Aktuell läuft in den Kinos der Film „Porträt einer jungen Frau in Flammen“. Ich habe ihn gesehen und bin völlig hingerissen. Ich könnte jetzt viel darüber schreiben, warum und wieso. Vielleicht magst du ihn dir selbst ansehen und dir dein eigenes Bild machen.
Hier gibt es den informativen Eintrag auf Wikipedia. Inklusive Filmkritiken – ich bin nicht die einzige, die vor Begeisterung übersprudelt. Grosses Kino – und endlich der weibliche Blick. Ein Blick, der auch Männern gefallen wird und der hoffentlich beiträgt, den männlichen Blick in der Filmwelt zu verändern. Den Blick, den wir bisher für Normalität hielten. Hier der Trailer, der aber meiner Ansicht nach nicht die Wirkung des Films widergeben kann. Eine Wirkung, die sich langsam aufbaut, dich zunehmend in den Bann zieht und dich verzaubert zurücklässt…
Der Film hat das Zeug zum Klassiker. Den Namen der Regisseurin Céline Sciamma werde ich mir jedenfalls merken. Von solchen Filmen will ich mehr sehen.
Wie schon die letzten Male wollte ich Greta Thunbergs Rede bei der UN Climate Change Conference (COP25) in Madrid nicht mit störender Übersetzung, sondern im Original hören. Ich finde Stimme und Wortwahl so eindrücklich, dass es das braucht. Es war gar nicht so einfach, ein entsprechendes Video zu finden.
Mir gefällt, wie Greta Thunberg in ihren Reden niemals vergisst, die Ungleichheit anzusprechen. Wusstest du, dass 10% der Reichsten die Hälfte aller CO2 Emissionen zu verantworten haben? Dagegen vereinen sich auf 50% der Ärmsten nur 10%.
Alle relevanten Änderungen seien historisch immer von unten, den Menschen, nicht von den Regierungen ausgegangen, sagt Greta Thunberg, und kritisiert die Suche der Regierungen nach Schlupflöchern.
In diesem Standardbeitrag ist Thema, wie sehr NGOs und Jugendliche von der Konferenz enttäuscht sind.
2020 naht, das Jahrzehnt, das entscheidend sein wird für den Umgang der Menschen mit ihren Lebensgrundlagen.
Greta Thunberg ist eben „Time Persönlichkeit des Jahres“ geworden. Auf Twitter schreibt sie: „Wow, this is unbelievable! I share this great honour with everyone in the #FridaysForFuture movement and climate activists everywhere.“
Wer hätte vor einem Jahr noch gedacht, dass ein junges Mädchen so viel bewegen kann? Wenn so etwas möglich ist, was ist dann noch alles möglich?
Kennst du diese Zeitschrift? In der Eigendefinition heisst es:
„BEWUSSTER LEBEN ist das Mindstyle Print-Magazin für gesundheitsbewusste, erfolgreiche Frauen, die ein starkes Interesse an einer nachhaltigen und werteorientierten Lebensführung haben und sich nach einem Leben mit mehr Muße sehnen. Nach mehr Zeit für das Wesentliche, denn sie möchten bewusst leben und auf sich und ihre Umwelt achten. Unsere Redaktion stellt Menschen und Produkte vor, die den Lesern Impulse für ein erfülltes und authentisches Leben geben. Außerdem werden neue Entwicklungen aus den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Achtsamkeit und Nachhaltigkeit vorgestellt.“
Das hätte ich vor 5 Jahren noch nicht gedacht, dass es so viel Interesse für diese Themen gibt, dass eine Zeitschrift davon leben kann. Einige der Artikel auf der Website: www.bewusster-leben.de gefallen mir ganz gut.
Was den kommerziellen Aspekt angeht, bin ich ein wenig vorsichtig. Alles was zu schnelle leichte Lösungen verspricht, ist mir nicht ganz geheuer. Ein zufriedenes Leben lässt sich nicht kaufen.
Doch der Fokus der Zeitschrift stimmt mich fröhlich. Ich bin nicht allein mit meinen Ansinnen, wir sind viele!! Und im Frühjahr wird es ein Sonderheft zu „achtsam sein“ geben. Eben.
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Richtig. Da gibt es noch eine sehr gute Zeitschrift, die jetzt erwähnt werden muss. moment by moment, das Magazin für Achtsamkeit, aktuell mit dem Titelthema „Genug. – Die Kunst des Gebens und Nehmens“. In der Beschreibung heisst es:
„Konzipiert und geschrieben von Praktizierenden für Praktizierende. Ein Wegweiser und eine Inspirationsquelle für Interessierte, Neulinge, Übende und Lehrende zugleich. Fundiert, lebensnah und tiefgehend – für ein lebendig achtsames Leben.“
Martin Prein trifft den Zeitgeist. Sein Buch ist seit Wochen Bestseller. Darin schreibt er über den Umgang mit dem toten Körper, das Leichentabu, das letzte Be-Greifen und den sensiblen Umgang mit Trauernden. Und wie wir alle dieses Wissen brauchen, um uns selbst und andere in der emotionalen Ausnahmesituation eines Verlusts zu unterstützen.
Ich habe letzte Woche einen Tag Seminar bei ihm erlebt und ich werde diesen Tag niemals vergessen. Nicht nur die Inhalte, sondern auch die Art, wie er sie bringt, waren für mich eine … ja ich wähle dieses starke Wort … eine Offenbarung.
2017 war er zu Gast im Death Cafe in Linz. Wenn du dir das Video anschaust, verstehst du, was ich meine. Wie er die Worte wählt, wie er sich ausdrückt, seine vielen Beispiele, wie lebendig und engagiert er dieses schwierige Thema rüberbringt, wie er sich selbst einbringt, ist wirklich besonders.. Kepler Salon: „Letzte Hilfe Kurs“ mit dem Psychologen und Thanatologen Martin Prein
Einen Tag vor dem Seminar habe ich ein Death Cafe in Wien besucht. Was das ist? Eine Runde interessierter Menschen sitzt bei Kaffee und Kuchen zusammen und spricht über Tod und Sterben, wie es im Alltag meist nicht möglich ist: ganz normal.
Alexandra Kleinheinz hat die Runde von 10 Personen wunderbar moderiert und ich habe interessante Menschen und neue Sichtweisen kennengelernt. Jeder Mensch, der sich an das Format des Death Cafe hält, kann sich auf der Website eintragen und dazu einladen.
Schon sehr spannend. Findest du nicht auch?
Mehr wie ein Musikstück als ein Film. Ohne grosse Erklärungen, ohne Analysen, ohne Besserwisserei. Die Erzählungen wie eine Melodie. Eine Melodie, die beschwingt.
Ein Film, der bestärkt und unterstützt. Von SolarMamas in Indien, innovativen Förstern in Österreich, Holzhäusern ohne Heizung, Perma Kultur auf Las Palmas und den Weisheiten des Dalai Lama. Ich wusste übrigens nicht, dass er eine Schwester hat, eine sehr kluge Person.
Wundervoll langsam mit poetisch schönen Bildern und mit Menschen, die du am liebsten abküssen würdest, so authentisch und kraftvoll sind sie. Mit allen Einstellungen sagt der Film, „ja es geht“. – Ja, es ginge.
Mir gefällt das Resümee: wenn wir mit der Veränderung bei uns selbst anfangen, verändern wir die Welt. Wir brauchen nicht endlos über die anderen jammern und klagen, sondern können fröhlich uns selbst verändern und damit Beispiel sein und uns kraftvoll an politischen Prozessen beteiligen.
„Nichts existiert unabhängig“ heisst es im Untertitel des Films. Deshalb kannst du nichts folgenlos tun. Alles, was du denkst, sagst und tust, hat Wirkung.
Weisst du, was du denkst? Hörst du, was du sagst? Siehst du, was du tust?
Schön, was Erwin Wagenhofer hier getan hat. Danke.
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Falls Du im Waldviertel lebst oder hierher einen schönen Ausflug machen willst, dann solltest du unbedingt das Stadtkino Hornbesuchen. Hier laufen immer besondere Filme, ist die Atmosphäre „Kino pur“ und die liebevolle Tradition eines gediegenen Familienbetriebs spürbar. Danke an die Familie Meingast für Ihr jahrzehntelange cineastisches Wirken!
XR ist die Abkürzung für „Extinction Rebellion.“
Die Beschreibung in Wikipedia ist so punktgenau, dass ich sie hier übernehmen mag.
„XR ist eine weltweite Bewegung, die sich mit Mitteln des zivilen Ungehorsams gegen das Massenaussterben von Tieren und Pflanzen und das mögliche Aussterben der Menschheit als Folge der Klimakrise und der Vernichtung von Lebensraum einsetzt. Die Bewegung entstand aus Vorläufern 2018 im Vereinigten Königreich und hatte 2019 in mindestens 49 Ländern auf sechs Kontinenten 331 Ortsgruppen.“
Mir gefallen die Grundsätze der Bewegung, die politische, soziale und persönliche Anliegen berücksichtigen. Hier sind sie in 10 Punkten (auf der Website) zusammengefasst:
PRINZIPIEN & WERTE
Alle, die diese Prinzipien und Werte beherzigen, können im Namen der Extinction Rebellion handeln.
WIR HABEN EINE GEMEINSAME VISION DER VERÄNDERUNG
Eine Welt zu schaffen, die auch für zukünftige Generationen lebenswert ist.
UNSER FOKUS LIEGT AUF DEM ERREICHEN DES NOTWENDIGEN
Nämlich die 3,5% der Bevölkerung zu mobilisieren, die nötig sind, um Systemveränderungen durchzusetzen – dafür nutzen wir Ideen wie “Momentum-gelenkte Organisation”.
WIR BRAUCHEN EINE REGENERATIONSKULTUR
Wir schaffen eine Kultur die gesund, anpassungsfähig und belastbar ist.
WIR FORDERN UNS UND DAS TOXISCHEN SYSTEM, IN DEM WIR LEBEN, ÖFFENTLICH HERAUS
Wir verlassen sichtbar unsere Komfortzonen, um aktiv mit zivilem Ungehorsam Veränderungen zu erreichen.
REFLEXION UND LERNENALS ENTSCHEIDENDE FAKTOREN
Wir folgen einem zyklischen Prozess aus Aktion, Reflexion, Lernen und dem Planen weiterer Aktionen. Wir entwickeln uns weiter basierend auf der Erfahrung anderer Bewegungen, sowie unserer eigenen.
ALLE SIND WILLKOMMEN – SO WIE SIE SIND
Wir arbeiten aktiv daran ein geschütztes und zugängliches Umfeld zu schaffen.
WIR STELLEN MACHTSTRUKTUREN IN FRAGE
Wir wollen hierarchische Machtstrukturen aufbrechen, um eine gerechtere Mitbestimmung zu ermöglichen.
WIR VERMEIDEN ANSCHULDIGUNGEN UND HETZE
Wir leben in einem toxischen System, doch daran sind keine Individuen schuld.
WIR SIND EINE GEWALTFREIE ORGANISATION
Wir nutzen gewaltfreie Strategien und Methoden als effektivstes Mittel, Veränderungen herbeizuführen.
WIR BASIEREN AUF AUTONOMIE UND DEZENTRALITÄT
Gemeinschaftlich erschaffen wir die Strukturen, die nötig sind um bestehende Machtverhältnisse herauszufordern.
Schon erstaunlich, was die Zivilgesellschaft dieser Tage alles hervorbringt. Findest du nicht auch?
Nachtrag
Und hier gibt es jetzt auch ein Buch dazu!
Mit einem Beitrag von Jem Bendell.. Wann wenn nicht wir
Sie ist da, die neue Website, die die Widerstände gegen die geplante Waldviertler Autobahn bündelt. Einfach wunderschön, informativ und kraftvoll. Danke an die Menschen, die diese Website ehrenamtlich erstellt haben! www.lebenswertes-waldviertel.at
Mittlerweile bin ich zuversichtlich, dass die Autobahn doch nicht gebaut wird.
Neuerdings findest du nette kleine Videos mit Ursula Lyon, einer Grand Dame des österreichischen Buddhismus, auf einem eigenen YouTubeKanal: Ursula Lyon
hier etwa zum Thema Wut:
Sagt dir der Name „Rezo“ was? Irgendwo schon gehört? Nachdem wir in Österreich ja turbulente politische Zeiten hatten bzw. haben, kann es dir leicht entgangen sein, was sich kurz vor der EU Wahl in Deutschland ereignet hat. Das Video des Bloggers Rezo „Die Zerstörung der CDU“ hat im Netz mittlerweile 15 Millionen Aufrufe.
Vielleicht fange ich hier mit den Quellenangaben an. 13 Seiten sind sie lang, und die meisten Verweise führen zu Qualitätszeitschriften oder offiziellen Websites. Ich habe sie jetzt nicht überprüft, doch mein erster Eindruck: Klingt mehr nach einer Masterarbeit als nach einem Hassvideo…
Ja, mir gefallen die Themen, die der Blogger anspricht: Soziale Ungleichheit, Klimakrise und Deutschlands Rolle bei den kriegerischen Aktivitäten der USA im Nahen Osten. Ich wusste nicht, dass die US Drohnen wegen der Erdkrümmung in Deutschland und nicht in den USA gestartet werden.. und welche Folgen sie haben.
Ich würde vorschlagen, du machst dir selbst ein Bild. Ist es nicht fantastisch, dass ein 55 Minuten langes Video solche Aufmerksamkeit erhält? Also sind die Menschen doch bereit, sich Zeit zu nehmen für wichtige Themen?
Ausserdem hatte es vor der Wahl noch ein Folgevideo, in dem mehr als 70 BloggerInnen gemeinsam ein unterstützendes Statement abgaben:
Am Ende des Videos heisst es: „Natürlich habt ihr jetzt die Möglichkeit, uns wieder zu diskreditieren. Ihr könnt uns vorwerfen, dass wir ja sowieso keinen Plan haben, wovon wir reden. Dass wir lügen. Dass wir an Fake-Kampagnen teilnehmen.“
Meine Meinung: Ich finde nicht, dass es sich um eine Fake Kampagne handelt. Vielmehr ist das Video ein zeitgemässer politischer Ausdruck junger Menschen und ich würde mir mehr Aktionen von dieser Qualität wünschen. Danke Rezo.
Ich finde sie im Original am eindruckvollsten. Wie sich diese junge Frau ausdrücken kann, beeindruckt mich.
Leider habe ich die vollständige Version ihrer Rede ohne störende Simultanübersetzung bisher nur HIER
auf Facebook gefunden. Du kannst sie dort auch anhören, ohne bei Facebook registriert zu sein.
Einfach alle Aufforderungen zur Registrierung wegklicken…
…und die Klarheit und Präsenz dieser Rede auf dich wirken lassen.
Falls du lange Beiträge nicht zu Ende liest, oder grad nicht mehr Zeit oder Aufmerksamkeit zur Verfügung hast, dann als Erstes zum Wesentlichen. Zu Yuval Noah Hararis Aussagen (mit meinen Hervorhebungen),
wie Meditation die Perspektive auf die Welt beeinflusst…
In einem Interview mit Vox spricht er über die Wirkung von Meditation:
First of all, it’s the ability to focus. When you train the mind to focus on something like the breath, it also gives you the discipline to focus on much bigger things and to really tell the difference between what’s important and everything else. This is a discipline that I have brought to my scientific career as well. It’s so difficult, especially when you deal with long-term history, to get bogged down in the small details or to be distracted by a million different tiny stories and concerns. It’s so difficult to keep reminding yourself what is really the most important thing that has happened in history or what is the most important thing that is happening now in the world. The discipline to have this focus I really got from the meditation.
Und als zweiten Effekt:
The other major contribution, I think, is that the entire exercise of Vipassana meditation is to learn the difference between fiction and reality, what is real and what is just stories that we invent and construct in our own minds. Almost 99 percent you realize is just stories in our minds. This is also true of history. Most people, they just get overwhelmed by the religious stories, by the nationalist stories, by the economic stories of the day, and they take these stories to be the reality.
Damit berührt Harari die Hauptthese seiner Forschung, nämlich wie wichtig Stories (die Geschichte vom Wert des Geldes etwa) für die Entwicklung der Menschheit waren und sind. Und wie wichtig es ist, Narrative als Narrative zu erkennen und sie nicht mit Realität zu verwechseln…
Harari praktiziert jeden Tag zwei Stunden Vipassana und fährt einmal pro Jahr auf ein Zweimonatsretreat. Was denn auf so einem Retreat passiere, wird er gefragt…
First of all, it’s very difficult. You don’t have any distractions, you don’t have television, you don’t have emails, no phones, no books. You don’t write. You just have every moment to focus on what is really happening right now, on what is reality.You come across the things you don’t like about yourself, things that you don’t like about the world, that you spend so much time ignoring or suppressing. You start with the most basic bodily sensations of the breath coming in and out, of sensations in your stomach, in your legs, and as you connect to that, you gain the ability to really observe what’s happening. You get clarity with regard to what’s happening in your mind. You cannot really observe anger or fear or boredom if you cannot observe your breath. Your breath is so much easier than observing your anger or your fear.
People want to understand their anger, to understand their fear. But they think that observing the breath, oh, this is not important at all. But if you can’t observe something as obvious and as simple as the breath coming in and out, you have absolutely no chance of really observing your anger, which is far more stormy and far more difficult. What happens along the 60 days is that as your mind becomes more focused and more clear, you go deeper and deeper, and you start seeing the sources of where all this anger is coming from, where all this fear is coming from, and you just observe. You don’t try to do anything. You don’t tell any stories about your anger. You don’t try to fight it. Just observe. What is anger? What is boredom? You live sometimes for years and years and years experiencing anger and fear and boredom every day, and you never really observe, how does it actually feel to be angry? Because you’re too caught up in the angry. The 60 days of meditation, they give you the opportunity. You can have a wave of anger, and sometimes it can last for days and you just, for days, you do nothing. You just observe. What is anger? How does it actually feel in the body? What is actually happening in my mind when I am angry? This is the most amazing thing that I’ve ever observed, is really to observe these internal phenomena.
Ist das nicht eine wundervolle Zusammenfassung von einem Vipassana Retreat? Auf die Frage, wie er die langen Retreats zeitlich unterbringt bei all seinem Erfolg, antwortet Harari
There is always temptation to take another speaking engagement or another conference, but I’m very disciplined about it because I know this is the really important stuff. This is the source of my scientific success, so when I plan the year in advance, the first thing I do is — I already know that in 2017 I’m going from the 15th of October to the 15th of December to India to sit at a 60-day meditation retreat. That’s the first thing I put in the schedule. Everything else has to be arranged around that.
Ein grossartiges Vorbild. Und ein grossartiger Aufwecker, indem er uns sagt, dass wir in der aktuellen Entwicklung die Kontrolle über unsere Aufmerksamkeit verlieren, und dass es im Umgang damit Disziplin braucht:
We really lose control of our attention. Our attention is hijacked by all kinds of external forces. For me, not just in meditation, but when I work, I try to be very, very disciplined with my attention not to allow external forces to take control of my attention.
Wie lange kannst du deine Aufmerksamkeit bei einem Thema halten? Falls du noch Interesse und Zeit hast, hier die längere Version meiner Recherchen zu Harari
Die längere Version
Wie ich kluge Analysen schätze! Manchmal ist es so, als ob in einem dunklen Raum die Tür zum sonnigen Garten aufgeht. Erhellend! So empfinde ich Teile der Schriften und Reden von Yuval Noah Harari. Du hast vermutlich schon von seinen Büchern gehört, die seit 5 Jahren alle Bestsellerlisten anführen. Ist es nicht schön, dass Menschen nach wie vor dicke Bücher mit anspruchsvollem Inhalt lesen? – Zumindest kaufen;-) Ich habe mich durch die Hälfte von „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ gelesen. Gestern habe ich bequemerweise ein Video angesehen, um dem Inhalt von „Homo Deus“ näher zu kommen. Bei den Sternstunden Philosphie des SRF (ein grossartiger Fundus!):
Bei dem Interview – das keine sehr erfreulichen Zukunftsoptionen in Aussicht stellt – hörte ich mit Freude und Überraschung von Yuval Hararis Meditationserfahrung und bin nach einiger Suche auf den eingangs zitierten Vox Beitrag gestossen. Danach ging ich auf die Website von Yuval Noah Harari, um mehr über ihn und sein Werk zu erfahren.
Zukunftsgespräch in Wien
Kannst du dir vorstellen, wie überrascht ich war, dass Yuval Noah Harari vor wenigen Wochen einer Einladung der Wirtschaftskammer Wien gefolgt ist? Zum Thema „Europa als Vorbild für mehr globale Kooperation“. Einem Zukunftsgespräch mit WKÖ-Präsident Mahrer und Bundeskanzler Kurz.
Nun, was muss in den Köpfen der renommierten politischen und wirtschaftlichen VertreterInnen vorgegangen sein, als sie Hararis Vortrag hörten? Dass Europas Zukunft nicht von jener der globalen zu trennen ist, dass Mauern keine Lösung sind für atomaren Winter und heissen Klimawandel, dass Festungen keine Lösungen sind..
Am besten schaust du dir den Vortrag selbst an, ich habe den Beginn des Videoa abgekürzt..
Wie lange wird deine Aufmerksamkeit anhalten?
Ich habe mir das Video wirklich bis zum Ende angesehen, auch die Diskussion danach. Du solltest auf jeden Fall die letzten 10 Minuten nicht versäumen.
Yual Noah Harari wird vom WKO Präsidenten gefragt, was er täte, wenn er einen Tag Bundeskanzler wäre. Was er dem europäischen Rat sagen würde…
Mit seiner Antwort bin ich voll einverstanden: Aufmerksamkeit sei zum wichtigsten Gut geworden. Dem ständigen Upgrading der Technologie steht die Gefahr eines Downgrading der Menschlichkeit entgegen. Zitat im Original: „Technology ist beeing upgraded all the time, but the fear is, that is is downgrading the humans.“
Es sei ein unmöglicher Rat, aber EntscheidungsträgerInnen – und wir alle – bräuchten mehr Zeit für Meditation und Reflexion.. (Bild anklicken, dann springst du zeitlich zu 1:11:0):
Die Veranstaltung stand im Zeichen der Europawahlen. Die genau heute abgehalten werden. Als ich in unserem kleinen Dorf heute morgen zum Wahllokal schritt – im ehemaligen Milchhaus wird zwischen 10 und 11 Uhr gewählt – hörte ich den Kommentar einer Dorfbewohnerin: „die Wahl ist eh völlig unnötig“…
Ich hingegen warf mein Kuvert in die Urne mit den Worten: „Im Dank an alle, die es möglich gemacht haben, dass ich heute wählen darf.“
Jetzt sollten wir nur noch alle zwei Stunden täglich meditieren.
Dann müsste Yuval Noah Harari sein „Homo Deus“ vielleicht ein wenig umschreiben…
Das wäre schön. Findest du nicht auch?
Erdbeben, Vulkanausbruch, kein Stein mehr auf dem anderen..
Wie viele andere habe ich das Wochenende stundenlang im Internet verbracht, um mir ein genaueres Bild zu machen von der politischen Explosion in diesem Land. Wie geht es Dir damit? Ist die Luft nicht viel sauberer nach diesem Gewittersturm? Was bin ich froh über kritische Medien und die Pressefreiheit in Österreich!
Ich denke, es ist an der Zeit, im Internet für Qualitätberichterstattung zu bezahlen. Ich werde bei entsprechender Aufforderung in Zukunft nicht mehr wegklicken, sondern überweisen. Und vielleicht sogar einen guten Medienkanal abbonieren…
Apropos Pressefreiheit. Die Geschichte mit der jüngsten Distanzierung des ORFs von einem Interview mit Jan Böhmermann hatte ich noch nicht gekannt. Ja ich hatte Jan Böhmermanns noch nicht gekannt. Ich muss sagen, sein Interview gefällt mir, auch wenn es heftig ist. Ziemlich heftig. Wie die Ereignisse dieser Tage …
Kennst du es schon?
2. Was wäre geschehen, hätte es 1933 schon ein Internet gegeben?
Gestern war ich nicht nur am PC, sondern auch in Neu-Pölla im Museum für Alltagsgeschichte. Bei einer spannenden Führung, einer beeindruckenden Filmvorführung und berührenden Diskussion zur Sonderausstellung „Jüdische Familien im Waldviertel und ihr Schicksal“. Auch heftig, aber wichtig. Ein grosses Danke an alle Beteiligten!
Ich habe auf diesem Blog schon öfter Einträge über das Museum und die Arbeit von Herrn Dr. Polleroß verfasst. Hier ein Beitrag in der regionalen Zeitung zur Eröffnung Anfang Mai: Juedische Familien im Waldviertel_Sonderausstellung
Ich finde, die Sonderaustellung sollte im Waldviertel dauerhaft gezeigt werden.
Wenn wir uns nicht unserer schwierigen Geschichte zuwenden, können wir die Gegenwart nicht verstehen.
Und genau diese Ausseinandersetzung braucht es heute mehr denn je.
Findest du nicht auch?
Wenn es Ö1 nicht gäbe! Was würde ich dann tun?
Wieder ein wunderbares Interview gehört mit Thomas Gebauer, dessen Arbeit, Ansichten und Ausdrucksweise einfach wohltuend sind.
Das Interview hat mich inspiriert mich nach „INSELN DER VERNUNFT“ umzusehen und vielleicht selbst eine zu gründen – oder noch besser, eine zu sein 🙂
Ich war schon letztes Jahr in diesem wunderbaren Waldviertler Museum und tief beeindruckt.
Hier ein Filmchen von 2018 über die Eröffnung der Sonderausstellung „Jüdische Familien im Waldviertel und ihr Schicksal“.
Achtung: Der Film ist von 2018. In diesem Jahr 2019 endet die Sonderausstellung Ende Juli.
Ich freu mich sehr über diese Art, mit unserer Geschichte umzugehen.
Hier mein Beitrag vom letzten Jahr, in dem ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr herausgekommen bin: „Es ist nicht lange her…“
Ich brauche es dir nicht zu sagen. Es ging ja eben wieder durch die Medien, wie dramatisch der Zustand der Biodiversität ist. Gemeinsam mit der Mahnung, dass das Diktat des Wirtschaftswachstums unsere Lebensgrundlagen zerstört. Hier ein Artikel im Standard dazu: UN-Bericht: Eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht
Was konsumieren wir aus lauter Frust und Unlust! Was wird verschwendet und vergeudet! Was wird produziert auf Teufel komm raus!
Was brauchen wir wirklich? Unser Energiehunger ist ungebremst. Nur ein Viertel aller Flüsse sind ungestört, kannst du auf dem Science Kanal des ORF nachlesen. Hören wir diese Meldungen überhaupt noch? Das klingt alles nach ganz weit weg.
Wie sieht es in deiner Umgebung aus?
Kannst du die Entwicklung herunterbrechen? Ich ja.
Beispiel 1 – Kraftwerk Rosenburg am Kamp
Wenn z.B. die EVN den Neubau eines alten Kraftwerks in Rosenburg am Kamp plant, inmitten einer unberührten Fluss-Zauberlandschaft. Die „Umweltverträglichkeitsprüfung“ UVP – ist im Gange. Zum Glück hat sich Widerstand formiert, den du hier verfolgen kannst: Lebendiger Kamp.
Am besten gehst du bei einer von der Initiative veranstalteten Wanderungen mit, um den Verlust abschätzen zu können. Die nächste ist am 18.5.19.
Ich habe in dem Tal schon Reiher fliegen sehen.. Einfach unvergesslich.
Die Sachzwangargumentation von Politik und Wirtschaft macht mich oft sprachlos. Umsomehr freue ich mich, wenn Menschen das aussprechen können, was ich denke, ja mehr fühle. Wie hier Ursula Duit, deren Stellungnahme zum UVP Verfahren ich hier für dich eingescannt habe. Wird hier ausgesprochen, was du denkst? Lies das bitte: Stellungnahme Rosenburg-Kraftwerk – Ursula Duit
Wie diese Frau will auch ich nicht leben in einer „verarmten, homogenen, eintönigen und durchtechnisierten Umwelt,“ in die mich die Unersättlichkeit anderer Menschen hineinzwingt“.
Ich wünsche mir von den politischen Verantwortlichen, dass sie diese Entwicklung verhindern – und nicht fördern.
Beispiel 2 – Heidenstatt – Gemeinde Burgschleinitz-Kühnring
Ich war letzte Woche bei einer Wanderung mit der Grünen Gruppe unserer Gemeinde an diesem fast heiligen Ort. Bedroht vom nahegelegenen Steinbruchunternehmen, das sich schon weit in die umliegenden Berge hineingefressen hat. Fein, dass das Interesse so gross war: Führung zur Heidenstatt begeistert angenommen
Ein wichtiger Arbeitgeber für die Region. Liefert wichtiges Material für Grossbauvorhaben, wie …
Beispiel 3 – … die geplante Waldviertelautobahn
Kaum zu glauben, aber wahr. Ein Monsterprojekt, das sich schon in der Prüfphase befindet und von der Landesregierung stark gefördert wird.
Zum Glück gibt es auch hier bereits Widerstand: www.verkehrsforumw4.at/
Falls du dich laufend informieren und engagieren willst, kannst du den Newsletter bestellen und die Petition unterschreiben: waldvierteltransitautobahn.at/
Hoppla…
Eigentlich wollte ich mich ja in Wertschätzung üben und dir den Beitrag über die wunderschönen Zauberwälder zeigen.
Mit so vielen wunderschönen Bilder, die das Herz berühren: lebendiger-kamp.at/zauberwaelder/
Freuen wir uns über das Bestehende.
Sehen wir seine Kostbarkeit..
Handeln wir entsprechend, um sie zu beschützen.
Und freuen wir uns, dass es Menschen gibt, die sich dafür einsetzen!
Es scheint Schwung in die Sache zu kommen. Ich habe dir vor ein paar Blogeinträgen Greta Thunberg vorgestellt. Mittlerweile ist das nicht mehr nötig. Ihr Name ist bekannt geworden und steht für eine ganze Bewegung. Eine Bewegung, die am 15.März 2019 1,5 Millionen Menschen aktiviert hat, auf die Strasse zu gehen. Vor allem junge Menschen. Wie erfreulich.
Wir haben uns diesen Montag Abend beim Netzwerk Achtsame Wirtschaft mit „Achtsamkeit und Klimawandel“ befasst. Hier die Links, die ich bei meinem kurzen Input vorgestellt habe:
Im folgenden Austausch hat einer der Teilnehmer von „Deep Adaptation“ erzählt, einer „Herangehensweise“, die vom britischen Professor Jem Bendell ins Leben gerufen wurde. Ich habe mir eben ein Video von ihm angesehen, das ich dir hier empfehlen möchte:
Bendell geht davon aus, dass die Klimakatastrophe viel früher als erwartet eintritt und fordert uns auf, uns weniger mit der Verleugnung der Krise denn mit der konkreten Vorbereitung darauf zu befassen. Wir könnten uns folgende Fragen stellen:
Resilience: what do we most value that we want to keep and how?
Relinquishment: what do we need to let go of so as not to make matters worse?
Restoration: what could we bring back to help us with these difficult times?
Reconciliation: with what and whom shall we make peace as we awaken to our mutual mortality?
Nach Bendells Vortrag nennt Toni Spencer in dem Video den Namen von Joanna Macy, womit sich ein Kreis für mich schliesst.
Tiefenökologie
Joanna Macy ist eine grossartige Frau und prominente Vertreterin der Tiefenökologie, den ich auf diesem Blog schon einige Male vorgestellt habe.
Ich sehe eben, dass Joanny Macys Website mit einem Rilke-Lieblingsgedicht von mir beginnt: Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen…
Also noch ein Kreis, oder besser noch ein Faden in einem Netz…
Joanna Macy ist übrigens Jahrgang 1927… Hier ein Interview mit ihr.
Du kennst hoffentlich schon die gea Zeitschrift Brennstoff? Wenn nicht, solltest du sie kennenlernen. Brennstoff gibt es auch online. Hier mit einem spannenden Beitrag zum Klimathema: Feuer am Dach, Interview mit Renate Christ
2.
Letzte Woche habe ich ein dickes Buch verschlungen in zwei Tagen, von Gregor Sieböck, dem Weltenwanderer. Hier seine Website: global change Von ihm ist einiges zu lernen.
Und da kommt noch ein 3a
ein Interview mit dem Verlagschef von Kamphausen, von den Verlagsanfängen, seinem Umgang mit Geld und mit Wertschätzung. Das ist auch hörenswert. Noch ein Vorbild 🙂
Letzte Woche war ich beim 7. Symposium Pädagogik der Achtsamkeit. Es fand am 22. Jänner 2019 in der Aula am Campus der Universität Wien statt und war sehr gut besucht. Die zwei inhaltlichen Höhepunkte des Events waren die Vorträge von Lienhart Valentin und Susanne Krämer. Lienhart Valentin, Gründer des Arbor Verlags und damit „Geburtshelfer“ für Achtsamkeit im deutschsprachigen Raum, sprach über „Die Kunst, gelassen zu erziehen“. Sehr witzig, sehr gelassen und sehr inspirierend. Susanne Krämer hab ich leider nicht gehört, aber der frisch fertig gestellte Film von Helga vom Projekt „Achtsame Schule“, hat mich sehr beeindruckt. Dank der neuen Website kannst du ihn hier schon online sehen: LehrerInnen-Impressionen.
Ab jetzt muss ich also nicht mehr auf Videos von britischen Schulen verweisen :-).
Auch das Rahmenprogramm war überaus nett und liebevoll geplant. Es war schön zu spüren, wie das Event von den vielen Studierenden mit Begeisterung mitgetragen wird. Das nächste Symposium ist schon für den 6.6.2019 geplant. Diese Samen werden aufgehen, und ich wünsche den „GärtnerInnen“ Anna, Karlheinz, Peter und Helga vom Netzwerk Achtsame Pädagogik noch viel Freude!
Im aktuellen Newsletter wird die Website vorgestellt:
Website : Achtsamkeit an der Universität Wien
Unser Forschungs- und Praxisprojekt ALBUS (Achtsamkeit in LehrerInnenbildung und Schule) hat jetzt eine Website, auf der ihr Informationen zu unserer Arbeit findet. Diese umfasst u.a. zwei Forschungsprojekte zum Thema Achtsamkeit in der LehrerInnenaus- und fortbildung sowie das Praxisprojekt Achtsame Schule, welches Achtsamkeit in Form von LehrerInnenfortbildungen (SCHILFs und SCHÜLFs) an Schulen ermöglicht. Ihr findet dort auch die nächsten Termine unserer Vernetzungstreffen, zu denen ihr euch mit wenigen Klicks von dort aus direkt zu den Treffen anmelden könnt. Ebenso findet ihr dort unsere neue Newsletteranmeldung.
In diesem kurzen Video gibt es ein schönes Resumee zu einem Film, den du gesehen haben solltest: WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt.
Hier gehts zur Website der beiden Weltreisenden Gwen und Patrick.
Rund 450.000 Menschen haben 2017 den Film allein in Deutschlands Kinos gesehen. Auf ihrer Website schreiben die beiden über den Filmerfolg:
„Unfassbar ist dieser gigantische und unerwartete Erfolg für uns. Tatsächlich ein Phänomen, dass für uns selbst wahrscheinlich am schwersten zu fassen ist. Doch aus dem Feedback der Menschen, die unsere Reise durch den Film ein kleines Stück begleiteten, schließen wir, dass die enorme Resonanz für „WEIT.“ vor allem durch einen wesentlichen Faktor zu begründen ist: Der Film zeigt Menschlichkeit. Menschlichkeit, die über Grenzen und Nationen, Kulturen und Religionen hinweg existiert. Menschlichkeit, die Hoffnung macht und uns, ohne Wenn und Aber, verbindet.“
Zwei Menschen, die zeigen, dass es auch einen anderen Umgang mit dem Fremdsein gibt als Angst zu haben (wie uns täglich von den Medien gesagt wird): Hoffnung, Zuversicht, Vertrauen. Na eben.