Archive for the ‘Umgang mit Konflikten und Krisen’ Category

Achtsamkeit als wirksame Strategie bei Schmerzen

Samstag, Oktober 20th, 2012 von ulli

Sabine hat mir netterweise den Link zu einem Standard-Artikel geschickt. Darin geht es um die Bewältigung von Burnout-Symptomen mit Hilfe von Achtsamkeitsübungen.

Burnout ist ja mittlerweile ein sehr zeitgeistiger – wenn auch unklarer – Begriff geworden, und ich will diesen Trend gar nicht verstärken. Im angesprochenen Artikel (hier als pdf)  werden jedenfalls psychische und physische Schmerzen gleichermassen als mit Achtsamkeit gut behandelbar beschrieben.

Von dem in den USA entwickelten MBSR Ansatz (Mindfulness Based Stress Reduction) war ja in diesem Blog schon öfter die Rede. Nun findet der heilsame, nicht wertende Umgang mit Schmerzen auch im deutschsprachigen Raum verstärkt Zulauf. Am dieser Tage in Mannheim stattfindenden  deutschen Schmerzkongress befassten sich allein 5 Vorträge prominent mit „Achtsamkeit“.

Die Versuchung der Gewissheit …

Freitag, Oktober 19th, 2012 von ulli

Ein nicht leicht zu lesendes, aber faszinierendes Buch:

„Der Baum der Erkenntnis“ von Francisco Varela und Humberto Maturana. Die zwei Biologen haben dieses bahnbrechende Werk in den 80er Jahren – mit Unterstützung des aus Österreich stammenden Kybernetikers Heinz von Förster (‚Ich will Verstehen verstehen“)  –  publiziert.   Der als „radikal konstruktivistisch“ bezeichnete Ansatz ist revolutionär:

„Für die von Maturana und Varela vertretene Systembiologie gibt es keine ‚objektive‘ Wirklichkeit: Wenn Grunderfordernisse des Lebens erfüllt sind, haben lebende Systeme, – also auch der Mensch – alle Freiheit, sich ihre Welt selbst zu schaffen, anstatt nur auf Vorgegebenes zu reagieren. Das Subjekt ist somit entscheidend an der Schöpfung seiner nur scheinbar objektiven Wirklichkeit beteiligt.“

Wir erschaffen uns demnach unsere Realität selbst. „Erkennen ist Tun – Tun ist Erkennen“.

Ein paar Zitate aus dem Buch: (mehr …)

Es reicht – für Alle!

Donnerstag, Oktober 4th, 2012 von ulli

Drei Punkte, die gut zusammen passen:

1. Die neuesten Fakten

In der gestrigen Wiener Zeitung – einer Zeitung, die ich sehr schätze – las ich einen Artikel zur aktuellen Vermögensverteilung in Österreich. Das entspricht meiner  persönlichen Beobachtung und Einschätzung, dass in unserem so reichen Staat wenige immer mehr und mehr immer weniger an Vermögen besitzen.

In der zitierten Studie (hier der richtige Link) der Österreichischen Nationalbank heisst es:

Die Ungleichverteilung des Nettovermögens ist in Österreich ausgeprägt. Ein Zehntel verfügt über weniger als rund 1.000 EUR, aber 10 % halten mehr als rund 542.000 EUR an Nettovermögen.

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Männer, Frauen und Sexualität

Donnerstag, September 20th, 2012 von ulli

Gestern war ich bei einer Veranstaltung, in der die  Gynäkologin und Sexualtherapeutin Alexandra Meixner Kaberett machte. Ziemlich schräg.  Ich schrieb folgende Rückmeldung an die Organisatorinnen:

Besonders gefallen hat mir der Auftritt von Frau Dr. Meixner mit ihren „Sexmythen“. Eine wunderbare Mischung von Frechheit, Humor und fundierter Aufklärung. Ich kann mir vorstellen, dass einige Menschen im Publikum kritisch darauf reagiert haben, darum explizit meine Ansicht dazu:

Das Thema Sexualität anzusprechen, v.a. im öffentlichen Raum, ist üblicherweise Männern vorbehalten und für Frauen mit Scham besetzt. Frau Dr. Meixner hat in ihrem Programm in keinster Weise Männer degradiert oder abgewertet, sondern allein die wissenschaftliche Erkenntnisse aus Frauensicht dargestellt. Bleibt ein Tabubruch, den ich als Art Gegenmacht und Akt der Emanzipation erlebt habe. Und selten habe ich dabei soviel gelacht!  (Beim Heimkommen und Nacherzählen mit meinem Mann noch einmal)

Also nochmals herzliche Gratulation zu diesem erfrischenden grenzüberschreitenden „Empowerment“!

Ich denke, Ansätze wie diese bringen Frauen und Männer ein Stück näher. Wenn du mehr über diese „Wunderwuzzifrau“ wissen willst, deren Programm ich dir wärmstens empfehlen kann, so findest du hier Meixners Website bzw. im Gmünder Bezirksblatt die kurze Beschreibung einer Vorführung eines früheren Zeitpunkts. (mehr …)

Buntheit und Fülle

Samstag, September 1st, 2012 von ulli

Diese Woche (vom 27. bis 30.8.)  lief im Ö1 Radio Kolleg wieder eine grossartige Serie.

Chancen des Wandels  – Impulse für eine Welt von morgen, gestaltet von Johannes Kaup.

„… eine Spurensuche zu Menschen und Initiativen, die ihre Welt verändern, weil sie es sinnvoll finden und Freude daran haben. Sie erzeugen dabei das Wissen und die Erfahrung, die unsere Gesellschaft morgen brauchen wird.“

7 Tage nachhörbar, bzw. ein Monat lang noch mit Download Abo beziehbar.

So eine Freude, sich das anzuhören. Da finden sich für mich unbekannte Initiativen, aber auch gute alte Bekannte wieder – z.B. Gugler in Melk, Iris Mollay mit der mutmacherei, Schokolade-Zotter in der Steiermark, Christian Felber mit der Demokratischen Bank…

Noch nicht gekannt habe ich die zum Schluss des letzten Beitrags vorgestellte Initiative „I meditate Vienna“.

Shaohui He ruft dabei über Blog und Face Book zum Meditieren und Still sein in der Wiener U-Bahn auf. Eine nette Sache, der ganz normalen, alltäglichen Hektik in der Großstadt entgegenzuwirken.

Stillness meets Public –  iMeditateVienna steht für eine gemeinschaftliche Kultur der Achtsamkeit und Stille im Alltag des öffentlich urbanen Raumes.

Allein in den letzten Tagen haben mich 3 Freundinnen auf die Sendereihe aufmerksam gemacht.
So verbreitet sich Wissen, so verbreitet sich Hoffnung auf einen besseren Umgang mit der  Welt.

Links und Literaturhinweise findest du auf der auch schon eingangs zitierten  Ö1 Seite:  http://oe1.orf.at/programm/311328

Veranstaltungstipp:

Am 20.9., 18:30 findet im Radio Kulturhaus die Veranstaltung „Im Zeitraum“ statt zum Thema: „Gemeinwohlökonomie – ist die kooperative Marktwirtschaft ein Modell für die Zukunft?“ mit Christian Felber, Julia Mölk (MPreis Märkte Tirol) und Ernst Gugler (GF Gugler Cross media) im Gespräch mit Johannes Kaup

Zur Sicherheit werde ich noch die Links hierher kopieren: (mehr …)

Mit Herz und Humor

Montag, August 6th, 2012 von ulli

 Ich habe Gabi unlängst näher kennengelernt und sie ist eine sehr nette Person.

Sie ist Lebens- und Sozialberaterin in Wien und bietet Coaching, Mediation, Supervision und Training an – ganz schön vielseitig.

Ihr Angebot steht unter dem Motto „Beratung mit Herz und Humor!“, ein Zugang, der bestens zu ihr passt.

Hier kannst du dir selbst ein Bild machen: http://www.vinkovics.at/

Achtsamkeit im Alltag

Dienstag, Juli 31st, 2012 von ulli

Im letzten Jahresbericht (im hinteren Teil) des mobilen Hospiz ist ein sehr schöner Artikel von Ingrid Marth zum Thema Achtsamkeit im Alltag zu finden. Ein wenig idealtypisch, aber zur Orientierung bestens geeignet.

Das Mobile Hospiz des ÖBR leistet grossartige Arbeit. Der Vorstand ist engagiert und integer, und die Koordinatorin Ini Strobl ein ausnehmend wunderbarer Mensch. Falls du einmal für einen guten Zweck spenden willst oder zum Thema Trauern und Sterben tatkräftige Unterstützung brauchst, bist du dort bestens aufgehoben – frei von jeder religiösen Bindung. Ich habe selbst die Ausbildung zur ehrenamtlichen Sterbebegleitung gemacht und habe enorm viel dabei gelernt. Auch fürs Leben.

Hier der Jahresbericht, den du – gemeinsam mit weiteren Infos – auch auf der Website des Vereins beziehen kannst.

TRE… Tension & Trauma Releasing Exercises

Montag, Juni 25th, 2012 von ulli

Gerhard hat unlängst ein interessantes Wochenende verbracht. Er hat  ein „TRE – Workshop mit David Berceli“ besucht. TRE steht für „Tension & Trauma Releasing Exercises“ und ist eine interessante Methode zum Spannungsabbau, die von David Berceli selbst entwickelt wurde.

In der Seminarbeschreibung der Gesundheitsschule Bingen in Wr. Neustadt heisst es zur Methode:

Jeder Stress, jedes Trauma, ob körperlicher, kognitiver, emotionaler oder zwischenmenschlicher Natur, findet seinen Niederschlag in körperlichen Prozessen und wird durch diese auch aufrechterhalten. Die von David Berceli entwickelte TRE – Übungsserie zielt auf die dem Organismus innewohnenden Lösungsmöglichkeiten muskulärer Verspannungen ab, die in Stress und jeglicher Form von Trauma eine zentrale Rolle spielen. In der Übungsserie wird eine gezielte Tiefenentspannung mit natürlicher Neu-Belebung verbunden.

Gerhard, der anonst kein grosser Seminarbesuchter ist,  kam sehr begeistert zurück und hat mir die Schüttelübungen gleich beigebracht. Seitdem schütteln und zittern wir regelmässig gemeinsam und alleine.
Ich finde es spannend, wie der Körper sich ohne „Kopfkontrolle“ bewegen kann. Du setzt den Prozess mit ein paar Gymnastikübungen in Gang und schaust dir dann einfach zu, was sich Erstaunliches tut.  Die Übungen sind einfach zu lernen und jeder Mensch spricht anders darauf an. Im Internet gibt es eine Reihe von Erfahrungsberichten und Erfolgsgeschichten, u.a. auch auf You Tube, die du dir anhören kannst.
Z.b. eine Fallstudie von einem Jugendzentrum in Südafrika, das mit der Resozialisierung von Jugendlichen arbeitet. Klingt sehr gut. (mehr …)

We Love You – Iran & Israel

Freitag, April 27th, 2012 von ulli

Es ist wunderschön, eine Mitautorin mit solch spannenden Beiträgen – wie die letzten beiden – zu haben. Danke Johanna!

Zum vorletzten Beitrag möchte ich auch noch etwas hinzufügen. Zu den positiven Auswirkungen des Internets möchte ich euch folgendes Video vorstellen. Ich denke, Initiativen wie diese sollten sich wirklich wie ein Lauffeuer verbreiten. Was mit dem Internet  ja wunderbar gelingt:

http://www.youtube.com/watch?v=xrhtFKE2V4I

Wenn du „We Love You – Iran & Israel“ googelst, kannst du darüber hinaus sehen, wie umfangreich die Initiative weltweit aufgegriffen und diskutiert wird. Wirklich beeindruckend. Und Hoffnung gebend.

Eigentlich unerwartet

Donnerstag, April 12th, 2012 von ulli

Stell dir vor, du fährst mit dem Autobus ins Waldviertel. Du schaust sinnierend in die weite Landschaft, döst vor dich hin… und dann ein Krach, Bewegung, ein Schlag, die Zeit steht still…

Dein Bus ist von der Fahrbahn abgekommen und liegt am Grunde einer Böschung.  Auf der Fahrbahn ist ein LKW ins Schleudern gekommen, einige PKW sind in den Unfall verwickelt..

Ein Horrorszenario, aber auch kein unvorstellbares Ereignis… Was in solch einem Fall passieren würde, kannst du dir in dem kleinen Video anschauen. Ende März wurde der „Gross-Schadensfall“ Nähe Maissau geübt. An die 200 Menschen waren beteiligt:

http://www.youtube.com/watch?v=KgntLKIM13g

Vorsicht, der Film ist – obgleich er nur einen Übungsfall zeigt – sehr bewegend. Was mich ausserdem bewegt, ist, dass alle an der Übung beteiligten Männer und Frauen Freiwillige sind.  Allesamt Ehrenamtliche, die da sind, wenn sie gebraucht werden. Feuerwehr und Rettung sind in weiten Teilen des Landes auf Ehrenamt aufgebaut. Wusstest du das? Eigentlich unerwartet, geht es dabei ja um sehr grundsätzliche öffentliche Aufgaben.

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Wilde Frauen haben keine Grenzen

Donnerstag, April 12th, 2012 von ulli

Diese Frauen haben Power. Keine Frage.

Die wilden Tänzerinnen haben sich zur Age Company zusammengefunden und wenn du ihnen zusiehst, möchtest du am liebsten auf die Bühne springen und mitmachen. Schau mal:

http://www.agecompany.at/

Schon nächste Woche am 19.4.2012  gibt es im Filmhauskino am Spittelberg  einen Film über sie zu sehen. Premiere ihrer neuen Produktion ist am 27.4. im Palais Kabelwerk in Wien 12. Unbedingt Karten reservieren! Beim letzten Mal stand ich vor ausverkauftem Haus.

Ach ja, die Damen sind allesamt über …,  – bitte Zahl einsetzen, die du für „älter“ hältst.  Daher kommt auch der Name „age-company“…

Nach der Schreibwerkstatt eine Geschichte vom Leben geschrieben

Sonntag, März 18th, 2012 von ulli

Die liebe Ilse von der ARGE Region Kultur hat Freitag und Samstag in Langenlois eine Schreibwerkstatt organisiert, und ich ging hin. Nora Aschacher und Dieter Berdel hoben uns bei diesem Seminar mit ihren vielfältigen SchreibAufgaben und netten Anleitungen in kreative Höhen. Eine sehr feine Sache. Rundum.

Nach Ende des Kurses, der im wunderbaren Mühlenhof in Langenlois stattfand, führte ich noch ein sehr schönes Gespräch mit Sonja, der Frau des Hauses. Dann erst fuhr ich Richtung daheim.

Danach

Das Gespräch hat mich die richtige Zeitlang aufgehalten, damit ich am Tettenhengst – einer kleinen „Bergstrasse“ nahe Stiefern – nach einer scharfen Kurve in dunkler Nacht das Auto mit Warnblinkanlage stehen sehe, mit Schrittgeschwindigkeit vorbeifahre und im Rückspiegel hinter dem Auto das Reh liegen sehe, das sich noch bewegt. Aber keinen Menschen. Der sitzt vermutlich noch voller Schock im Auto und kennt sich nicht aus. (mehr …)

Himmeln

Montag, März 5th, 2012 von ulli

HEUTE…

schon zum Himmel hochgeschaut?
Bloss ein, zwei, drei Atemzüge lang?

Was sehen deine Augen? Was fühlst du, was spürst du, was denkt sich?

Hast du gewusst, dass nach mancher Auffassung die Aufgabe des Menschen darin besteht, Himmel und Erde zu verbinden?

Interessanter Gedanke… Wie könnte das gehen?
Einmal kurz durchstrecken?

***

Eine Himmels- und WolkenMetapher kam auch bei Stephans/ Pendes Seminar vor, das ich die letzten beiden Tage besucht habe. Zwei Wochenenden hintereinander Seminare ist ganz schön dicht. Wäre da nicht die Leichtigkeit, das neue Räume öffnen, das Transparente, das ich bei Stephan wieder schmecken konnte. Seine „Praxis der Erlaubnis“ und des „Annehmens, was ist“ sind radikal. Radikal ungewöhnlich und radikal hilfreich.

Wie schön, dass diese Themen bereits Zugang zur Universität finden, zumindest in Kopenhagen, wo Stephan Wormland einen Vortrag hielt zu „Attitudes to Healing in Meditation and Psychotherapy“. Hier der Link zum Video.

Lass dich auf die Übungen ein und schau, wie sich das anspürt.

Ist das Glas Wasser….?

Donnerstag, Februar 16th, 2012 von ulli

Agnes schickte ein Mail mit folgender Geschichte, die eineN Schmunzeln und Nachdenken lässt:

„A young lady confidently walked around the room while leading and explaining stress management to an audience with a raised glass of water. Everyone knew she was going to ask the ultimate question, ‚half empty or half full?’…

She fooled them all …. „How heavy is this glass of water?“ she inquired with a smile. Answers called out ranged from 8 oz. to 20 oz. She replied , „The absolute weight doesn’t matter. It depends on how long I hold it.

If I hold it for a minute, that’s not a problem.
If I hold it for an hour, I’ll have an ache in my right arm.
If I hold it for a day, you’ll have to call an ambulance. (mehr …)

Presencing…

Freitag, Januar 20th, 2012 von ulli

Ich habe das Gespräch mit  Claus Otto Scharmer durch Zufall in der ORF-TVthek gefunden. Der Beitrag ist leider nicht mehr in den Weiten des Web zu finden.

Ich habe nicht alles verstanden, was Herr Scharmer in der Aufzeichnung eines Gesprächs „Im Zeitraum“ im Radio Kulturhaus von 2011 von sich gegeben hat. Aber ein paar Dinge liessen mein Herz höher schlagen.

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Meine Hochachtung für Mignon, mein Mitgefühl für George

Freitag, Januar 20th, 2012 von ulli

Durch Zufall – aber was ist schon Zufall? – hab ich vor kurzem dieses besondere Buch in die Hände bekommen:

Elisabeth Fraller, George Langnas (Hrsg.)
Mignon
Tagebücher und Briefe einer jüdischen Krankenschwester in Wien 1938-1949

Allein die persönlichen Vor- und Nachworte berühren dich, doch das ist nichts gegen die direkte Erfahrung in die vergangene Welt dieser Frau einzutauchen. Sobald du in Mignons Briefe und Tagebuchaufzeichnungen hineinliest, binden dich die Worte zurück in den Alltag einer der schrecklichsten UnmenschlichkeitsPhasen des letzten Jahrhundert. Gleichzeitig bewegst du dich an derart vertrauten Orten wie den Gassen und Strassen im 2. Wiener Bezirk. Es ist so nah und so weit weg zugleich, so unvorstellbar und doch so wahr.

Es ist erstaunlich, wie diese mutige Frau ihre Erfahrungen beschreibt und wie sie Mensch bleibt, obwohl eine ihr nicht verdenken könnte, würde sie das ihr eigene Mitgefühl und differenzierte Denken aufgeben. Mignon verbrachte die Nazizeit in Wien in einem jüdischen Krankenhaus – auch dass und warum es ein solches gab, ist ein Hinsehen Wert. Ihr Ehemann und ihre Kinder – Sohn George mit 4 und Tochter Manuela mit 6 Jahren konnten rechtzeitig vor 1939 in die USA fliehen. Mignon blieb in Wien, um ihre betagten Eltern nicht alleine zu lassen. Wie durch ein Wunder überlebt sie die Nazizeit und die Bombardierungen der letzten Kriegstage und reist 1946 ihrer Familie in die USA nach. Wo sie allerdings bereits nach 4 Jahren stirbt. (mehr …)

Durchatmen

Freitag, Dezember 30th, 2011 von ulli

Christoph Schlingensiefs Buch kommt daher wie eine Naturgewalt. Seine Gedanken, seine Schilderungen, seine Ängste und Hoffnungen reissen dich mit in eine Welt, wo die Zeit stehen bleibt. Legst du das Buch aus der Hand, atmest du einmal tief durch… – Nein, es ist nicht leicht, die treffenden Worte zu finden.

Lies das Buch, und es wird auch dich tiefer atmen lassen. Versprochen. So ein wichtiges grossartiges Buch. Über das Leben und die Angst vor dem Sterben, die Höhen und Tiefen der Schulmedizin und die Schwierigkeit des menschlichen Umgangs in Krisenzeiten. Und wie wichtig es ist, wenn Menschen ihre Angst  und ihre Verletzlichkeit teilen. Christoph Schlingensief hat seine Erfahrungen exzessiv geteilt, und du kommst ihm beim Lesen nahe, als wäre er ein alter lieber Freund.

Bereits die Anregungen des Vorworts treffen ins Volle:

„So viele kranke Menschen leben einsam und zurückgezogen, trauen sich nicht mehr vor die Tür und haben Angst, über ihre Ängste zu sprechen. Ich habe erlebt, wie wichtig es ist, den Geschockten und aus der Bahn Geworfenen zurück ins Leben zu begleiten, ihn in seiner Autonomie als Erkrankter zu stärken, sich zu bemühen, seine Zweifel zu verstehen, ihm zu helfen, seine Ängste auszusprechen und diese – in welcher Form auch immer – zu modellieren. ….   wenn Sie gesund sein sollten, aber einen Erkrankten in Ihrer Familie oder Ihrem Bekanntenkreis haben, dann kümmern Sie sich um ihn, auch wenn Sie Angst haben, dass es Ihnen zu schwer wird.“

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Mahlzeit

Freitag, Dezember 23rd, 2011 von ulli

Ein jeder weiss, dass das Geld nicht auf der Wiese wächst. Freund Gerhard schreibt in seinem Rundmail: „Essen gehört in den Mund und nicht in den Tank oder in die Heizung. So schaut es aus und so singt Hubert von Goisern: „Wauma laung so weidahoazn brennt da Huat“. Hier das Video  dazu.

Hubert von Goiserns neue Single „Brenna tuats guat“ war fünf Wochen lang auf Platz 1 in den österreichischen Charts zu finden, lese ich eben auf seiner Website.

Und ein anderer Gerhard hat mir erzählt, dass er den Text zu diesem Lied in einer Zeitschrift für Bauern am Küchentisch seiner Mutter gelesen hat. Das lässt doch hoffen, oder?

Hier zu einer Diskussion auf  landwirt.com

Wirtschaft der Freude – Ökonomie des Glücks – Mutmacherei

Samstag, Dezember 10th, 2011 von ulli

  Wirtschaft der Freude. Das klingt ja gut!

Diese Initiative – ein Wirtschafts-Netzwerk – wurde im April diesen Jahres in Wien gegründet und befasst sich theoretisch wie praktisch mit Fragen …

„…nach einem neuen Wirtschaftsbewusstsein: Wie können wir zu mehr Freude in der Arbeitswelt gelangen? Welche Form des Konsums trägt nicht zur Zerstörung bei? Welchen Beitrag kann der Einzelne leisten? Welche neuen Arbeits- und Lebensformen streben wir an?  …. Es gibt viele mutige Menschen und Projekte, die tatkräftig an der Neugestaltung unserer Gesellschaft mitwirken wollen…“ (http://wirtschaft-der-freude.org/) (mehr …)

Alice Schwarzer – Lebenslauf

Freitag, Dezember 9th, 2011 von ulli

Das Buch hat mehr als 460 Seiten, und ich habe es in 3-4 Tagen gelesen, ja mehr verschluckt als gelesen. Die Autobiografie von Alice Schwarzer ist wirklich gelungen, und ich freue mich, dass sie damit etwas von der Anerkennung erhält, die ihr schon lange zusteht.

Diese Frau ist eine grossartige Journalistin, und ihr Leben ist ungewöhnlich, ungemein spannend und – was mich am meisten fasziniert hat – ein anschauliches Stück  jüngerer Zeitgeschichte. So lange ist es nicht her, nein wirklich nicht, dass das Patriarchat sich kaum eine Maske vorhalten musste…

Von Alice Schwarzers politischer emanzipatorischer Arbeit profitierten und profitieren Frauen und Männer heute noch. Es ist lange her, aber ich kann mich noch gut erinnern, wie ich den „kleinen Unterschied“ gelesen habe. Das war eine Revolution in meinem Kopf, die nicht ohne Folgen geblieben ist.
Wir stehen auf den Schultern von VordenkerInnen wie ihr, mutig, scharfsinnig und gerechtigkeitsliebend. Ich schätze ihren Humor, ihre Differenziertheit und ihre Eloquenz. Und ihre Unbeugsamkeit. Was für eine Frau!

Hier ihre Website: http://www.aliceschwarzer.de, die Eintragungen in ihrem Gästebuch, die mehr sagen als lange Rezensionen sowie ein Beitrag im Schweizer Fernsehen von Mitte November, falls dir das Schauen lieber ist als das Lesen.