 Jahren, als er gerade dieses Buch über bewusstes Altern schrieb, einen Schlaganfall, mit dem er Beweglichkeit und auch Sprache verlor. Er schreibt darüber:

Illness had shattered my self-image, and opened the door to a new chapter in my life. After any major physical “insult,” as they call it, it’s all too easy to see yourself as a collection of symptoms rather than as a total human being, including your spirit — and thus to become your illness. Fear is powerful and contagious, and at first I allowed myself to catch it, worried that if I didn’t do what the doctors ordered, I’d be sorry. But now I’m learning to take my healing into my own hands.

Das Buch „Still here“ ist ein Lieblingsbuch von Sylvia, was mir Referenz genug war, um danach zu suchen. Es war bereits (vom Goldmann Verlag) auf Deutsch übersetzt, ist aber im deutschsprachigen Raum leider vergriffen bzw. wird es antiquarisch nur sehr teuer angeboten.

Exemplare auf Englisch (im Penguin Verlag) sind jedoch einfach und kostengünstig übers Internet zu beziehen, z.B. hier über ZVAB.
Ram Dass ist bereits vor ein paar Jahren gestorben, doch seine Website wird weiter betreut, hier findest du einen Ausschnitt aus dem vorgestellten Buch: Still here.
Er ist also immer noch da 🙂

Wir nehmen das Schild aus dem Fenster…

Montag, Januar 26th, 2026 von ulli

Es tut gut, wenn jemand mutig und ehrlich agiert. Ich kann und mag die Äusserungen nicht zur Gänze inhaltlich beurteilen (da liesse sich einiges kritisch anmerken), aber dass hier viele Dinge offen angesprochen werden, lässt mich aufatmen.
Hier die Rede im Wortlaut.

Ausserdem schau dir an, mit welcher Frau dieser Mark Carney verheiratet ist. Ich muss sagen, nun hat er wirklich meinen Respekt. Und seine Frau auch: Diana Fox Carney
Diana Fox Carney ist eine britische Wirtschaftswissenschaftlerin und Autorin, die sich auf Entwicklungsländer spezialisiert hat. Die beiden lernten einander während des gemeinsamen Studiums beim Sport an der Universität Oxford kennen. Das Paar heiratete 1995, während Carney seine Doktorarbeit abschloss. Aktuell ist Diana Fox Carney Beraterin für Unternehmen und Investoren, die den Übergang zu einer grüneren, naturfreundlichen Wirtschaft suchen. Pikantes Detail: 2012 hat Diana Carney, so berichteten die Medien, ihre Sympathie für die bankenfeindliche Occupy-Bewegung geäussert. Und das obwohl ihr Ehemann Leiter der kanadischen Zentralbank gewesen ist. 😉
Die beiden sind Eltern von vier Töchtern.

Vom Schmerz befreit

Samstag, Januar 17th, 2026 von ulli
Vom Schmerz befreit

Ein Buch, das ich mit grossem Interesse gelesen habe und das ich dir empfehlen mag.
Auch wenn eineR nicht an starken chronischen Schmerzen leidet, so ist die Auseinandersetzung mit diesem Zugang hilfreich und spannend. Peter Levine mit Somatic Experiencing geht völlig neue Wege in der Beurteilung von Traumata und dem Umgang damit.

Trauma, das muss nicht unbedingt ein grosses Drama als Ursache haben. Es genügt, als Kind beim Zahnarzt oder vor der Narkose im Krankenhaus in Panik gewesen zu sein, und dass der Prozess nicht gut abgeschlossen werden konnte. Und zwar auf Ebene des Nervensystems, das als Stressreaktionen „Erstarrung, Kollabieren, Kampf oder Flucht“ bei uns „höheren Säugetieren“ vorsieht. Die Erstarrung verkörpert sich dann beispielsweise als jahrelange chronische Muskelspannung, etwa in Nacken und Rücken oder in einer ungesunden Körperhaltung.

Ich habe im Vorfeld schon Levines Buch „Sprache ohne Worte“ gelesen und mich mit seinem Ansatz gut vertraut gemacht. Scheint mir plausibel. Auch sein Umgang, der ein sehr sanftes und langsames Auflösen eventueller Traumata vorsieht, gefällt mir gut. Sich mit dem Körper zu befreunden, Schmerzen als Signale und nicht als lästige Störungen zu sehen, sei hilfreich. Dieses Buch ist allerdings eher wissenschaftlich gehalten und mit rund 450 Seiten ziemlich umfangreich. Falls du den Ansatz genauer kennenlernen willst, genau das Richtige.

Maggie Phillips, eine erfahrene Psychologin und Psychotherapeutin, mit Schwerpunkt Schmerzbehandlung, scheint die perfekte CoAutorin für das eingangs erwähnte, eher anwendungsorientierte Buch, gewesen zu sein. Es ist als Übungsbuch konzipiert und bietet viele verschiedene Herangehensweisen an, aus denen du eine für dich passende herausfinden kannst. Also kein allgemeingültiges Rezept, sondern mehr die Ermunterung zu einem Forschungsprozess. Ganz nach meinem Geschmack.

Und ich darf dir verraten, dass ich schon eine ganz erstaunliche Erfahrung mit einem plötzlich aufgetretenen Hexenschuss hatte. Mitten in der Lektüre des Buchs wandte ich einige der empfohlenen Übungen an. Am nächsten Tag war der Schmerz leichter, am übernächsten Tag verschwunden. Ein kleines Wunder – das mich überzeugt hat. Ich werde sicher weitere Möglichkeiten zum Ausprobieren finden..

Hier der Link zur jüngsten Auflage von „Vom Schmerz befreit“im Kösel Verlag.
Dort findest du auch eine Leseprobe, die u.a. auf Seite 20 den Link zu den downloadbaren akustischen Übungsanleitungen enthält. Damit kannst du dir einen wirklich guten Eindruck verschaffen, wenn du das möchtest.

Hier der Link zu „Somatic Experiencing – Deutschland“ bzw. „Somatic Experiencing – Österreich„.

Frieden

Samstag, Januar 17th, 2026 von ulli

Ich hab mir vorgenommen, künftig nicht nur im stillen Kämmerlein irritiert zu sein, wenn ich einen Medienbeitrag zur zunehmenden Aufrüstung lese, sehe oder höre, sondern aktiv zu werden und zumindest ein Mail zu schreiben.

Was ich diese Woche an eine Printzeitung auch gemacht habe. Antwort habe ich noch keine. Vermutlich ist damit auch nicht zu rechnen. Aber vielleicht macht es ja doch irgendwann, irgendwo einen Unterschied:

Sg Damen und Herren
Mit Ihrem heutigen Beitrag zum Forum „Finanzierung und Sicherheit“ in NÖ haben Sie gezeigt, wie Medien scheinbar neutral berichten, aber tatsächlich parteiisch sind, nämlich „für Aufrüstung“ mit den immer gleichen Argumenten von Wirtschaftsaufschwung und versprochenem Wohlstand für alle.

Fast nebenbei wird im letzten Absatz des Beitrags als leidiges Bürokratiehemmnis die Neutralität Österreichs erwähnt. Wenn man auch einen Teil vom Kuchen haben will, gibt es für solche Nebensächlichkeiten keinen Platz mehr. Sicherheit über alles und Sicherheit nur auf eine Art: Verteidigung mit Waffen.
In den letzten Jahren werden die Menschen – immer unverhohlener – von den Medien dauerberauscht mit Parolen zum „Vertrauen in Aggression“ und zur „Alternativlosigkeit von Gewalt“. Dabei, so wissen wir aus der Geschichte, kennen Kriege keine Sieger, sondern nur Verlierer – und das über Generationen.
Ich möchte dazu nicht mehr still sein, sondern mich melden. Ich möchte dem Kriegsgeheul ein „Friedensgeheul“ entgegensetzen.
Warum berichten Sie nicht über friedliche Konfliktlösungsansätze, wie sie von ernstzunehmenden ExpertInnen entwickelt wurden? Etwa vom Salzburger Friedensbüro:
https://www.friedensbuero.at/materialien/kranich-ausgaben-zum-herunterladen/
z.B. wie in der letzten Ausgabe beschrieben
https://www.friedensbuero.at/wp-content/uploads/2025/12/kranich_04_25_digital.pdf
Das sind keine naiven weltfernen Ideen, aber sicher lässt sich damit nicht das Rüstungsgeschäft ankurbeln.
Welche Welt wollen Sie Ihren Kindes und Kindeskindern hinterlassen?
Medien und v.a. SIE tragen Verantwortung

Unterschrift
...

Das ganze unter dem Betreff „Meldepflicht – Friedensgeheul„. Damit vielleicht mehr eine künstlerische Intervention denn ein üblicher Leserbrief. Aber egal, ich habe mich danach besser gefühlt.

Was hältst du davon? Wenn jedeR von uns jede Woche drei Emails schriebe, das wäre doch schon etwas..
Ich habe grad wirklich noch zwei Mails an prominente TeilnehmerInnen der angesprochenen Veranstaltung geschrieben. Ein kleiner Beitrag, aber nicht nichts…

Inhaltlich ging es übrigens um einen Wirtschaftsgipfel in Niederösterreich, wie hier in ORF News behandelt: „EU-Aufrüstung: Betriebe fordern weniger Auflagen“. So weit, so beunruhigend.

Das Erbe der Käthe Leichter

Mittwoch, November 26th, 2025 von ulli

ist gross. Riesengross. Und Käthe Leichters Enkelin Kathy Leichter ist eine würdige Erbin – indem sie ist, wie sie ist und tut, was sie tut.


…In diesem Zusammenhang noch ein Zusammenhang…

Ich bin seit kurzem Mitglied im Verein „Rote Spuren„. Dort wird Geschichte von unten aus ArbeiterInnenperspektive erzählt. Die kürzlich besuchte Führung mit Brigitte Drizhal auf dem Zentralfriedhof zum Thema „Widerständische Frauen“ wird mir unvergesslich bleiben.
Wir haben dort u.a. die Gruppe 40 besucht, seit 2013 eine nationale Gedenkstätte für die von den Nationalsozialisten hingerichteten WiderstandskämpferInnen.
Hier die Website dazu mit Porträts von den ermordeten Menschen.

Dass es zu dieser Gedenkstätte kam, ist vor allem Käthe Sasso zu verdanken. Einer grossartigen Frau, die erst 2024 verstorben ist: Hier ein paar Infos zu ihrer beeindruckenden Lebensgeschichte. Einen sehr sehenswerten Dokumentationsfilm über Käthe Sasso „Erschlagt mich, ich verrate nichts!“ kannst du auf vod anschauen. Ihre Menschenliebe blieb trotz des Erlebten ungebrochen.

Ingrid hat mir erzählt, dass Käthe Sasso noch in hohem Alter den 2010 verstorbenen Heinz Leichter kennengelernt hat, den Sohn von Käthe Leichter, den Vater von Cathy Leichter. Die beiden hätten sich glänzend verstanden.

So schliessen sich die Kreise. Schon spannend, oder?

Es tut gut…

Mittwoch, November 26th, 2025 von ulli

… dieser Frau zuzuhören und ihren Gedanken zu folgen. Sie strahlen so eine tiefe Sicherheit aus, obwohl so offen. Aber vielleicht gerade deshalb?
Eine Weile kannst du das Interview mit Eva Masel auf Ö1 noch nachhören. Ich habe die Leiterin der Palliativstation des Wiener AKH hier schon einmal erwähnt, weil mir das Interview mit Florian Ploberger so gut gefiel.
Bei Ö1 Menschenbildern spricht sie mit Mari Lang. Die Fragen sind gut, die Antworten hochinteressant, die Stimmung entspannt.

Wenn du magst, hör selbst:
Leben und Sterben
(Falls du es hier nicht mehr abrufen kannst, dann besteht vielleicht noch die Möglichkeit den Beitrag über den Ö1 Podcast zu hören.)

Übrigens ein sonderbarer Ort für ein Interview: „Einen Ausgleich findet Eva Masel im Stadthallenbad in Wien, wo sie mehrmals pro Woche zum Schwimmen geht. „Für mich ist das wie Psychotherapie“, erzählt sie im Gespräch mit Mari Lang. Sie hat die Palliativmedizinerin beim Sortieren ihrer Gedanken im Wasser begleitet und mit ihr über ihr Aufwachsen und ihren persönlichen Weg in die Palliativmedizin gesprochen.“

Achtsamkeit an Schulen

Dienstag, Oktober 28th, 2025 von ulli

Im folgenden Artikel geht es um Achtsamkeit für Lehrende und Lernende:
https://www.schule-der-wertschaetzung.at/wp-content/uploads/2025/10/Kurier-Artikel-2025-09-2.pdf

Was für ein wichtiger Beitrag. Hier findest du die Website zur Initiative „Das Herz der Schule neu entdecken“:

Meditation, Focusing und Alexandertechnik

Montag, Oktober 6th, 2025 von ulli

Alexandra Pfohlmann, eine wunderbare (tibetisch buddhistische) Meditationslehrerin, spricht in folgendem Video über Mediation und Focusing, eine seltene Kombination. Hörs dir an, falls dich das Thema interessiert. Alexandra hat einen feinen Humor und eine lebendige alltagsnahe Herangehensweise, die mir gut gefällt.


Von Alexandra kommt der Hinweis auf David I. Rome, der in seinem Buch ebenso Focusing und Meditation verbindet:
Your Body Knows the Answer: Using Your Felt Sense to Solve Problems, Effect Change, and Liberate Creativity

Es wurde auch auf deutsch übersetzt, ist aber im Netz nicht so leicht zu finden. Es heisst: Dein Körper gibt die Antwort (Nicht zu verwechseln mit dem Buch: Dein Körper weiss die Antwort von Martin Siems – auch ein gutes Buch, das sich aber allein mit Focusing befasst)

Alexandra hat weiters auf Kevin McEvenue hingewiesen, ein kanadischer Lehrer, der Focusing und Alexandertechnik zusammenfügt:
https://wholebodyfocusing.com/.

Schön, wenn die Dinge, die eine interessieren, aus unterschiedlichen Richtungen zusammenkommen. Findest du nicht auch?

PS: Alexandra bietet übrigens im Haus Engl in Bayern ein Seminar zu Meditation und Focusing an. „Das Engl“ ist ein Retreatzentrum in der Nähe von Passau, das ich dir aufs Allerwärmste empfehlen mag.
PS2: Falls du in Passau vorbeikommst, schau dir unbedingt das Glasmuseum an. Was für eine unglaubliche Fülle an Glaskunst! In einem unglaublich schönen Gebäude.

PS2: Das deutsche Focusing Institut (DFI) hat im letzten Newsletter auf einen feinen Blog hingewiesen. Da gibt es einen Beitrag, der sich mit dem Zusammenbringen verschiedener Ansätze befasst, aber noch viel mehr Spannendes: https://www.deutsches-focusing-institut.de/focusing/focusing-blog

Buchempfehlungen

Dienstag, September 2nd, 2025 von ulli

Das erste Buch ist weniger eine LeseEmpfehlung, denn mehr eine PraxisEmpfehlung oder Einladung zum Studium. Wenn du dich ernsthaft damit auseinandersetzen willst, wie dein Geist funktioniert und dich darin üben magst, klarer, wacher und klüger zu werden, dann magst du dich vielleicht mit diesem 560 Seiten starken Buch befassen. Was aber heisst, nicht nur lesen, sondern dich täglich hinzusetzen und darüberhinaus Achtsamkeit in deinen Alltag zu integrieren. Falls dich das interessiert, musst du schon sehr entschlossen sein. Aber warum nicht? Es ist nie zu spät, die Perspektive zu verändern. Hier zum Verlag mit einer Leseprobe von Handbuch Meditation von Culadasa John Yates. Ich hab mich nach den ersten 200 Seiten schon an die Dichte und Komplexität gewöhnt und schon jetzt als MeditationsErfahrene viel Neues und Wesentliches gelernt. Also mag ich es empfehlen und bei dieser Gelegenheit ein grosses DANKE an Franz aussprechen, der es mir empfohlen hat. 🙂

Zweitens: Wenn du schon mit Meditation Erfahrung hast, weisst du auch, dass sich das Denken willentlich nicht steuern lässt. Was kommen da mitunter für Gedankeninhalte zum Vorschein, über du sich nur so wundern lässt! Wenn es sich um stark selbstkritische Gedanken handelt, dann solltest du dir deinen „inneren Richter“ vielleicht einmal näher ansehen. Besser als Byron Brown es in seinem Buch tut, hab ich es noch nirgendwo gelesen. Die Beschreibungen und Fallbeispiele machen in ihrer Detailgenauigkeit zwischendurch richtig sprachlos. Einfach wundervoll!
Ja, unser „Über Ich“ hat schon Kraft und Macht. Wenn wir es besser verstehen, wird vielleicht eines Tages aus dem Richter ein Verbündeter?
Mit diesem Link mache ich dich gleich mit dem Zentralen Verzeichnis antiquarischer Bücher – ZVAB bekannt. Byrons Buch „Befreiung vom inneren Richter: Die Intelligenz der Seele erkennen“ ist noch nicht soo alt – 2001 erschienen – , aber hier kannst du es gebraucht und günstig erwerben: https://www.zvab.com.
Ich war zu Beginn ein wenig irritiert von (für mich wenig greifbaren) Begriffen wie „wahrer Seele“, und bin froh, dennoch weiter gelesen zu haben.

Als drittes ein Buch, das sich mit der speziell schwierigen Lage nach einer Trennung befasst. Ich habs gelesen, bevor ich es einer Freundin geschenkt habe und bin überzeugt, dass dieses Buch in dieser besonderen Lebenslage wirklich Trost und Balsam bieten kann. Wie Stöhring ihre inneren Stimmungen genau beschreibt ist sehr besonders. Und wie sie sich nach der ersten Trauerphase selbst zu helfen weiss, ermutigend: Ulrike Stöhring: Vielen Dank für alles. Trennung – glücklich überlebt.
Folgender PresseKommentar bringt es auf den Punkt:
Ratgeber für Verlassene gibt’s zahlreich. Doch Ulrike Stöhring hat hier ihre persönliche Geschichte beschrieben und das recht unterhaltsam. Das Buch ist nicht nur für Betroffene eine schöne Lebensunterstützung.“

Alle guten Dinge sind drei –
vielleicht war auch etwas für Dich dabei.

schreib.raum

Dienstag, Juli 29th, 2025 von ulli

so heisst Alexandras Peischers Website und ich würde dir empfehlen, dich dort einmal umzusehen: https://www.schreibraum.com

Ich komme eben von Goldegg zurück, wo ich bei Alexandra ein Schreibseminar besucht habe.
Titel: „Im Schreiben Ruhe und Kraft finden“.
Goldegg im salzburgischen Pongau kennst du vielleicht von den Goldegger Dialogen. Das Schloss, in dem die Dialoge und Seminare stattfinden, macht viel von dem Reiz der gemeinsamen Aktivitäten aus. Auch eine Malakademie logiert im Schlösslein sowie ein Schlosscafe mit 13 verschiedenen Mehlspeisen, eine besser als die andere, mit riesengrossen Portionen. Nicht zu vergessen, die Berge rundum und der kleine Moorsee vor dem Schloss, den du in kaum einer halben Stunde umrundest und an dem dich eine nostalgische Badeanstalt mit alten Holzkabinen entzücken lässt.

In dieser Umgebung lässt sich gut kreativ sein, und wenn dann eins eine Seminarleiterin wie Alexandra hat, darf es auch stundenlang regnen und du bist trotzdem fröhlich. In Einheiten von drei bis vier Stunden hat uns Alexandra mit einer Vielfalt von Schreibansätzen zum Nachdenken, Reflektieren, zum Fantasieren und zum Nonsensieren gebracht.

Wir haben Morgenseiten, unrühmliche Hirnentleerungen, Hirnschwapps und Lobeshymnen verfasst, Gedichte in vielerlei Wort- und Silbenanzahl komponiert, und danach mit Freude und manchmal Verwunderung den anderen zugehört beim Vorlesen ihrer Texte und WortBlüten. Das Vorlesen des Eigenen war immer eine besonders spannende Geschichte. Wir Menschen sind uns ja so wichtig, und Gruppen haben eine eigene Kraft.

Das Seminar war weniger literarisch angelegt, sondern eher als kreative Auseinandersetzung mit sich selbst und der Welt. Das war nicht unanstrengend und so war es gut, den Nachmittag für sich zu haben und das herausgedachte und niedergeschriebene verdauen zu können.

Auch in dieser Hinsicht zeigte Alexandra grosse Kompetenz. Waren SchreibkollegInnen von ihren Prozessen emotional stark betroffen und brachten das in die Runde ein – manche mehr, manche weniger -, nahm sie das konstruktiv in ruhiger und aufmerksamer Weise auf und half es zu integrieren, für die Person als auch für die Gruppe. Das kam nicht so oft vor, hätte aber bei weniger geschicktem Umgang zu längeren Irritationen führen können. So störte es nicht weiter und gab Sicherheit fürs Weiterschreiben. Nicht umsonst ist Alexandra auch im Coachingbereich für Persönlichkeitsfragen zu Hause.

Fast ein ganzes Heft haben wir ausgeschrieben und es macht sicher Sinn, den Texten später in Ruhe nachzugehen und das eine oder andere nachhallen oder weiterspinnen zu lassen. Was war damals in Bali ausser dem Mondmeerschwimmen eigentlich noch erinnerungswürdig?

Vielleicht magst du auch einmal ein Seminar bei Alexandra besuchen? Zum Beispiel im Oktober in Alexandras schreib.raum in Innsbruck: „Selbstfürsorge und achtsames Schreiben.“ Wenn ja, solltest du schnell sein, es ist vielleicht bald ausgebucht.

Vor kurzem hat Alexandra auch ein Buch publiziert. Ich habs mir mitgenommen und freu mich schon aufs Durchstöbern: Versuchen Sie’s mal mit schreiben – Ein effektives Werkzeug für Coaching, Beratung und Erwachsenenbildung.

Ich bin nach dem Seminar jedenfalls sehr lebendig heim gekommen und werde in nächster Zeit wieder öfter und bewusster schreiben. Vielleicht vergnügte Gedichte wie Mascha Kaléko? hier im Blog schon 2010 zitiert und immer wieder eine Freude…

Kreativität ist jedenfalls ein Lebensmittel. Findest du nicht auch?
Wo pflegst du eigentlich deine Kreativitätsquellen?

Trauernd?

Mittwoch, Juli 16th, 2025 von ulli

Falls du oder jemand anderer in deiner Umgebung grad eine harte Zeit mit dem Abschied naher Menschen durchmach(s)t, so kann ich dir den Ansatz von Roland Kachler als Unterstützung empfehlen. Ich habe den deutschen Psychotherapeuten Roland Kachler vor kurzem bei einem Vortrag im Kardinal König Haus in Wien erlebt und mir eins seiner Bücher mitgenommen.

Vortrag und Buch haben mich so überzeugt, dass ich tags darauf in der Herder Buchhandlung in der Wollzeile fünf Expemplare des eben gelesenen Buchs gekauft habe und seitdem rundherum verschenke. Es heisst „Meine Trauer wird dich finden.“ und ist schon in der 12. Auflage erschienen. Hier Zusammenfassung und Leseprobe.

Was mir an seinem Ansatz so gut gefällt? Kachler hat den Zugang zu konstruktiver Trauer aus eigener Betroffenheit nach dem Verlust seines jugendlichen Sohnes entwickelt und sagt selbst, dass er zuvor ganz andere Theorien vertreten hatte. Er spricht nicht vom „Loslassen müssen“, sondern vom Pflegen und Weiterentwickeln der Beziehung zu den Verstorbenen. Ja, dass sich Konflikte sogar noch nach dem Tod eines nahen Menschen klären lassen. Er plädiert für das Zulassen des Schmerzes, einer ja natürlichen Reaktion auf den Verlust, und hält nicht viel von den kolportierten Trauerphasenmodellen.
Was mir besonders gut gefällt: Er meint, in der ersten Trauerzeit sei man „im Auftrag des Verstorbenen unterwegs“ und solle dem Bedürfnis nachgeben, viel über gemeinsame Erinnerungen zu reden. Wozu man im Idealfall gute ZuhörerInnen finden sollte. Vielleicht Dich?

Hier der Link zu seiner Website, wo du noch weitere Bücher von ihm findest, darunter auch Sachbücher für TherapeutInnen: https://kachler-roland.de/

Da werde ich mich auch noch weiter umsehen. Gerade zu diesem existentiellen Thema können wir nicht genug Kompetenz aufbauen. Meinst du nicht auch?

Sind die weissen Tauben müde?

Mittwoch, Mai 21st, 2025 von ulli

Hans Peter Graß ist es jedenfalls noch nicht. Ich hab hier schon früher von der bevorstehenden Salzburger Friedenstagung „Raus aus der Erschöpfung“ Mitte Juni u.a. mit Harmut Rosa berichtet. Ich kann leider nicht hinfahren, bin aber Mitglied des Salzburger Friedensbüros geworden und beziehe seither seinen spannenden Newsletter.

Im aktuellen Newsletter wird auf ein Interview mit dem langjährigen Geschäftsführer Hans Peter Graß über Gründung und Entwicklung des Friedenbüros hingewiesen, das ich eben nachgehört habe. Nun kann ich anbinden an meine eigenen Erfahrungen aus den 80er Jahren mit der Friedensbewegung. Wie gut von ihm herauszuarbeiten, dass die aktuelle Situation ähnlich ist, aber doch schon vieles anders. So sind Zivildiener mittlerweile akzeptierte und wichtige Arbeitskräfte in den sozialen Einrichtungen und die „gsunde Watschn“ ist zumindest tabuisiert, wenn noch nicht ganz verschwunden.

Ausserdem weiss ich jetzt, dass es eine Sendung “Begegnungswege” im Freien Radio Salzkammergut gibt. Und dass die “Begegnungswege” von Maria und Matthias Reichl vom Bad Ischler Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit gestaltet werden. „Der Schwerpunkt der Sendung liegt auf nicht  nichtkommerziellen, unzensierten und globalisierungskritischen Weltnachrichten mit Musik.“

Da der Ausschnitt des Interviews ein wenig aprubt endet, werde ich mich da ein wenig weiter umhören. Spannend, was es alles gibt und wie Menschen sich für wertvolle Ziele engagieren. Wie schön.

Ein freier Geist

Freitag, Mai 16th, 2025 von ulli

Gestern habe ich auf Ö1 „Menschenbilder“ nachgehört. Einige der Gedanken davon tauchen immer wieder auf. Schon der Titel der Sendung ist sehr nett; „Liebe dich selbst, dann kann dich die ganze Welt gern haben.“

Alfred Kirchmayr, Theologe und Psychotherapeut, mag sich selber und ist ein freier Denker.
Er sagt so Sachen wie „Je mehr christlich eine Partei im Namen hat, umso unsozialer ist sie“ oder „Die Kirche missbraucht das Christentum“. Da bleibt dir ja kurz die Luft weg, oder?

Vor vielen Jahren hat er mit Erwin Ringel ein Buch herausgebracht, in dem die katholische Kirche kritisiert wurde. Sie sei zu autoritär (fordere Unterwerfung) , beharre auf einem unrealistischen Reinheitsbegriff und hätte ein schlechtes Verhältnis zu Körper, Gefühlen, zu allem Weiblichen, so auch zu den Frauen.

Dabei sei „Religio“ die Sehnsucht nach Verbundenheit, die Einsicht, dass alles miteinander zu tun hat, die Schönheit, sich aufgehoben zu fühlen in einem Ganzen… So stamme auch das Wort „katholisch“ von „allumfassend“.

Das und viele andere spannende Gedanken, auch zur Psychotherapie, wurden angesprochen. Vielleicht magst dus ja auch nachhören. Eine Weile gehts noch:

https://oe1.orf.at/programm/20250511/794462/Alfred-Kirchmayr-Psychotherapeut-und-Theologe

oder das Buch lesen:

Alfred Kirchmayr und Erwin Ringel: „Religionsverlust durch religiöse Erziehung“, Verlag Der Apfel, Wien, 241 Seiten.

Danke Ö1 und den SendungsgestalterInnen.