Alle paar Tage kommt ein Newsletter von Soren / Wisdom 2.0. Eigentlich zu viele Newsletter für meinen Geschmack.
Aber dann lese ich doch hinein und meistens lese ich weiter und freue mich an der Weisheit, die hier an Tausende Menschen weltweit vermittelt wird. Danke Soren für dein Engagement und deine Beharrlichkeit.
Schau mal was Soren im heutigen Newsletter schreibt:
„One of my teachers, Stephen Levine, used to say, „There is the pain that causes more pain, and the pain that heals pain.“
The pain that causes more pain is fairly easy to see: when we feel hurt and we let that hurt cause us to lash out at another person. Pain causes more pain.
The pain that heals pain is when we allow ourselves to feel the reservoir of unacknowledged grief in our lives — all the feelings, disappointments, hurts, that we have not embraced. This is the pain of opening a tightly held fist. The pain we feel is toward growth. „
Das hat was. Findest du nicht auch?
Dazu passt auch das Zitat von Sorens letztem Newsletter
„When you see the suffering inside yourself, you can see the suffering in the other person, and you can see your part, your responsibility, in creating the suffering in yourself and in the other person.” — Thích Nhất Hạnh
Seit April letzten Jahres bin ich sonntags so oft ich kann bei Peter Doobinins OnlineMeditationsgruppe in New York. Seine Vorträge sind für mich sehr hilfreich, seine Art zu lehren passt gut zu meiner Art zu lernen, die Dinge zu sehen und zu verstehen. Oft geht es um den Zusammenhang von Körper und Geist, um Körperachtsamkeit. Und immer geht es darum, wie wir die buddhistischen Lehren in den Alltag unseres ganz normalen Lebens integrieren können. Letzten Sonntag gab es die Empfehlung jeden Tag hinzuspüren, was die Corona Pandemie in uns für Gefühle auslöst, einfach um sich dessen bewusst zu werden und dem nicht auszuweichen. Und es gab die Empfehlung täglich fünf Minuten zu tanzen. Schliesslich verhindert Bewegung und Beweglichkeit das Festsetzen negativer Emotionen im Körper. Ich könnte noch viel darüber schreiben, was in mir Wurzeln schlägt, aber eigentlich wollte ich das Zitat teilen, dass Peter mit uns geteilt hat. Von Ajahn Sumedho, einem der grossen Lehrer der thailändischen Waldtradition, den ich auch sehr schätze. Er kann die Dinge so einfach ausdrücken. Am besten liest du selbst:
„What I trust is my awareness. It is something for you to find out for yourselves. You can’t just trust what I say. Anything I describe now is simply an encouragement for you to develop this trust in awareness. This inclusive awareness is very simple and totally natural. The mind stops and you are open and receptive. Even if you’re tense and uptight, just open to it by accepting it and allowing it to be as it is. Tension, despair, pain – you allow your experience to be exactly as it is rather than try to get rid of it. If you conceive of this openness as a happy state, then you create a mental impression of it as a pleasant state that you might not be feeling and would like to feel. Being in a pleasant state of mind is not a prerequisite for inclusive awareness. One can be in the pits of hell and misery and yet still open to the experience of being aware, and thus allow even the most upsetting states to be just what they are. I’ve found this to be a real challenge, for there are so many mental and emotional states that I don’t like at all. I’ve spent my life trying to get rid of them. From childhood onwards one develops the habit of trying to get rid of unpleasant mental states by distracting one’s attention, doing anything to try and get away from them. One develops so many ways of distracting oneself from feelings such as despair, unhappiness, depression and fear – one no longer even does so consciously. It becomes habitual to distract oneself from painful experience. The encouragement now is to begin to notice those painful states, even to notice the way one distracts oneself. Inclusive awareness is a state of not really knowing anything in particular. You’re allowing things to be what they are, not the way you think they are or the way you think they should be. You don’t have to perceive them with thoughts or words, or analyze them; you’re simply allowing the experience to be just the way it is. It’s more a case of developing an intuitive sense, what I call ‘intuitive awareness’. When you can begin to trust in this awareness, you can relax a bit. If you’re trying to control the mind, then you tend to go back to your habits of trying to hold on to some things and get rid of others, rather than just allowing things to be what they are. With intuitive awareness we are taking refuge in awakeness – which is expansive, unlimited. Thought and mental conception create boundaries. The body is a boundary; emotional habits are boundaries; language is a boundary; words expressing feelings are also boundaries. Joy, sorrow and neutrality are all conditioned and dependent upon other conditions. Through awakening we begin to recognize that which transcends all of this. Even if what I’m saying sounds like rubbish to you, be aware of that. Open to the fact you don’t like what I’m saying. It’s like this. It’s not that you have to like it. It’s starting from the way it is rather than having to figure out what I’m trying to say.“
Kunst ist wirklich ein Lebensmittel. Eine Freundin hat mir dieses Video geschickt, und es passt gut zu den Visionen und Utopien fürs neue Jahr.
Immer zuversichtlich bleiben, alles andere macht ja keinen Sinn, so ähnlich hat es Sylvia Kolk zum Abschied ihres Kurses gestern formuliert. Solche Lieder sind Zunder für die Zuversicht. Ausserdem geht die Musik direkt ins Herz, und hat Gereimtes sowieso irgendwie magische Qualität .. Für mich jedenfalls…
„Stell dir vor, wir Menschen würden von nun an nur noch Dinge tun, die wir gern tun.. “ so fängt das Lied an. Am besten schaust du dir das Stück „Das falsche Pferd“ selbst an und erfreust dich an Musik, Reim und Inhalt.
Ich habe zum Künstler Bodo Wartke auf Wikipedia nachgelesen und es gefällt mir gut, was er so alles macht. Unter anderem hat er die „Reimkultur GmbH & Co. KG“ gegründet, ein Unternehmen, das sich der Gemeinwohl-Ökonomie verpflichtet.
Ich werde mir beizeiten also noch mehr von diesem Herrn anschauen. Du auch? Hier ist seine Website: www.bodowartke.de
Und wenn ich schon bei Künstlern bin, die Zuversicht verbreiten, dann kann ich hier gleich auch den Kinder- und Jugendbuchautor Philipp Waechter erwähnen, dessen Weihnachtsmotiv mich sowas von fröhlich stimmt jedes Mal, wenn ich es anschaue. Auch wenn Weihnachten schon wieder vorbei ist..
Auch zu diesem Künstler findet sich Bemerkenswertes in Wikipedia. Philip Waechter arbeitet gemeinsam mit sechs anderen freiberuflichen KünstlerInnen im Labor Ateliergemeinschaft, das bereits 1999 in Frankfurt am Main gegründet wurde. Da geht es kreativ zu!! Das sind Menschen, die Dinge tun, die sie gern tun.
Schon beim ersten Durchsehen stösst du auf ein BuchProjekt wie „Ich so, du so – alles super normal“. Dazu heisst es: „Es ist ein Buch voller Bilder, Comics, Fotos und Geschichten von uns und von anderen, die Mut machen sollen, so zu sein, wie man ist, und andere sein zu lassen, wie sie sind – normal eben und ganz besonders!“
Womit sich der Kreis zu Bodo Wartkes Lied schliesst.
Lasst uns unser Potential und unsere Vielfalt leben!!
Ein anderer kann es noch schöner sagen:
„Der Planet braucht keine “erfolgreichen Menschen” mehr. Der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten. Er braucht Menschen, die gut an ihren Plätzen leben. Er braucht Menschen mit Zivilcourage, bereit, sich dafür einzusetzen, um die Welt lebenswert und menschlich zu gestalten. Diese Qualitäten haben wenig mit der Art von Erfolg zu tun, wie er in unserer Kultur verbreitet ist.” – Dalei Lama
Seit ich den Newsletter des New York Insight Meditation Center bekomme, erweitert sich mein Horizont um US amerikanische Entwicklungen in diesem Feld. Zum Beispiel um den interessanten Ansatz von Mark Epstein, in dem er Psychotherapie mit Buddhismus verbindet.
Der kleine Film oben und folgendes Zitat haben mich angesprochen:
In einem eben besuchten (wunderbaren!) Online Kurs von Sylvia Kolk sprach ich im ZweierAustausch mit einer Frau, die in den letzten Jahren einiges an Verlust und gesundheitlichen Krisen mitgemacht hatte. Sie sprach in höchsten Tönen von ihrem Psychotherapeut, der eigentlich angewandten Buddhismus vermittle und vorlebe, was ihr ungemein geholfen habe.
Ich bin ja eine grosse Ö1 Hörerin. Nur 3% Reichweite hat der Sender in Österreich, oder soll ich sagen, „grossartige 3%“ Reichweite? Es kommt wie so oft auf die Perspektive an. Das sind sicher eine Menge Menschen, die wie ich regelmässig das ö1 Magazin im Vorhinein auf spannende Themen durchblättern oder auf „7 Tage Ö1“ nach Empfehlungen suchen. Wie schön, dass es dieses Qualitätsradio gibt und Menschen, die es hören wollen!
Über die Empfehlungen bin ich auf das Gespräch von Renata Schmidtkunz mit dem Philosophen Markus Gabriel gekommen. Eine Stunde beste „Geistnahrung“! Es hat mich inspiriert und irgendwie hoffnungsfroh gestimmt, wie Menschen sich über schwierige Dinge auseinandersetzen können, und wo sie Lösungen sehen. Renate Schmidtkunz ist sowieso für mich eine der grössten InterviewerInnen unter der (Medien)Sonne. KeineR interviewt wie sie, blitzgescheit, voll fundiert und auch nicht ohne Humor.
„Es gibt moralische Tatsachen“
ist der Titel der Sendung von letzter Woche, die du leider nicht mehr lange nachhören kannst, aber allein die Info dazu ist schon interessant. „Gutes Leben für alle“ bildete das abschliessende Resumee. Das wertvolle Dazwischen musst du dir schon selbst anhören.
Hier kopiere ich die Literaturliste her, denn eins ist mir klar, davon will ich mehr hören/lesen:
Literatur von Markus Gabriel: „Neo-Existentialismus“, Verlag Karl Alber, 2020 „Warum es die Welt nicht gibt“, Ullstein, 2013 „Ich ist nicht Gehirn. Philosophie des Geistes für das 21. Jahrhundert“, Ullstein, 2015 „Sinn und Existenz. Eine realistische Ontologie“, Suhrkamp, 2016 „Der Sinn des Denkens“, Ullstein, 2018 „Fiktionen“, Suhrkamp, 2020 „Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten: Universale Werte für das 21. Jahrhundert“, Ullstein, 2020
PS: Ein (brisantes) Interview vom September ist übrigens noch länger online zu finden: „Unsere Demokratie ist in Gefahr“ – Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Martin Haditsch, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie, Infektiologie und Tropenmedizin
PS2: Und siehe da, beim Suchen bin ich eben auf ein Interview mit Renate Schmidtkunz als Interviewter gestossen. Das will ich mir auch anhören: Im Blickpunkt, Freies Radio Freistadt. Aber das ist eine andere Geschichte…
Im Newsletter der Foodcoop Krems (www.krekoodel.at) findet sich ein sehr feiner Videofilm, der sehr wichtige Info zu unserem täglichen Essen auf den Punkt bringt. In nur 4 Minuten wird die EU Agrarpolitik und die aktuelle Diskussion um die GAP (gemeinsame Agrarpolitik) thematisiert. Publiziert wurde das Video von den unermüdlichen AktivistInnen von Attac. Schau dir das Filmchen an:
Im Newsletter heisst es unter anderem:
„Ernährungssouveränität ist das Recht von Menschen, über die Art und Weise der Produktion, der Verteilung und der Konsumtion von Lebensmitteln selbst zu bestimmen. Sie ist das Recht zur demokratischen Gestaltung des eigenen Agrarsystems, ohne dabei Anderen oder der Umwelt zu schaden.“
Bei der internationalen Initiative „Nyéléni“ findest du noch mehr Information dazu. Nyéléni ist übrigens der Name einer legendären malischen Bäuerin, die eine zentrale Figur für die Ernährungssouveränität ihrer Region und Gemeinschaft innehatte.
Wie gut, dass wir unser wöchentliches Gemüsekistl aus dem Kamptal haben. Damit schmeckt unser Essen doppelt, dreifach, vielfach gut!!!
Und ein grosses Danke an alle, die sich für dieses wichtige Thema einsetzen, politisch, als LandwirtInnen oder als KonsumentInnen..
Ich habe ja vor kurzem hier in einem Beitrag von Hanna Somatics berichtet, einer Fortführung des Feldenkrais Ansatzes. Das Buch „Hanna Somatics- Beweglich sein, ein Leben lang“ von Thomas Hanna finde ich genial und seit einem Monat begleiten mich täglich die dort empfohlenen Katzstreckübungen. Kurz und hilfreich. Sehr empfehlenswert.
Du musst keine chronischen Schmerzen haben, um dich damit zu befassen. Es genügt, wenn du deinen Körper besser verstehen willst und dich dir selbst von innen mit ganzem Spüren nähern willst – Achtsamkeit auf den Körper eben. Was gibt es Schöneres?
Was mir an Helga Pohl auch gefällt, ist, wie grosszügig sie ihre Übungen in ihrer Mediathek zur Verfügung stellt. Da findest du sicher etwas für kleine und grössere Beschwerden, aber auch die Cat Stretch Übungen von Thomas Hanna sind in ihrer ganzen Tiefe und Bandbreite zu sehen. Wenn du die einzelnen Teilübungen mal langsam durchgegangen bist und v.a. durchgespürt hast, genügt jeden Morgen ein 10 minütiges zusammenfassendes Wiederholen. So kann der Tag gut beginnen.
Schau mal, ob da etwas in dir anspringt…
Nachtrag: Auch das Buch von Renate Bruckmann ist fantastisch. Sie ist Pohltherapeutin und befasst sich in ihrem Buch „Unter der Gürtellinie“ mit Beschwereden im urogenitalen Bereich. Hier ihre Website: www.alternative-schmerzbehandlung.de/
Bruno hat mir eben geschrieben, dass ihm mein Blog gefällt. Und da schreib ich gleich einen Beitrag, wie mir Bruno gefällt. Immer freundlich, immer wertschätzend, immer weise – immer, wenn ich ihn sehe oder höre 🙂
Im Herbst hat Bruno an der Theravadaschule Wien einen Kurs angeboten: „Achtsamkeit und Liebende Güte und ihre Präsenz in unserem Alltag – Online„. Der findet hoffentlich seine Fortsetzung im nächsten Jahr.
Ein Vorbild, ja das ist Bruno, ein Vorbild. Danke dir dafür!
Von einem anderen Kollegen habe ich eben den Newsletter erhalten und das passt gut dazu. Auch Dennis kenne ich viele Jahre und es gefällt mir sehr, was er macht: „Kontemplatives Training im Winter“ lautet die Überschrift seines Newsletter. Neben Vorträgen und Onlinekursen macht Dennis auch spannende Übersetzungen. Wie aktuell für Rick Hanson (Neurodharma) und für ein spannendes Buch. Dennis schreibt:
„Die Arbeit an der Übersetzung vonEcodharma: Buddhist Teachings for the Ecological Crisis, die nächstes Jahr bei Edition Steinrichs auf Deutsch erscheinen wird, hat mich neugierig gemacht in Zukunft etwas an der Schnittstelle von Achtsamkeit und Klimaschutz anzubieten.“
Ja, das passt sicher gut zusammen. Das macht Sinn. Das macht mich auch neugierig. Bei der Buchbeschreibung von Ecodharma ist zu lesen,
This book emphasizes the three aspects of Ecodharma:
practicing in the natural world
exploring the ecological implications of Buddhist teachings
and embodying that understanding in the eco-activism that is needed today.
„Man hat uns einfach die falschen Geschichten erzählt. Wir wurden alle einer Gehirnwäsche unterzogen. Wir müssen erkennen, dass Fürsorgearbeit eine menschliche Aktivität ist und sowohl Frauen als auch Männer dazu in der Lage sind“
Riane Eisler, diese grosse Denkerin, wurde übrigens in Wien geboren… (Passend dazu liegt die DVD Vienna`s Lost Daughters auf meinem Schreibtisch – ich habe den Film eben aus der Wiener Bücherei ausgeborgt..)
Ich unterstütze aktiv Qualitätsmedien, indem ich einige digitale Abos laufen habe. Ich lese die Zeitungen gar nicht soo intensiv, will sie aber unterstützen. Wie z.B. die SZ, deren Newsletter mir grosse Freude machen. (Die kannst du auch hier bestellen, ohne die Zeitschrift zu abbonieren). Im „SZ Klimafreitag Newsletter“ wird aktuell auf eine besondere Landkarte hingewiesen. Schau dir das mal an. Wie wir Menschen diesen Planeten prägen. Mit Licht. Am besten füge ich den ganzen Absatz des Newsletters ein, weil mir Inhalt und Stil so gut gefallen.
„Es gibt im Netz eine Karte, auf der sich das Licht wie die neonfarbene Flüssigkeit einer Lavalampe verteilt und auf der man ablesen kann, wo die Welt immer heller wird. Deutschland zum Beispiel strahlt besonders, im Schnitt werde das Land mit jedem Jahr zwei Prozent heller, erzählte einer der Initiatoren im vergangenen Jahr dem Spiegel. Das Gute an dieser Karte ist, dass man sehr nah ranzoomen und den ein oder anderen Ort ausfindig machen kann, an dem die Nacht noch wirklich dunkel ist. Man sollte aber vielleicht besser nicht hinfahren, weil man dann ja wieder Licht ins Dunkel… Sie wissen schon.“
Danke Pia Ratzesberger für diese erhellenden Zeilen! Ich habe mir auf dieser Karte unseren kleinen Waldviertler Ort herangezoomt und mir dann die Übersichtskarte genauer angesehen. Schaut irgendwie aus wie Zellstrukturen…
In dem zitierten Spiegelartikel kannst du die Schattenseite hinter dieser rapiden Lichtzunahme nachlesen. Der Forscher meint dazu,
Als größte Herausforderung sehe ich, dass Millionen Einzelentscheidungen von Privatpersonen, Stadtverwaltern und der Wirtschaft sich zu einer großen Gesamtlage auftürmen.
Vielleicht denkst du daran, wenn du die Weihnachsbeleuchtung aus der Kiste holst. Wieviel Lichterl braucht es, um Freude zu machen? Wo fängt es an, übertrieben zu sein?
Neben den massiven Auswirkungen auf Flora und Fauna ist einer der Nachteile der Entwicklung – und das kann ich für mein kleines Dorf hier voll bestätigen – das Verschwinden des Sternenhimmels… Da geht uns einiges verloren.
Meinst du nicht auch? Ist dieser Blick ins Unendliche nicht wunderschön?
Martin Prein war letzte Woche im Radio und du kannst das Interview mit ihm hier eine Weile nachhören. Dieser Mann hat schon etwas zu sagen… Hier habe ich schon mal einen Beitrag über ihn geschrieben.
Seine im Interview gemachten Buch- und LinkTipps will ich hier festhalten, für mich und für dich. Klingt nach guter Geistnahrung:
Ernest Becker: Die Dynamik des Todes – Die Überwindung der Todesfurcht – Ursprung der Kultur (scheint es nur noch in Antiquariaten zu geben)
Susanne hat mir den link zu Andreas Weber geschickt und ich habe seinen Vortrag „Für eine erotische Ökologie“ mit grosser Faszination gelauscht. Am besten hörst du dir das selbst an, und alles weitere auch: Tage der Utopie
Da hörst du Aussagen zur „ersten und dritten Person Perspektive“, von einer „erotischen Beziehung“ zum Leben an sich, zu Quantenphysik und Relativitätstheroie… „Liebe ist die Innenseite von Lebendigkeit“, „Wir wissen, wie es lebendig ist, von innen…“ Ist es nicht grossartig, wenn Menschen Worte für das „fast nicht Sagbare“ finden?
Da klingelt etwas in mir. Da klingelt vieles…
Nicht nur der Ansatz von Intersein von Thich Nhat Hanh und die Bewegung der Tiefenökologie rund um Joanna Macy – dieser so grossartigen Frau – fallen mir dazu spontan ein..
Sondern auch ganz aktuelle Bezüge. Themen, die mich eben bewegen:
Das passt so gut zum Buch von Michael Schmidt-Salomon, das ich eben mit Begeisterung und Andacht gelesen habe: Entspannt Euch! Schmidt-Salomon bezieht sich darin u.a. auf Albert Einsteins Einsichten und eine Weltsicht, die uns allen das Leben sehr viel erleichtern könnte. Besonders gefällt mir Schmidt-Salomons Idee der rationalen Mystik…
Er schreibt im Vorwort:
„Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches ist mir fremd“, lautete ein geflügeltes Wort der Antike. So sehr wir Menschen uns in unseren Eigenschaften auch unterscheiden mögen, letztlich verbindet uns untereinander sehr viel mehr, als uns trennt. Daher glaube ich, dass die Einsichten, die mir geholfen haben, eine entspanntere, gelassenere und humorvollere Haltung zur Weltzu entwickeln, möglicherweise auch dir helfen könnten, die „neue Leichtigkeit des Seins“ zu erfahren.
Dabei hat dieses Buch nichts, aber auch rein gar nichts, mit esoterischen Heilslehren zu tun! Im Gegenteil: Ich werde versuchen, dir eine möglichst klare, rationale Sicht der Dinge zu vermitteln. Wenn du dich darauf einlassen kannst, wirst du schon bald eine Lebenshaltung entwickeln, die der große Physiker und Menschenfreund Albert Einstein (wie wir im Verlauf des Buches noch sehen werden) als eine „unerschöpfliche Quelle der Toleranz“ begriffen hat, welche ihm „beim Erleiden der Härten des Lebens immer ein Trost gewesen“ ist – nicht zuletzt auch deshalb, weil sie „besonders dem Humor sein Recht lässt“.
Was noch dazu passt, obgleich es von einer ganz anderen Ecke kommt, ist der spannende Ansatz von Thomas Hanna zu „Hanna Somatics„. In einer Weiterentwicklung von Feldenkrais`Ansatz geht Hanna Muskelverspannungen auf den Grund und führt sie auf stresserzeugte Reflexmuster (wie wir sie mit Tieren gemein haben) und „sensomotorische Amnesie“ zurück. Ein Blitzlicht dazu: Die Aussenperspektive auf einzelne Muskeln sei zu kurz gegriffen und muss zur Heilung mit einer gefühlten Innenperspektive („Soma“) verbunden werden. Das Untersuchen von aussen, das Messen, Zählen und Konzeptualisieren reicht nicht – es braucht auch unser Fühlen. Das Fühlen von innen heraus, das niemand für uns erledigen kann – zum Glück 😉
In Deutschland hat Beate Hagen, eine Schülerin von Thomas Hanna, den Ansatz zu Sensomotorics weiterentwickelt.
Das muss ich mir ein ander Mal noch näher anschauen.
Ich habe das Buch „Hanna Somatics“ noch gar nicht fertig gelesen, aber ich finde es ganz wundervoll und hilfreich!
Da ist noch ein Buch, das auf meiner Warteliste steht, und ich ahne schon, dass auch das zu diesem Zusammenkommen beitragen wird: „Mut zu wachsen“ von Wilfried Ehrmann.
Er beschreibt den Inhalt so:
„In „Vom Mut zu wachsen“ stelle ich die Menschheitsgeschichte als Evolution des Bewusstseins in sieben Stufen dar. Sie ist mit der inneren Entwicklung, die wir alle durchlaufen, verbunden. Dabei stoßen wir in jeder Stufe auf Ängste und Schatten und auch auf Ressourcen und kreative Impulse. Das innere Wachstum wird von einer Kraft angetrieben, die uns den Mut gibt, zu wachsen und zu heilen.“
Tja, das ist die Klammer… dieses kollektive und persönliche Wachsen zu neuen Perspektiven und neuen Erfahrungen und zu einem anderen Umgang mit uns selber und Welt. Wir sind grad mittendrin. Nur Geduld.
Ich habe hier schon öfter von dieser wunderbaren Meditationslehrerin geschwärmt, einer Frau, der es vortrefflich gelingt, Bewusstseinsarbeit mit politischem Engagement und moderner Didaktik zu verbinden. Da ich die letzten 13 Jahre auf Retreats zu ihr fahre, kann ich die Qualität ihrer Lehre am eigenen Leib – und v.a. am eigenen Geist – voll anerkennen. Danke Sylvia!
Nun gibt es ein neues Interview mit ihr im Buddhismus aktuell:
Wer von euch nun Lust hat, per Livestream bei Sylvias Vortrag am 18.10.2020 um 19.00 im Buddhistischen Stadt-Zentrum dabei zu sein, kann sich gerne noch anmelden. Thema: „Die Nicht-Ich-Lehre im 21. Jahrhundert: Vom Ego zum Öko“.
Ich habe letzte Woche beim Symposion des Hospiz NÖ einen Vortrag von Klaus Wegleitner gehört, sehr beeindruckend.
Klaus Wegleitner ist Soziologe an der Uni Graz und arbeitet zum Thema „Caring“.
Er ist Mitglieds des Teams von „Sorgenetz“, wo sich Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen für Sensibilisierung, Bewusstseins- und Kulturarbeit in der Gesellschaft engagieren. Aber sieh selbst:
Dies ist der 501. Beitrag in diesem Blog, den ich vor vielen Jahren als mein virtuelles Schatzkistchen angelegt habe..
Heute funkelt die Zuversicht als besonderer Edelstein darin.. Ich habe vor kurzem einen OnlineVortrag von Ulrich Schnabel gehört mit dem Titel: Die Kraft der großen Sache. Wie man in Zeiten des Wandels die Zuversicht bewahrt und welche innere Haltung dabei hilft.
Der Vortrag wurde vom LKW Hamburg und dem Netzwerk Ethik heute veranstaltet. Hier vorweg die drei wichtigsten Links dazu
Und das waren die Buchempfehlungen und andere Beiträge zur Veranstaltung am 2.10.20, die ich jetzt nach und nach sichten werde.
Allein die Titel klingen schon wunderbar, findest du nicht auch?
Ulrich Schnabel: Zuversicht. Die Kraft der inneren Freiheit und warum sie heute wichtiger ist denn je. Blessing 2018, 22 Euro Ulrich Schnabel: Muße. Vom Glück des Nichtstuns. Blessing 2010, 14,99 Euro Alexander Batthyany: Die Überwindung der Gleichgültigkeit. Sinnfindung in einer Zeit des Wandels. Kösel 2017, 20 Euro Victor Frankl: …trotzdem.Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager. Erstveröffentlichung 1946. Penguin TB, 10 Euro Michaela Haas: Stark wie ein Phönix. Wie wir unsere Resilienzkräfte entwickeln und in Krisen über uns hinauswachsen. O.W.Barth 2015, 22,99 Euro Sebastian Junger: Tribe. Das verlorene Wissen um Gemeinschaft und Menschlichkeit. Blessing, 2016, 19,99 Euro Maja Göpel: unsere Welt neu denken. Eine Einladung. Ullstein 2020, 17,99 Euro Natalie Knapp: Der unendliche Augenblick. Warum Zeiten der Unsicherheit so wertvoll sind. Rowohlt 2016, 22 Euro Andrea Löhndorf: Kintsugi. Die Kunst, schwierige Zeiten in Gold zu verwandeln. Scorpio 2020, 16 Euro Harald Welzer: Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand. Fischer Taschenbuch 2014, 9,99 Euro Rainer Mausfeld: Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien. Kopp 2019, 14 Euro Antje Boijens: Weise Hoffnung kultivieren. Über den Umgang mit aufwühlenden Nachrichten. https://ethik-heute.org/weise-hoffnung-kultivieren/ Birgit Stratmann, Interview mit Rubikon: Die Lust am Guten. https://www.rubikon.news/artikel/die-lust-am-guten Pema Chödrön: Wenn alles zusammen bricht. Hilfestellung in schwierigen Zeiten Goldmann Taschenbuch 2001, 8 Euro Sylvia Kolk: Segeln im Sturm. Mit Leidenschaft den spirituellen Alltag meistern. Theseusverlag 2009, 16,95 Euro
7 Bücher werden in dem Beitrag kurz vorgestellt, und die Beschreibung klingt so spanned, dass man sie am liebsten gleich alle in der nächsten Bücherei bestellen würde ..
Als ganz neues Buch für Kinder ab 5 Jahren ist Martina dieses hier eingefallen:
Der Baum der Erinnerung wurde von Britta Teckentrup geschrieben und wird als „Der Klassiker zum Thema „Abschied nehmen“ vorgestellt (Verlag und Leseprobe):
„Das Bilderbuch vermittelt einfühlsam Kindern ab 4 Jahren, aber auch Erwachsenen, dass der Tod eines geliebten Menschen keinen endgültigen Abschied bedeutet. Die zeitlose Botschaft wird durch die Perspektive von Waldtieren erzählt, deren Freund gestorben ist. Die ruhigen Illustrationen von Britta Teckentrup unterstreichen die poetische Geschichte.“
Ein Film: Der alte Dachs…
„Eines Tages beobachtete der Dachs, wie der Maulwurf und der Frosch den Hügel hinunter liefen. Er wäre gern mit ihnen gelaufen, doch er wusste, dass seine alten Beine es nicht erlauben würden. Der Dachs war schon sehr alt, und er wusste fast alles. Er war so alt, dass er wusste, er würde bald sterben…“
Prinzipiell sind ja alle Kinderbücher auch für die Grossen interessant. Wir haben ja alle noch unsere inneren Kinder in uns, die oft mehr verstehen als „die Grossen“.
Das Buch, das die Kinder mit ihren Eltern lesen sollten, ist dieses: Melanie Brockamp / Patricia Mennen: Abschied, Tod und Trauer
In der Beschreibung dazu heisst es: „Der Tod macht uns sprachlos, doch Kinder fragen trotzdem: Was passiert, wenn man stirbt? Wie trauern wir? Darf ich lachen, wenn ihr traurig seid? Was ist eine Beerdigung? Dieses Buch bietet Antworten und hilft dabei, mit Kindern offen und ehrlich über den Tod zu sprechen. Mit einfühlsamen Bildern und Sachtexten.“
Ente, Tod und Tulpe
so heisst eins der Bücher (von Wolf Erlbruch), das im Standard Artikel schon vorgestellt wurde. Hier ein kleiner Trickfilm (10 min) dazu. Ich hab ihn mir eben angesehen, er ist schön traurig, traurig schön und von feiner Poesie.
Beim Dachsfilm und bei dem „Baum der Erinnerung“ geht es um „Erinnerungen“ bzw. um das Begreifen des Todes…
„Abschied, Tod und Trauer“ und „Geht sterben vorbei“ sind eher „Sachbücher“, in denen alles zum Thema Tod behandelt wird….
so Martinas Beschreibung abschliessend.
Martina ist eine von mir sehr geschätzte Kollegin aus der Hospizgruppe Horn, die einen „Trauertreff für Kinder & Jugendliche“ ins Leben gerufen hat.
Danke Martina!!
Nachtrag (ich werde die Sammlung laufend erweitern):
„Wir machen Kurzfilme über das Sterben, über Abschiednehmen und Beerdigen und über Trauern und Erinnern. Unsere Filme stehen allen Menschen kostenlos zur Verfügung. Die Sarggeschichten können Gedankenanstöße sein für Zwischendurch oder als Impulse und Bildungsangebote für Kitas, Schulen, Jugendclubs oder Seniorengruppen verwendet werden.“
Dazu heisst es auf der Website des Verlags: „Das Trauerland-Spiel ermöglicht es, in der Psychotherapie und Pädagogik einen altersgemäßen Zugang zum Thema Tod und Trauer zu finden.“
Das ist das letzte Video der Zoom Sessions mit Jon Kabat-Zinn, die zur Zeit der Corona Pandemie über 13 Wochen wochentags gelaufen sind: 66 Abende!! Was für ein Reichtum. Du kannst hier jederzeit in diese Video Schatzkiste bei Wisdom 2.0 greifen. Ich war öfter dabei und es war wirklich etwas ganz Besonderes. Ganz betroffen gemacht hat mich das erste Mal, als am Ende der Sitzung die Mikros frei geschalten wurden und Hunderte Menschen gleichzeitig in allen Sprachen Danke und Hallo sagten, ein Durcheinander der besonderen Art. Wunderschön.
Jon spricht in diesem letzten Video einige wertvolle Ressourcen an, die ich hier sammeln will:
Auch die wertvollen Bücher von Yuval Noah Harari werden öfter angesprochen.
Es ist die Verbindung von Innerer Arbeit und äusseren kulturellen gesellschaftlichen Bedingungen, die hier hergestellt wird. Das gefällt mir. So fragt Jon Kabat-Zinn inmitten seiner Ausführungen: „Are you free from hatred, greed and delusion?“
(Wäre Jon Kabat-Zinn in Europa zu Hause, hätte er vermutlich folgende zwei Ressourcen hinzugefügt: Bodhi College und Sylvia Kolks „Umdenkprozesse“. Auch hier werden die Lehren des Buddhismus mit aktuellen gesellschaftlichen Themen verbunden und nutzbar gemacht.)
Bei den frei zugänglichen Online Treffen (die auch über Youtube live verfolgt werden konnten) waren täglich 1000 Teilnehmende aus allen Zeitzonen und Weltgegenden versammelt, die ihre Situation schildern und Fragen stellen konnten. Aus Jons Antworten konnten wir alle viel lernen.
Ein Ende, das ein Neuanfang ist…
Aus der wunderbaren Initiative ist ein Projekt entstanden, die Community Map of Love Website. Sie wurde Jon zu seinem 76. Geburtstag geschenkt. Da heisst es:
What started as a 13-week-retreat built uncountable connections between participants, started individual transformations and keeps unfolding moment by moment.
Our intent with this website and the Map of Love is to offer a space for the community to facilitate whatever is unfolding. We provide access to the Map of Love, share resources related to the retreat, allow people to connect via the communication platform Slack and get informed about community events.
May this be an anchor and a reminder that our true refuge is in the heart.